Heinsberg - „Penthesilea“ stark inszeniert

„Penthesilea“ stark inszeniert

Von: Anna Petra Thomas
Letzte Aktualisierung:
10357321.jpg
Penthesilea (Laura Kohnen, 2.v.l.) will zu Achilles (Nico Kransinsky, 3.v.r.), doch wie sie von ihrer Vertrauten zurückgehalten wird, halten ihn die griechischen Soldaten zurück. Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg. Ein Schlachtfeld in der Nähe von Troja war der Handlungsort der Anfang des 19. Jahrhunderts entstandenen Tragödie Tragödie „Penthesilea“ von Heinrich von Kleist von Heinrich von Kleist, die der Literaturkurs des Heinsberger Kreisgymnasiums an vier Abenden in zwei sich abwechselnden Besetzungen auf die Bühne brachte.

Wer dabei großartige Bühnenbilder, Kostüme oder Masken erwartet hatte, wurde enttäuscht. Das gesprochene Wort stand im Vordergrund der rund einstündigen Aufführungen, für die Lehrer Helmut Göricke eine Strichfassung geschaffen hatte. „Das Stück hätte sonst fünf Stunden gedauert“, erklärte er. „Wir haben uns hier eher auf die Kampfszenen konzen-triert.“ Hinzu kam eine Gesprächsszene von drei Amazonen, die er selbst geschrieben hatte.

Echtzeit und Zeitlupe

Hauptperson im Stück war Penthesilea, gespielt von Regina Betcher und Laura Kohnen. Sie ist die Königin der Amazonen. Dieses Volk, das keine Männer unter sich duldet, erhält sich durch einen ungewöhnlichen Brauch am Leben: Der Kriegsgott Mars wählt für die Amazonen ein Volk, aus dem diese sich im Kampf Männer erobern sollen, die sie zur Zeugung neuer Kriegerinnen mit sich nehmen.

Nach vollzogenem Zeugungsakt werden die Männer wieder in die Freiheit entlassen. Der männliche Nachwuchs wird getötet. Die Mädchen werden zu neuen Kriegern ausgebildet. Penthesilea verstößt gegen dieses Gesetz und wirbt um Achilles (Jonas Rütten, Nico Krasinsky). Als Achilles sich ihr zum Schein im Kampf ergeben will, kommt es zu einem Missverständnis, und Penthesilea tötet Achilles.

Beeindruckend an der Aufführung war nicht nur die Textsicherheit der Schüler, sondern auch ihr Spiel. Ganz besonders gilt dies für eine Kampfszene zu Beginn des Stücks, für die der Kurs sich Hilfe bei einer professionellen Choreographin geholt hatte. Direkte Kontakte wurden in Echtzeit gespielt, alle anderen Protagonisten bewegten sich derweil in Zeitlupe über die Bühne.

Nicht minder erzielte die zeitweise Unterteilung einer Bühne in zwei Hälften mit unterschiedlichen Protagonisten ihre Wirkung beim Publikum, ebenso wie die Einspielung gesprochener Videosequenzen auf einer Leinwand an der Bühnenrückseite. Kostümierung und Maske blieben da fast ganz im Hintergrund. Die Kämpfer waren in Bundeswehr-Tarnhosen und schwarzen T-Shirts gekleidet, die Amazonen in zerrissenen blauen Jeans und weißen Shirts. Geschminkt erschienen nur Penthesilea und die Oberpriesterin.

Der Dank der betreuenden Lehrer Helmut Göricke und Thomas Ullm ging am Ende nicht nur an die Darsteller, sondern auch an viele andere, die vor und hinter der Bühne mitgeholfen hatten.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert