Heinsberg - Pendler: Durch Zeitumstellung wächst Gefahr durch Wildtiere

Pendler: Durch Zeitumstellung wächst Gefahr durch Wildtiere

Von: Tyrone Schwark
Letzte Aktualisierung:
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Pendler kommen dem Biorhytmus des Wilds zur Zeit wieder deutlich näher. Wenn Reh, Hirsch oder auch Wildschwein aus ihren Waldverstecken auf die Wiesen ziehen, kommt es besonders auf Bundesstraßen vermehrt zu schweren Zusammenstößen. Foto: dpa

Heinsberg. Wenn ein Reh aus dem Nichts auftaucht und im Scheinwerferlicht stehen bleibt, dann ist es für Autofahrer meist schon zu spät, um zu reagieren. Dann kracht es. „Wie viele Fälle es genau im Kreis Heinsberg sind, das lässt sich nicht genau sagen“, so Karl-Heinz Frenken, Pressesprecher der Polizei Heinsberg.

Und das, obwohl es seit zwei Jahren eine Meldepflicht für Wildunfälle in NRW gibt. „Das Problem ist, dass diese Unfälle unter der Kategorie Sachschaden fallen, da ist nicht differenziert, ob ein Wildtier oder ein Baum beteiligt ist.“Die Meldepflicht gilt für Kollisionen mit Paarhufern wie Reh, Hirsch oder Wildschwein. Dass die Dunkelziffer der nicht gemeldeten Unfälle ziemlich hoch ist, schätzt Franz-Josef Salden von der zuständigen Unteren Jagdbehörde: „Weil kleinere Tiere, Hasen und Füchse zum Beispiel, nicht in diesem Gesetz verankert sind.“

Die Jagdgenossenschaft Granterath-Hetzerath klagte auf ihrer Jahreshauptversammlung erst kürzlich, dass Unfälle mit Wildtieren im vergangenen Jahr deutlich häufiger vorkamen. „Die Zahl hat sich mit 17 Meldungen bei uns mehr als verdoppelt“, sagte dort Geschäftsführer Bernd Thommesen. Um dem entgegenzuwirken, beschlossen die Jäger gleichzeitig, neue Warnreflektoren an Gefahrenpunkten zu installieren.

Eine Maßnahme, die vor allem Dr. Heiner Breikmann als Vorstand der Kreisjägerschaft Heinsberg unterstützt. Denn: „Es ist zwar keine Pflicht, aber es ist deutlich festzustellen, dass Unfälle an Stellen mit speziellen Reflektoren zurückgehen“, sagt er.

Ein großes Problem sieht er in der kürzlich erfolgten Zeitumstellung. „Die Tiere wissen nicht, dass die Uhren bei uns um eine Stunde vorgestellt wurden. Berufspendler kommen jetzt der Phase zeitlich deutlich näher, in der das Wild aus den Waldverstecken kommt und auf die Wiesen zum frischen Gras wandert.“ Das ist zwischen fünf und sieben Uhr der Fall, die Hauptverkehrszeit vieler Arbeitnehmer auf dem Weg zum Job.

Auch wenn er natürlich an die Vorsicht der Autofahrer appelliert – gerade an Stellen mit entsprechenden Warnschildern – muss er feststellen, „dass viele Unfälle leider nicht zu vermeiden sind“. Gerade auf Bundesstraßen, wo es erlaubt ist, mit höheren Geschwindigkeiten zu fahren, sei die Überquerung des Wilds problematisch. „Die Tiere sehen das heranfahrende Auto am Horizont nicht als Gegner, da sie die Geschwindigkeit nicht einschätzen können.“ Ehe das Tier reagieren könne, sei der Zusammenstoß schon passiert, sagt er weiter. „Oft ist die Reaktionszeit für den Autofahrer dann auch viel zu kurz, um überhaupt eingreifen zu können.“

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