Peisens Postkarten erzählen Geschichten von damals

Von: Helmut Wichlatz
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Postkarten aus Erkelenz präsentiert Wilfried Peisen in seinem neuen Buch. Foto: Koenigs

Erkelenz. Wilfried Peisen wühlt gerne in alten Dokumenten und Bildern. Deshalb trifft man den 59-jährigen Erkelenzer auch oft im Stadtarchiv an, wo er seiner Leidenschaft nachgeht. Was dabei herauskommt, veröffentlicht er in Bildbänden und Büchern über die Erkelenzer Geschichte.

Nun ist sein neuestes Werk bei Viehausen, Kölner Straße, erhältlich: ein Buch mit rund 200 Postkarten aus der Zeit vom beginnenden 20. Jahrhundert bis heute. Zu sehen sind idyllische und teilweise kaum zuzuordnende Ansichten einer Stadt in ihren vielen Entwicklungsstadien.

„Die älteste Karte stammt von 1894“, berichtet er nicht ohne den Stolz des Entdeckers. Was auf den Karten geschrieben steht, ist kaum zu entziffern, da man vor rund hundert Jahren eine andere Schreibschrift verwendete.

Die Motive decken die Innenstadt selbst und viele der Erkelenzer Außenorte ab, die sich dem Betrachter in einem völlig neuen (oder doch alten) Licht präsentieren. In seinen Büchern verzichtet Peisen auf zu viel Text und lässt den Bildern Raum, für sich selbst zu sprechen und ihre Geschichten zu erzählen.

Peisen, der aufgrund einer schweren Erkrankung nicht mehr arbeitsfähig ist, sieht in der Erforschung der Erkelenzer Geschichte mehr als nur ein Hobby. Es ist seine Leidenschaft. „Man braucht eine Aufgabe, wenn man mit der Krankheit leben will“, erklärt er.

Im vergangenen Jahr hatte er mit seiner alten Band, den „Merry Boys“, seinen letzten Auftritt auf dem Lambertusmarkt. Musik zu machen fällt ihm schwer, die Suche nach „Schätzchen“ im riesigen Stadtarchiv zum Glück nicht.

Und Wilfried Peisen hat noch große Pläne. Nach den ersten beiden Bildbänden „Erkelenz anders“, die die 50er und 60er Jahre in und um Erkelenz behandeln, steht im Sommer der dritte Band über die 70er Jahre an.

Dabei präsentiert er neben Bilder und Fotos auch Zeitungsartikel zu den Themen, die damals die Menschen bewegten, und die heute teilweise längst in Vergessenheit geraten sind. Dafür hat er unter anderem rund 30 000 Seiten der ehemaligen Erkelenzer Volkszeitung auf der Suche nach Themen und Bildern durchforstet.

Kleine Auflage

Eine weitere Buchveröffentlichung mit Bildern aus Erkelenz, die die Stadt seit dem 15. Jahrhundert zeigen, ist auch noch für dieses Jahr geplant. Sein Postkartenbuch ist bislang in einer überschaubaren Auflage erschienen. Er wolle erst einmal sehen, ob es vom Publikum angenommen werde, erklärt Peisen. Denn sein Hobby finanziert er aus der eigenen Tasche – und er ist daher froh, wenn es zumindest die entstandenen Kosten deckt.

Mit der Archivierung der „privaten“ Erkelenzer Vergangenheit macht Peisen auf jeden Fall weiter. Bislang konnte er schon einige Mitbürger dazu überreden, ihm ihre gesammelten Schätzchen und Bilder zur Reproduktion zu überlasen. „Wer zu Hause noch alte Bilder hat, kann sich bei mir melden. Natürlich bekommen die Leute ihr Eigentum unversehrt und schnell wieder zurück“, betont er. Über weitere Leihgaben, die er archivieren und später vielleicht veröffentlichen kann, würde er sich freuen.

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