Wassenberg - Pater Tanye drückt in Wassenberg gleich beide Daumen

Pater Tanye drückt in Wassenberg gleich beide Daumen

Von: Anna Petra Thomas
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Mit Fan-Shirt aus Ghana und ghanaischer Nationalflagge freut sich der Wassenberger Pfarrer Dr. Gerald Tanye auf das Spiel Ghana gegen Deutschland bei der Fußball-WM. Auch seinen Mitbruder Thomas Wieners (r.) hat er natürlich mit einem Fan-Shirt ausgestattet. Foto: anna

Wassenberg. „Ich werde so oder so gewinnen!“ Ein strahlendes Lächeln huscht über das Gesicht von Pater Dr. Gerald Tanye. Der dunkelhäutige Priester, der den Steyler Missionaren angehört und als mitarbeitender Pfarrer in St. Marien Wassenberg tätig ist, hat mittlerweile zwei Heimaten in sein Herz geschlossen: Ghana und Deutschland.

Der 45-Jährige stammt nämlich aus Ghana, genauer aus der Region Jirapa ganz im Nordwesten dieses afrikanischen Landes. Seit Ende 2010 lebt er jedoch als katholischer Pfarrer in Deutschland. Er ist tätig in der Pfarrei Marien in Wassenberg.

Und so wird er am heutigen Samstagabend beim Kinder- und Jugendfest in der Wassenberger Oberstadt beim WM-Fußballspiel gleich beide Daumen drücken, einen für Ghana und einen für Deutschland, im Fan-Shirt mit Aufschrift „Ghana“ und mit der ghanaischen Nationalflagge. Seinen Mitbruder Pfarrer Thomas Wieners hat er natürlich auch bereits zum Mitfeiern ausgestattet. Auch für ihn hat er ein Ghana-Shirt mitgebracht.

„Jirapa, das ist so wie Wassenberg, sehr ländlich“ erzählt Tanye von seiner Heimat. Die Menschen dort seien Landwirte, und auch seine Familie betreibe den Anbau von Bohnen, Hirse, Mais, Reis und Erdnüssen, halte darüber hinaus Hühner, Schafe und Ziegen. Das dritte von acht Kindern war der Pater, der heute sehr glücklich ist, dass seine Eltern ihm den Schulbesuch ermöglichten.

Nach britischem System besuchte er für sechs Jahre die Grundschule und bewarb sich dann auf dem kirchlichen Gymnasium. „Das wurde das kleine Priesterseminar genannt“, erzählt Tanye. „Ich wollte schon als Kind Priester werden.“ Als Grund dafür nennt er die positiven Eindrücke, die er von den in seiner ersten Heimat tätigen Geistlichen hatte. „Sie waren nicht nur nett und freundlich, sie waren den Menschen zugewandt. Sie haben mich immer beeindruckt.“

1992 schloss sich Tanye den Steyler Missionaren an und studierte fortan Theologie. Schon sein Praktikum als Diakon absolvierte er von 1998 bis 2000 in Deutschland. 2001 wurde er in seiner afrikanischen Heimat zum Priester geweiht und wollte eigentlich in Ghana bleiben. Botswana war seine zweite Wahl, Deutschland seine dritte. Der Orden schickte ihn nach Deutschland. Tanye promovierte in Tübingen und arbeitet derzeit in der Leitung der Bildungsstelle im Missionshaus St. Michael im niederländischen Steyl. Zugleich ist er als Pfarrer von St. Marien in Wassenberg tätig.

Und Fußball? Klar, den hat der Pater natürlich auch selbst gespielt, in seiner Jugend in Ghana. Und das Land sei bekannt auf dem Kontinent, wenn es um Fußball gehe, weiß er. Die U17-Nationalmannschaft habe schon zwei Mal die WM gewonnen, „und schon zum dritten Mal hintereinander sind wir jetzt bei der WM“, ist er stolz auf die Senioren-Nationalmannschaft. „2010 waren wir mit Deutschland in einer Gruppe und sind beide weitergekommen, davor, 2006, zusammen mit den USA“. Auf die Wiederholung des Erfolges von 2010 hofft er. Gut unterrichtet ist er über das deutsche Fußballgeschehen übrigens nicht erst, seit er in Deutschland als Pfarrer arbeitet. „Die deutsche Bundesliga wird in unserem Land sehr intensiv verfolgt“, erklärt er.

Wer nun das Spiel gewinnt, ist für ihn zweitrangig. Wichtig an der WM sei doch zunächst, dass sich dabei viele Menschen aus vielen unterschiedlichen Ländern friedlich treffen könnten.

„Fußball wird so zu einem Zeichen der Einheit“, sagt Pater Tanye. Schön fände er allerdings schon, wenn da auch das Team aus Ghana bis zum Ende im Turnier bleiben könnte, ergänzt er. Man darf gespannt sein, wie sich die Mannschaften schlagen....

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