Erkelenz - Party oder Brauchtum? Musik bleibt ein Thema beim Erkelenzer Zug

Party oder Brauchtum? Musik bleibt ein Thema beim Erkelenzer Zug

Von: Helmut Wichlatz
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Die Tollitäten: Prinz Roland I. und Prinzessin Kristina I. (Knippertz). Foto: hewi

Erkelenz. Die EKG lockert die Regeln für den Rosenmontagszug am 12. Februar und hofft mit diesem Schritt darauf, dass sich wieder mehr Wagengruppen anmelden. In der zurückliegenden Session war der an sich bei den Karnevalisten sehr beliebte Rosenmontagszug durch die Straßen von Erkelenz eher bescheiden ausgefallen.

Denn vorangegangen waren Querelen über das leidige Thema der musikalischen Beschallung. Über deren Qualität und die Lautstärke, in der man sie am besten „genießen“ kann, waren die Meinungen zwischen der Gesellschaft und einigen der Wagenbauer weit auseinandergegangen. Auf der einen Seite die Rufer nach Tradition und Bewahrung des Brauchtums, auf der anderen die Partyfraktion, der es nicht so ums Brauchtum geht, sondern ums Feiern.

Zankapfel und einer der Gründe für die massenhaften Absagen der Zugteilnehmer war der Versuch der EKG, mit einer musikalischen Vorauswahl auf einem Daten-Stick die Musikfarbe vorzugeben. Nun zeigt sich die Gesellschaft gesprächsbereit, bleibt aber gleichzeitig auf ihrer Linie. „Der Rosenmontagszug ist keine Loveparade“, erklärte der neue EKG-Vorsitzende Heinz Baltes.

Ein Thema das auch das nun vorgestellte Prinzenpaar, Roland I. und Kristina I. (Knippertz), bewegt. Der neue Prinz, den man auch als Kopf und Sänger der Stimmungsband „Rolands Schlagersahne“ kennt, sprach sich für mehr gegenseitige Toleranz und gegen Verbote jedweder Art aus. „Verbote und strenge Regeln sind nicht der richtige Weg“, sagte er. Trotzdem sei das Ansinnen der EKG verständlich, die den Straßenkarneval in Erkelenz vor allem als familienfreundlich und am Brauchtum orientiert verstanden wissen will. „Die Musik soll dem karnevalistischen Brauchtum gerecht werden und vor allem nicht die Zuschauer abschrecken“, erklärte der stellvertretende Vorsitzende Helmut Jopen. „Dazu gehören Party- und Karnevalsmusik, aber kein reiner Techno.“

Andreas Tischbein, ebenfalls im neuen Vorstand aktiv, zeigte sich toleranter. „Spielt doch, was ihr wollt“, lautete seine Botschaft an die Zugteilnehmer. „Nur nicht so laut.“

Insgesamt werde man in der kommenden Session frühzeitig den Kontakt zu den Wagenbauern suchen und sich die Wagen zuvor genau anschauen. Die närrischen Gefährte dürfen eine Höhe von vier Metern nicht überschreiten. Kosten fallen für die Teilnehmer auch an, und zwar 25 Euro pro Wagen und noch einmal ein Euro pro Zugteilnehmer. Ausgenommen von dieser Regelung sind karitative Gruppen und Karnevalsgesellschaften. Letztere dürfen am 12. Februar erstmals auch mit ihren eigenen Prinzenwagen auflaufen. Auch davon erhoffen sich die Planer der EKG eine höhere Attraktivität des Zuges.

Die Kostenbeteiligung soll vor allem die GEMA-Gebühren auffangen. Die schlagen nämlich beim Rosenmontagszug mit rund 1700 Euro zu Buche. Insgesamt bezifferte Jopen die Kosten des Zuges mit rund 20 000 Euro.

An einem Sicherheitskonzept und der exakten Zugstrecke wird noch gearbeitet. Sicher ist jedoch, dass der Zug einen anderen Weg nehmen wird. Nach der Aufstellung auf der Nordpromenade geht es über die Ostpromenade und unter dem „Feller-Propeller“ hindurch auf die Kölner Straße und dann wieder über die Wilhelmstraße zurück. Der vordere Teil der Theodor-Körner-Straße und der bisherige „Knackpunkt“ H-J-Gormann-Straße entfallen.

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