Heinsberg - Parkplatzschwund in Heinsberg? Nicht wirklich!

Parkplatzschwund in Heinsberg? Nicht wirklich!

Von: Anna Petra Thomas
Letzte Aktualisierung:
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100 Stellplätze stehen jetzt kostenfrei an der Sonnenscheinschule zur Verfügung. Foto: anna
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Der bisher von der Stadt bewirtschaftete Parkplatz neben dem Parkhaus steht nur noch Dauermietern offen. Foto: anna
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An der Liecker Straße können Tagesgäste für zwei Euro parken. Foto: anna

Heinsberg. Seit die Stadt die Bewirtschaftung von zwei Parkplätzen mit zusammen rund 90 Stellplätzen aufgegeben hat, erhitzen sich in Heinsberg hier und da die Gemüter der Autofahrer. „Das Auto hier loszuwerden ist eine Katastrophe!“, entrüstet sich der eine, als er auf dem großen, gebührenpflichtigen Platz an der Gangolfusstraße endlich ein freies Plätzchen für seine Karosse gefunden hat.

„Fürchterlich!“, pflichtet ihm sein Autonachbar bei. Die Stadt hat kürzlich den von ihr bewirtschafteten Parkplatz neben dem Parkhaus am Krankenhaus aufgegeben, zudem den vom selben Besitzer gemieteten gebührenfreien Parkplatz an der Liecker Straße. Nicht minder groß ist da die Aufregung über fehlende gebührenfreie Parkplätze. Geht es aber nach der Rechnung in der Stadtverwaltung, hat sich die Zahl der Plätze fürs freie Parken sogar erhöht, dank eines neuen Parkplatzes an der Sonnenscheinschule.

„Subjektive Wahrnehmung“

Alexander Reiners, neuer Leiter des Heinsberger Ordnungsamtes, spricht in diesem Zusammenhang von einer „subjektiven Wahrnehmung“. Auch ohne die jetzt von der Stadt aufgegebenen Parkplätze stünden auf den 14 verbliebenen Plätzen rund 1000 Stellplätze zur Verfügung, davon seien mehr als 500 gebührenfrei. Am Krankenhaus neben dem Parkhaus und an der Liecker Straße habe es bisher weitere 90 Plätze gegeben.

Diese seien zwar weggefallen, dafür seien aber nahe der Innenstadt rund 100 neue Plätze hinzugekommen – auf dem Schulhof der ehemaligen Sonnenscheinschule. „Die Situation hat sich also de facto verbessert“, betont Reiners. „Die Menschen müssen sich nur noch daran gewöhnen.“ Weiterhin gebe es seit diesem Jahr die sogenannte Brötchentaste, die auf gebührenpflichtigen Plätzen das kostenlose Parken für zehn Minuten ermögliche, wenn auch die Parkzeit je fünf Cent von sechs auf vier Minuten hätte verkürzt werden müssen, fügt er hinzu.

Die Plätze am Krankenhaus und an der Liecker Straße seien aufgegeben worden, weil der Besitzer nach Auslaufen des bisherigen Vertrages eine viel höhere Pacht gefordert habe, erklärt Reiners, verweist aber für weitere Informationen an Gerd von Helden in der Stabsstelle Grundstücksentwicklung und Liegenschaften.

Ja, mit von Helden habe er im Auftrag seines Vaters verhandelt, erinnert sich Stefan von den Driesch. „Klar, dass ich auf Wunsch der Stadt ein Angebot abgegeben habe“, räumt er ein, mehr will er aber zu seinen Pachtforderungen nicht sagen. Er wäre bereit gewesen, der Stadt beide Flächen zusammen auch weiterhin zu verpachten. „Aber in dem Gespräch wurde deutlich, dass die Stadt daran gar nicht mehr interessiert war“, betont von den Driesch. „Mir wurde schon zu Beginn des Gesprächs deutlich gesagt, dass man an dem Parkplatz Liecker Straße kein Interesse mehr habe. Der Platz an der Schule sei schon in Planung.“

Allenfalls habe noch Interesse an dem Platz am Krankenhaus bestanden. Ein Gegenangebot habe er von der Stadt gar nicht erhalten, sagt er. „Das war kein konstruktives, gemeinsames Gespräch!“ Vor allem um die Parkplätze am Krankenhaus würden jetzt viele gehbehinderte Menschen trauern, die von dort einen barrierefreien Zugang zum Krankenhaus gehabt hätten, ergänzt sein Vater.

Die Forderung der von den Drieschs sei so hoch gewesen, dass ein Gegenangebot keinen Sinn ergeben hätte, hält von Helden dagegen. „Wir wären nie zueinandergekommen. Die Welten waren zu weit auseinander“, sagt er. Das habe die Stadt Heinsberg gegenüber den Bürgern als Steuerzahlern nicht vertreten können. Doch wie Reiners betont auch er, dass sich die Situation tatsächlich verbessert habe. An der Liecker Straße habe die Stadt inzwischen den ursprünglichen Zustand für den Besitzer wiederhergestellt. Hier sei der Schotter herausgenommen worden, ebenso wie eine von der Stadt gepflanzte Hecke. Zudem sei das Grundstück vorne und hinten wieder mit einem Zaun versehen worden.

Der Platz am Krankenhaus ist inzwischen an Dauerparker vermietet. Auf dem Platz an der Liecker Straße können Dauerparker ebenfalls Monatsplätze mieten. Die übrigen Plätze stehen seit Wochenbeginn für Tagesparker zu je zwei Euro pro Platz zur Verfügung. „So hat Heinsberg jetzt noch ein attraktives Angebot für Besucher mehr“, sagt Stefan von den Driesch.

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