Parkinson-Krankheit als Triebfeder für Kreativität

Von: Helmut Wichlatz
Letzte Aktualisierung:
13895645.jpg
„Meine Zukunft sehe ich positiv“: der an Parkinson erkrankte Autor Ulrich Gerhards. Foto: Helmut Wichlatz

Hückelhoven-Doveren. „Irgendwann habe ich bemerkt, dass mit meinem Körper etwas nicht stimmt.“ Mit diesen Worten beschreibt der aus Doveren stammende Autor Ulrich Gerhards den Beginn seiner Erkrankung, die sein Leben grundsätzlich ändern sollte. „Die Signale waren nicht direkt zu erkennen, zu hören, zu spüren.“

Mit 55 Jahren bekommt er 2005 die Diagnose „Morbus Parkinson“. Zu dieser Zeit steht er noch voll im Berufsleben. „Die Krankheit wurde zu meinem täglichen Begleiter“, erzählt er. Zum Glück hatte Gerhards schon früh seine kreative Ader entdeckt und unter anderem gemalt. Seine Gemälde mit nüchternen grafischen Strukturen wurden schon oft ausgestellt.

Nun wandte er sich dem Schreiben zu. Seine Gedanken und die Erfahrungen mit dieser völlig neuen Lebenssituation hielt er ab 2006 in Gedichten und kurzen Texten fest. „Die Geschichten spiegelten meinen seelischen und körperlichen Zustand wider“, sagt Gerhard. Weitere Themen sind immer wieder das „Aufstehen“ und die Akzeptanz der Krankheit. Dabei sind die Texte jedoch nicht schwermütig, sondern humorvoll und optimistisch. Denn von der Krankheit unterkriegen lassen wollte und will er sich nicht.

Titel: „Ich bin Morbus Parkinson“

Nun ist im Erkelenzer Altius-Verlag sein erstes Buch mit seinen Texten erschienen. Der Titel „Ich bin Morbus Parkinson“ wirkt selbstbewusst. Da ist jemand, der den Kampf mit seiner Krankheit aufgenommen hat und sie als einen Teil seiner selbst akzeptiert.

Gerhards beschreibt seine Gedanken über die Krankheit, die er salopp als seinen „Untermieter“ bezeichnet. Er begegnet ihr auch mit einer Portion Humor. „Ich zittere mich so durch“, lautet seine Antwort auf die Frage, wie es ihm geht.

Gerhards wurde 1951 geboren und lebt seit über 40 Jahren in Doveren. Nach der Diagnose im Jahr 2005 begann sein persönlicher Kampf mit der Krankheit. „Auch wenn sie nicht zu bezwingen ist, habe ich mit Hilfe meiner Familie und Freunde den ersten Kampf gegen sie gewonnen“, betont er. Angst vor der Zukunft habe er nicht, betont er. Vielmehr habe die Auseinandersetzung mit Parkinson ihn aufmerksamer gemacht für die wichtigen Momente im Leben. „Meine Zukunft sehe ich positiv“, erklärt der Autor. „Egal, was sie mir noch bringen mag.“

Anderen Mut machen

In seinen kurzen Texten und Gedichten beschreibt er Gefühle und Situationen im Umgang mit der Krankheit, die sein ganzes Leben verändert hat. Mit den Texten wolle er auch anderen Mut machen, die eine entsprechende Diagnose bekommen haben.

Gerhards engagiert sich in der Heinsberger Regionalgruppe der Deutschen Parkinson Vereinigung und hilft anderen Betroffenen, einen Weg für den Umgang mit Parkinson zu finden.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert