Ovationen nach Hopstein-Gedenkkonzert

Von: hl
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„Schilfmusik“ hat Kurt Hopstein seine Komposition genannt, die auf dem Con-Brio-Konzert „In memoriam Kurt Hopstein“ von einem Holzbläsertrio gespielt wurde. Foto: Koenigs

Hückelhoven. Con Brio ist mit einem Konzert „In memoriam Kurt Hopstein“ in der Aula des Gymnasiums ins neue Jahr gestartet. Damit wollten die „Freunde der Kammermusik“ an den ersten Vorsitzenden ihres Vereins erinnern, der am 9. Oktober 2013 unerwartet im Alter von 78 Jahren in Köln gestorben war.

Der jetzige Vorsitzende Rudolf Lengersdorf konnte über-raschend viele Gäste begrüßen, unter ihnen die Familie des Verstorbenen, den Ersten Beigeordneten Helmut Holländer, den Leiter des Gymnasiums Arnold Krekelberg und ehemalige Kolleginnen und Kollegen.

Hans Stenzel, ein langjähriger Wegbegleiter von Kurt Hopstein in Sachen Kultur in Hückelhoven, skizzierte dessen Aktivitäten und Ideen im Zusammenhang mit der Aula des Gymnasiums als dessen Musikraum und deren immer stärker werdenden Bedeutung für das kulturelle Leben der Bergarbeiterstadt.

So habe er sich nicht nur als Musiklehrer des Gymnasiums engagiert, sondern zum Beispiel auch das Sinfonieorchester des Westdeutschen Rundfunks nach Hückelhoven geholt, die Musikvereine zu vielfältiger Zusammenarbeit motiviert und mit dem Chor 77 die Chormusik in der Stadt bereichert.

Der Sohn von Kurt Hopstein, Sebastian, berichtete davon, den musikalischen Nachlass seines Vaters einer größeren Öffentlichkeit bekannt zu machen und dafür einen Musikverlag zu finden, der dafür aber einen finanziellen Beitrag verlange. Wer aus dem Publikum sich daran beteiligte, bekam als Dankeschön eine CD mit drei Werken von Kurt Hopstein.

Nach einer langen Phase intensiver musikpädagogischen Tätigkeit als Lehrer am Gymnasium wandte sich Kurt Hopstein in den 80er Jahren wieder zunehmend der Komposition zu. Die stilistische Position seiner Musik lässt sich am ehesten mit dem Begriff „gebrochene Tonalität“ im Umfeld der klassischen Moderne umreißen. Tonale Felder können sich ebenso wie ausgedehnte Melodienbögen daraus entfalten, doch werden sie – oft unerwartet – aufgebrochen; der scheinbar sichere Boden schwindet plötzlich und eröffnet den Raum für atonale, teils zwölftönige Strukturen. Kurt Hopstein bekannte gerne, von Komponisten sehr unterschiedlicher Herkunft und Richtung beeinflusst zu sein.

Zwei Kompositionen von Kurt Hopstein beim Gedenkkonzert machten diese Grundkonzeption deutlich: Einmal die „Schilfmusik“, Serenade für Holzbläsertrio (Christian Leschowski, Oboe; Ruth Krabbe, Fagott; Marlies Klumopenar, Klarinette), die mit ihrem Titel an mythische Geschichten vom Hirtengott Pan erinnerte.

Zum anderen die „Sonate für Violine und Klavier“, die der ehemalige Musiklehrer eigens für seine Schüler Heinz und Jörg Lengersdorf komponiert hatte, was der Geiger Jörg nicht ohne Stolz bemerkte. Vor diesem letzten Stück des Konzertes hatten die beiden Brüder in der „Sonatina – op. 100 G-Dur“ von Antonin Dvoák schon ihre Virtuosität unter Beweis gestellt, die noch gesteigert wurde durch ein außerordentlich harmonisches Zusammenspiel.

Chinesische Gedichte

„Vier Lieder nach chinesischen Gedichten“, entstanden schon 1956, waren das dritte Werk von Kurt Hopstein, das zu hören war. Es sang die Sopranistin Birte Hop-stein, die Schwiegertochter des Komponisten und Ensemblemitglied der Deutschen Oper am Rhein. Am Flügel wurde sie begleitet von Heinz Lengersdorf; und die beiden musizierten auch eine Zugabe am Ende eines mit Ovationen bedachten Konzertes.

Das fünfte Stück des Konzertes war das „Trio – Oboe, Klarinette und Fagott, B-Dur“ von Gordon Jacob (1896-1984), dem englischen klassischen Komponisten, Musiklehrer, Dirigenten und Arrangeur.

Natürlich gab es Blumen für die sechs Interpreten und vor allem viel Beifall nach gut zwei Stunden eines außergewöhnlichen Konzertes.

Kurt Hopstein hätte sicher seine Freude gehabt an diesem zu seinem Andenken veranstalteten Nachmittag.

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