Otto de Kat liest aus seinem Buch „Julia“

Von: anna
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Otto de Kat las selbst in Deutsch und in Niederländisch aus seinem Buch mit dem Titel „Julia“. Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg. Auch in diesem Jahr ist die Heinsberger Buchhandlung Gollenstede wieder einer der acht Leseorte und damit Präsentationsraum für eines der sechs Bücher im Wettbewerb um den Euregio-Schüler-Literaturpreis gewesen. Sechs Bücher zeitgenössischer Autoren werden jährlich präsentiert, je zwei in Französisch, in Niederländisch bzw. Flämisch und in Deutsch.

Erhältlich sein müssen sie in Übersetzungen auch in den beiden jeweils anderen Sprachen.

Zum zweiten Mal wage man zusätzlich zum Wettbewerb die Lesungen der Autoren zusammen mit ihren Übersetzern unter dem Motto „Die Euregio liest“, erklärte Dr. Oliver Vogt vom Aachener Verein Euregio-Kultur als einem der Träger des Projekts. Nach Heinsberg gekommen war nach Ton Heijmans im vergangenen Jahr mit Otto de Kat erneut ein Niederländer.

Begleiten sollte ihn bei der Vorstellung seines Werks „Julia“ eigentlich sein Übersetzer Andreas Ecke, der allerdings erkrankt war. „Bereits seit zehn Jahren haben wir viel Kontakt, aber ich bin ihm nie begegnet“, sagte de Kat und betonte, über ein erstes persönliches Treffen mit seinem von ihm sehr geschätzten Übersetzter hätte er sich sehr gefreut.

Doch auch de Kat, der mit bürgerlichem Namen Jan Geurt Gaarlandt heißt, spricht sehr gut Deutsch, las die drei von ihm ausgewählten Kapitel selbst aus der deutschen Übersetzung, bevor er das letzte dann noch einmal zum Vergleich für seine Zuhörer aus seinem niederländischen Original vortrug. „Ich fühle mich sehr zu Hause in Deutschland“, erzählte der Autor, der zugleich einräumte, dass Lesungen, bei denen die Anwesenden einem Autor wirklich ruhig zuhören würden, in den Niederlanden so nicht möglich wären.

Die Szenerie des Buches wechsele zwischen den letzten Stunden im Leben des niederländischen Unternehmers Christiaan Dudok in den 1980er-Jahren und dessen Erinnerungen an das Jahr 1938, als er in Lübeck Julia Bender kennenlernte, erklärte de Kat, bevor er lesend gleich in die Lübecker Szenerie wechselte. „Ihr Tempo glich er mit seiner scheuen Aufmerksamkeit aus“, fasst de Kat dort selbst treffend seine Beschreibungen der beiden Charaktere zusammen.

Gleich treffend beschreibt er die damaligen Zustände in Deutschland, etwa in der Reichspogromnacht, als die „schwachen Lichter über den letzten kläglichen Resten von Anstand erloschen“, oder, wie es im niederländischen Original steht, „de laatste lichtjes over de laatste resten fatsoen definitief gedoofd“. Dabei hätten sich die Zuschauer „hinter nie wieder gut zu machendem Abwarten versteckt“, so de Kat weiter. Julia, deren Bruder Andreas bereits in einem Lager verschwunden ist, schickt ihren Chris weg, der ihr versprechen muss, nie nach ihr zu suchen.

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