Ortsumgehung in Gerderhahn soll auf Prioritätenliste

Von: hewi
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Der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Peter London und der stellvertretende Bürgermeister Walter von der Forst vor Ort im Gespräch mit Klaus Voussem (v.l.). Foto: Helmut Wichlatz
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Hohe Frequenz an der Ampelkreuzung L 19/L 364: Hier hat es bereits mehrere schwere Unfälle gegeben. Foto: Stefan Klassen
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Vielbefahren: die Ortsdurchfahrt von Gerderhahn. Foto: Stefan Klassen

Erkelenz-Gerderhahn. Auf Einladung der Erkelenzer CDU war der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Klaus Voussem, nach Gerderhahn gekommen. Vor Ort konnte er sich ein Bild von der Verkehrslage im Ort machen und mit betroffenen Bürgern aus Gerderhahn und Golkrath über die längst fällige Ortsumgehung der L 364 zu sprechen.

Die Planung dafür liegt trotz dringlicher Einstufung beim Landesbetrieb Straßen NRW seit 2010 auf Eis. Nun wolle die CDU Druck machen und mit Blick auf den Wahlausgang im Mai schon einmal in den Startlöchern stehen, wenn es um die Vergabe der zur Verfügung stehenden Mittel gehe, hieß es.

Davon jedoch gibt es nicht viele. Gerade einmal 32 Millionen Euro seien dafür im letzten Landeshaushalt bereitgestellt worden, betonte Voussem bei einer Diskussion mit den Anwohnern und bezeichnete es als „historischen Tiefststand“ in einem Land mit der höchsten Verkehrsdichte Deutschlands. Aber die Planung von Ortsumgehungen sei auf die Streichliste gekommen, die SPD und Grüne „bei einer Nacht- und Nebelaktion ausgeknobelt“ hätten. Diesen Stillstand gelte es zu beenden.

Voussem betonte, dass die Sicherheit und Lebensqualität der Anwohner solcher Straßen im Fokus der Planung stehen müssten. Thomas Schnelle, der ebenfalls für die CDU in den Landtag einziehen möchte, verwies auf Hückelhoven. Dort hatte die Stadt für den lange geplanten Bau der L 117n fünf Millionen Euro zugeschossen. In der Relation zeige dies, wie wenig mit den veranschlagten Landesmitteln zu erreichen sei.

Der Ortsverbandsvorsitzende Peter London hatte die bisherigen Planungen einer möglichen Trassenführung der Umgehung noch einmal gut sichtbar vorbereitet und verdeutlichte, wie weit die Planungen der Ortsumgehung schon gediehen waren, bevor sie auf Eis gelegt worden waren. Der Bezirksausschussvorsitzende Klaus Füßer (CDU) erklärte mit Blick auf die Finanzen, dass eine Ortsumgehung für Golkrath nicht gebaut werden müsse, da sie letztendlich schon existiere. Dafür müsse lediglich eine Sperrung der Ortsdurchfahrt L 364 für den Schwerlastverkehr ausgesprochen werden.

Golkrath ist ebenso wie Gerderhahn davon betroffen, dass beide Ortschaften entlang der L 364 zwischen dem Wegberger Industriegebiet auf dem Gelände des ehemaligen Militärflughafens und der Autobahnauffahrt Hückelhoven-Ost liegen. Die letzte Verkehrszählung aus dem Jahr 2010 war auf rund 7000 Fahrzeuge gekommen, die sich durch die teilweise enge Durchgangsstraße quälen. An aktuellen Zahlen sei der Landesregierung scheinbar nicht gelegen, vermutete Voussem. Denn angesichts einer solchen Verkehrsbelastung sei eine Zählung als Planungsgrundlage unerlässlich.

Den rund 70 Anwohnern, die zu dem Gespräch in den Gemeindesaal hinter der Kirche gekommen waren, war klar, dass sich in absehbarer Zeit durch Baumaßnahmen nichts ändern lässt. Selbst wenn die Ortsumgehung es nach der Landtagswahl nach ganz oben auf der Prioritätenliste schaffen sollte, würden noch mindestens drei Jahre vergehen, bis das Projekt baureif wäre. Schon deshalb mahnte auch der stellvertretende Bürgermeister Walter von der Forst Eile an. Man müsse jetzt den Druck aufbauen, um frühzeitig Gehör zu finden.

Die Straße durch beide Orte sei nicht für eine solch intensive Verkehrsnutzung ausgelegt, betonte von der Forst. Auch die Kreuzung mit der L 19 am Ortsausgang in Richtung Golkrath sei durch den starken Verkehrsstrom auf der L 364 zunehmend zu einem Gefahrenbereich geworden, in dem es trotz Ampelanlage immer wieder zu schweren Unfällen komme.

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