Originale kehren ins Kloster zurück

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Erkelenz. Der Heimatverein der Erkelenzer Lande veranstaltet von Freitag, 8., bis Sonntag, 10. März, im ehemaligen Kreuzherrenkloster Hohenbusch eine wissenschaftliche Tagung, die für jedermann zugänglich ist.

Sie steht unter dem Motto „Wissenstradition zwischen Handschriften und Wiegendruck – Das Kreuzherrnkloster Hohenbusch an der Wende vom Spätmittelalter zur Frühen Neuzeit“. Ergänzend dazu werden im Herrenhaus originale Handschriften und sakrale Gegenstände aus dem ehemaligen Kreuzherrnkloster Hohenbusch gezeigt. Im Kontext zu den Handschriften zeigt der Monschauer Künstler Gerhard Mevissen Aquarelle, zu denen er durch die Handschriften inspiriert wurde.

Aus der Klosterbibliothek

Als im Jahre 1802 das Kloster Hohenbusch im Zuge der Säkularisierung aufgehoben wurde, ging im Erkelenzer Raum eine reiche Tradition zu Ende. 500 Jahre lang hatte der Kreuzherrenorden dort gelebt und sich mit seiner Arbeit in den Dienst der christlichen Lehre gestellt.

Hohenbusch diente dem Orden als Ausbildungskloster. Junge Männer, die sich entschieden hatten, ihr Leben in brüderlicher Gemeinschaft zu verbringen, kamen hierher, wurden unterwiesen und trugen von hier die Idee des Ordens in die Welt hinein, der in Spätmittelalter und früher Neuzeit in nahezu ganz Europa verbreitet war, im deutsch-niederländischen Grenzraum aber seine bedeutendsten Niederlassungen besaßen. Die einst an Handschriften und Wiegendrucken reiche Bibliothek des Klosters wurde nach dessen Auflösung in alle Winde verstreut. Ein großer Teil hat sich jedoch in der Erzbischöflichen Diözesan und Dombibliothek Köln erhalten.

Erstmals seit der Säkularisierung werden die Handschriften des Klosters Hohenbusch am Ort ihrer Entstehung gezeigt.

Sakrale Kunstgegenstände

Das Inventar des Klosters Hohenbusch ging nach der Auflösung zum größten Teil in Privatbesitz über. Nur von wenigen Gegenständen ist der heutige Aufbewahrungsort bekannt. So befinden sich die Orgel, die Kanzel und das Chorgestühl in der Reformierten Kirche in Linnich, der Beichtstuhl in der Kirche von Gerderath, die Statue der heiligen Odilia in Wockerath und die Madonna in Golkrath.

Liturgische Gegenstände wie Kelche oder Monstranzen sind nach wie vor in kirchlichem Gebrauch, so in der Pfarre St. Lambertus Erkelenz – in den Gemeinden in Golkrath und Oerath – und St. Dionysius Hückelhoven-Doveren, die sie als Exponate für die Ausstellung zur Verfügung gestellt haben.

Gerhard Mevissen stellt aus

Vor etwa fünf Jahren wurde der aus Heinsberg stammende Gerhard Mevissen von Professor Siegfried Schmidt in die Erzbischöfliche Diözesan- und Dombibliothek Köln eingeladen, um sich dort als Zeichner und Maler mit den mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Handschriften zu beschäftigen.

Entstanden ist daraus eine Ausstellung im Präsentationsbereich der Bibliothek sowie ein umfangreicher Ausstellungskatalog, in dem unter anderem ein Kapitel einer Sammelhandschrift aus dem Kreuzherrenkloster Hohenbusch gilt. Inzwischen hat Mevissen sich auch von anderen Büchern der ehemaligen Klosterbibliothek zu bildnerischen Arbeiten inspirieren lassen. Sie gelten dem mönchischen Leben: dem Mönch in der Zelle, dem Mönch, der studiert und sich mit seinen Ordensbrüdern über theologische Fragen verständigt.

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