Orgelkonzert im Selfkantdom: Gute Musik wird gut besucht

Von: Utz Schäzle
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Anja Hendrikx aus Aachen spielte virtuos an der Seifert-Orgel im Selfkantdom, einem Konzert des Euregio-Orgelfestival Limburg. Foto: Utz Schäzle

Heinsberg. Im Rahmen des Euregio-Orgelfestivals Limburg hat die Propsteigemeinde St. Gangolf und die Kulturgemeinde Heinsberg zu einem bemerkenswerten Orgelkonzert in den Selfkantdom eingeladen. Im Mittelpunkt stand die Organistin Anja Hendrikx aus Aachen.

Zum einem hörte man Orgelmusik von hoher Qualität, zum anderen hatte es für so ein Konzert einen hervorragenden Besuch. Die Organistin erwies sich als versierte Künstlerin mit einem guten Gespür für die Registrierung der Seifert-Orgel. Beeindruckend war die dynamische Vortragsweise der einzelnen verschiedenen Werke aus der Spätromantik, die von Richard Wagner über Felix Mendelssohn Bartholdy bis hin zu Franz Liszt reichten. Sehr selten hört man Orgelwerke von Richard Wagner in einer Transkription. Da der Komponist keine Sololiteratur für Orgel geschrieben hat, haben schon viele berühmte Musiker versucht den spezifischen Orchesterklang Wagners auf die Orgel zu übertragen.

Orgelmusik genießen

Die „Königin der Instrumente“ kann aber bekanntlich keinen Orchesterklang ersetzen, aber komponierte Orchestermusik kann von der Orgel sehr wohl hervorragend effektiv und interessant klingen.

Aus dem Tannhäuser das „Freudig begrüßen wir“ und aus Lohengrin das „Vorspiel“ fanden hier bei Anja Hendrikx eine ausdrucksvolle, differenzierte und technisch perfekte Ausgestaltung. Sie lud damit schon zu Konzertbeginn ein, mit ihr die Orgelmusik schlichtweg zu genießen.

Die viersätzige Sonate II c-Moll von Felix Mendelssohn Bartholdy ist ein prachtvolles Werk von großer musikalischer Substanz, und fand in der Interpretation auf der Seifert-Orgel von Sankt Gangolf einen beeindruckenden Hörgenuss. Eine umfangreiche Palette an Klangfarben, an Fülle und Wandlungsfähigkeit ließ die Zuhörer die Orgelmusik nicht nur puristisch, sondern in ihrer gesamten Vielfalt und packenden Lebendigkeit erleben.

1850 komponierte Franz Liszt in Weimar die Fantasie und Fuge über den Choral „Ad nos, ad salutarem undam“. Er verarbeitete in seiner halbstündig dauernden Komposition das Thema eines Chorals, der im ersten Akt von Giacomo Meyerbeers Oper „Der Prophet“ gesungen wird.

Wirkungsvolles Ende

In der Gangolfuskirche fand dieses Meisterwerk eine mustergültige Darstellung. Es war der Höhepunkt des Orgelkonzertes in dem die Organistin Anja Hendrikx nicht nur mit ihrer Fingerfertigkeit brillierte, sondern auch mit ihren farbigen Registrierungen überzeugte, um damit immer wieder beeindruckend die Melodie des Chorals besonders hervor zu heben.

Das Werk endete wirkungsvoll mit dem Cantus firmus im Pedal, und bei lebhafter Motorik in den Manualen auf Voll-Orgel. Stehende Ovationen waren der verdiente Lohn für ein rundum gelungenes Orgelkonzert.

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