„Organized Sax“: Große Erwartungen voll und ganz erfüllt

Von: Johannes Bindels
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Musiker und ihre Instrumente ergänzen sich hervorragend: Claudia Meures und Stefan Palm beim Konzert „Organized Sax“ im Selfkantdom St. Gangolf in Heinsberg. Foto: Johannes Bindels

Heinsberg. Die Erwartungen an das Konzert „Organized Sax – Musik für Orgel und Saxophon“ im Rahmen der Reihe Musik in St. Gangolf Heinsberg waren groß und wurden voll erfüllt. Das konnten die zahlreichen Zuhörer im gut gefüllten Selfkantdom belegen. In der Konstellation und erstmaligen Besetzung durch Stefan Palm an der Orgel und Claudia Meures am Tenorsaxophon kündigte Pfarrer René Mertens ein interessantes Programm an.

Der Beginn mit Johann Sebastian Bachs Sonate g-moll BWV 1020 (Bach-Werke Verzeichnis) kündigte ein Konzert mit klassischen Werken unter Beteiligung des Saxophons an. Nach den ersten Klängen war schon klar, dass die Arrangements für das in diesem Genre ungewöhnliche Instrument bestens gelungen waren.

Mit der wohlgeformten Organisation des Zusammenspiels von Orgel und Saxophon erschien letzteres Instrument zunächst wie ein erweiterter Teil der Orgel. In den drei Sätzen – Allegro, Adagio und Allegro – wurde schnell klar, dass im Miteinander des Spiels beide Instrumente ergänzend, gleichberechtigt oder einander verschmelzend im Duett agierten.

Das gelungene Zusammenspiel von Stefan Palm, Professor für Orgelliteraturspiel und Rektor der Hochschule für Kirchenmusik der Diözese Rottenburg-Stuttgart, und Claudia Meures, Absolventin des Sweelinck-Conservatoriums für klassisches Saxophon in Amsterdam und international anerkannte Gastmusikerin verschiedener Philharmonien in Leipzig, Bonn, Berlin und beim NDR Hamburg, zog sich durch alle nachfolgenden Beiträge. Mit der Prélude, Fugue et Variation von César Franck lud das tragende und raumfüllende Saxophonspiel zum Meditieren ein, einfühlsam begleitet durch das Orgelspiel.

Wie wirkmächtig das Orgelspiel sein kann, wurde beim Allegro vivace aus der 5. Symphonie für Orgel von Charles Marie Widor deutlich. Umso mehr war die Zurückhaltung des Orgelspiels und seine angemessene Unterstützung beim Zusammenspiel in den nachfolgenden Stücken zu achten. Allessandro Marcellos Konzert in d-moll belegte dies eindrucksvoll. Das Motiv aufnehmend und jeweils harmonisch begleitend oder eigenständig führend, war jedes Instrument zu jedem Zeitpunkt in der Lage.

Eine Bereicherung in diesen Arrangements für die Umsetzung der gespielten Werke auch der nächste Beitrag mit Gabriel Grovlez‘ Sarabande et Allegro. Hier belegte Claudia Meures ein kraftvolles Beispiel für voluminöses und tiefes Spiel mit dem Saxophon. Mit dem Werk Andante pastorale aus op. 98 von Joseph Rheinberger endete der klassische Part.

Mit dem Beitrag Humoresque aus Sonate 1 des noch lebenden Komponisten Denis Bédard und einer deutlich moderneren Variante endete ein bemerkenswertes Konzert zweier exzellenter Musiker. Mit diesem Konzert war der Kulturgemeinde und Propsteigemeinde Heinsberg wieder ein wichtiger, kultureller Betrag gelungen. Am dritten Adventssonntag um 18 Uhr folgt das nächste Programmangebot.

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