„Open-Air-Theater“: Antrag auf Fördergelder mit heißer Nadel gestrickt

Von: kalauz
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Die Arena soll auf dem Areal zwischen Schacht 3 und Millicher Halde entstehen. Foto: Stefan Klassen

Hückelhoven. Das musste jetzt mit der heißen Nadel gestrickt werden: Im Bauausschuss wurde grünes Licht für den Antrag auf Fördergelder für den Bau eines „Open-Air-Theaters“, so der vorläufige Arbeitstitel, auf dem Gelände von Schacht 3 gegeben. Er muss bis Ende der Woche bei der Bezirksregierung vorliegen. Wenn die Arena bis 2016/17 fertiggestellt ist, erhält die Stadt einen Zuschuss von 80 Prozent der Kosten.

Die Gesamtkosten des Projektes liegen bei rund sechs Millionen Euro. Geplant war das Projekt ohnehin – nur wollte man sich Zeit damit lassen. Jetzt also geht es ruckzuck.

Gedanken über einen neuen kulturellen Veranstaltungsort auf dem alten Zechengelände hatte man sich schon vor Jahren gemacht, es liegt bereits ein Masterplan des baulichen Entwurfes vor; seit September gibt es auch eine „Projektskizze“ der geplanten Arena. Auch eine Studie zur „ökonomischen Wirkung“ einer „Freilichtbühne Sophia-Jacoba-Open-Air“ liegt seit August auf dem Tisch. „Die positiven Aussagen dieser Analyse, die überzeugende Projektdarstellung und die Qualität des Entwurfes stießen bei den Sondierungsgesprächen im Wirtschaftsministerium und bei der Bezirksregierung Köln auf großes Interesse, was zur aktuell sehr kurzfristigen Förderchance führte“, sagte Bürgermeister Bernd Jansen.

Befürchtungen geäußert

Dass die Ausschussmitglieder jetzt so schnell zu einem Entschluss gedrängt wurden, hat verfahrenstechnische Gründe. Dabei geht es darum, an die Fördermittel zu kommen. Wichtiger war den Ausschussmitgliedern die Frage, was denn künftig inhaltlich in der Freiluftarena abgehen soll. Da gab es nämlich durchaus auch Befürchtungen, wie sie etwa Dieter Geitner (CDU) formulierte: „Das wird dann aber doch wohl nicht ein Wacken 2, oder?“ Bürgermeister Jansen konnte den Parteifreund beruhigen: „Mit einer Kapazität von 3500 Zuschauern kannst du Peter Maffay noch bezahlen. Nena schon nicht mehr.“

Im Übrigen werde man erst jetzt in die Detailplanung für die Arena einsteigen. Und dabei noch etliche Fragen zu klären haben: Ob die Bühne beweglich sein soll (Jansen: „Wir planen nicht nur Großveranstaltungen, sondern wollen auch unseren eigenen kulturellen Vereinen eine Auftrittsplattform bieten“), wie und wo die sanitären Anlagen und das Kassenhaus hingebaut werden sollen, wie das „Backstage- oder Bühnengebäude“ gestaltet werden soll; wie der Lärmschutz eingehalten werden kann; welche dauernden gastronomischen Angebote man bereithalten soll; aber auch, wie die landschaftsgestalterische Anbindung an die Innenstadt aussehen soll.

„Die Freilichtkonzertarena soll ein Anziehungspunkt zwischen dem Einzugsgebiet der Städte Köln, Düsseldorf, Aachen und Roermond werden“, sagte der Technische Beigeordnete Dr. Achim Ortmanns. Er betonte das deshalb, weil „die Zuschussmittel an eine Förderung des Tourismus gebunden sind“. Natürlich verspreche man sich durch die Arena positive Auswirkungen „auf die gesamte Innenstadt, die Gastronomie und die Geschäftswelt in Hückelhoven“.

Wenn die Fördermittel bewilligt werden, soll im Frühjahr mit dem Bau begonnen werden. Ob das mit den Bauarbeiten für die L 117n in Einklang zu bringen sei? „Wir entwickeln die Sache. Darin haben wir Erfahrung“, antwortete der Bürgermeister. Auf alle Fälle bereitet man sich darauf vor, im Haushalt 1,2 Millionen Euro für die neue Arena einzuplanen.

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