Hückelhoven - Opelmuseum: Winkende Blinker, blitzende Bleche

Opelmuseum: Winkende Blinker, blitzende Bleche

Von: Mirja Ibsen
Letzte Aktualisierung:
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Im Opelmuseum in Hückelhoven sind diverse Schätze der Marke zu bestaunen.
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Alles Opel: Elisabeth und Helmut Zurkaulen fahren nur Opel. In den Urlaub fahren sie auch heute noch mit ihrem Opel-Blitz Baujahr 1948.

Hückelhoven. Dieses Museum hat keine Absperrgitter, keine Berühren-verboten-Schilder, keine Museumswärter, keine Schaukästen. Zugegeben, so ein ausgewachsener Opel passt auch schlecht in eine Vitrine.

Aber was macht ein Museum eigentlich zum Museum? Helmut Zurkaulen hat sich erkundigt, bevor er sein Opelmuseum eröffnete. Darf er es Museum nennen? Und darf er es Opelmuseum nennen?

Er darf. Es gibt zwar eine Definition des Deutschen Museumsbundes, die besagt, dass das Sammeln, Bewahren, Forschen, Ausstellen und Vermitteln die Kernaufgaben eines Museums sind. Der Begriff Museum ist in Deutschland aber nicht geschützt.

Auch wenn dieses kleine private Museum in Hückelhoven vielleicht nicht ganz den Forderungen des International Council of Museums (ICOM) entspricht, indem es „eine gemeinnützige, ständige, der Öffentlichkeit zugängliche Einrichtung“ ist, so ist es dennoch ein Ort, der „Zeugnisse der Menschen und ihrer Umwelt zu Studien-, Bildungs- und Unterhaltungszwecken bewahrt... “.

Vor allem die Unterhaltung kommt nicht zu kurz. Wer das Museum in der ehemaligen Textilfabrik Schwarz besichtigen will, muss schließlich vorher die Nummer von Helmut Zurkaulen wählen und einen Termin vereinbaren, dabei kann man schon mal ins Plaudern geraten. Über Batterieladegeräte im Sonderangebot, die Ersatzteiljagd im Osten und Ausfahrten ins Grüne.

Ja, Ausfahrten. Jeder der 14 Wagen, die der Familie Zurkaulen privat gehören, ist einsatzbereit. Naja, fast jeder. Die Batterie des Opel Kapitän macht gerade ein wenig schlapp und muss geladen werden – mit dem neuen Batterieladegerät.

Normalerweise würde er ihn jetzt fahren. „Denn zum Fahren sind sie schließlich da“, sagt Zurkaulen. Und dass sie fahren können, dafür sorgt er selbst. Er ist nämlich nicht nur Museumsleiter, Kurator und Hausmeister in einer Person, sondern auch Restaurator. Wie die Opel-Motoren funktionieren, das hat er bei seinem Vater gelernt. Der war Kfz-Mechaniker und hatte ein Transportunternehmen.

Und schon der fuhr Opel, und zwar den Blitz. „Da war immer mal etwas kaputt“, sagt Helmut Zurkaulen, und so lernte er, wie er die Lkw-Motoren wieder flott machen konnte. Damals begann auch seine Leidenschaft für Opel.

Im Jahr 1988 kaufte er sich seinen ersten Opel Blitz und begann mit dem Restaurieren. An dem Opel Admiral Cabrio, das er 1994 erwarb, arbeitete er zehn Jahre, bis er wieder im Originalzustand war. Nur den Scheibenwischern hat er einen eigenen Antrieb verpasst, damit sie bei Regen ein bisschen flotter wischen.

Der Richtungsweiser klappt aber immer noch ganz klassisch zur Seite raus. Der Opel-Blitz-Wohnwagen aus dem Jahr 1948 winkt mit seinem „Blinker“, wenn er um die Ecke fährt. Die Zurkaulens fahren mit ihren Autos aber nicht nur zu Oldtimertreffen, sondern auch in den Urlaub.

Zu sehen sind die Schmuckstücke aus den Reihen Kadett, Olympia, Blitz, Kapitän und Admiral, wenn die Zurkaulens Zeit haben. Öffnungszeiten gibt es keine. Das ist auch ein Grund, warum das Museum keine Zuschüsse von der Kommune oder vom Land erhält. „Das ist ein Hobby und das soll es auch bleiben“, sagt Elisabeth Zurkaulen.

Dafür verlangen sie auch keinen Eintritt, wenn sie Neugierige ein wenig Nostalgie in ihrer Museumshalle schnuppern lassen. Wenn jemand doch etwas gibt? „Dann trage ich es zur Hückelhovener Tafel“, sagt Elisabeth Zurkaulen, die nicht nur ein Herz für Oldtimerfans, historische Kleider und schicke Hüte hat.

Das Unternehmen in Rüsselsheim freut sich übrigens darüber, dass Zurkaulen sein Opelmuseum Opelmuseum nennt. „Es ist schön für uns, wenn jemand die Historie des Unternehmens pflegt“, sagt Uwe Mertin, Manager von Opel Classic.

Denn Opel ist zwar in vielen Fahrzeug- und Oldtimer-Museen vertreten, auf Opel-Fahrzeuge spezialisiert haben sich aber nur drei Museen in Deutschland: das Opelmuseum Rüsselsheim, das Opelmuseum in Herne und das Opelmuseum Hückelhoven.

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