Hückelhoven - „Online City“: Die lokale Wirtschaft ans Netz bringen

„Online City“: Die lokale Wirtschaft ans Netz bringen

Von: Ingo Kalauz
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Viele große Firmen lassen sich derzeit in Hückelhoven nieder. Aber wie stärk man kleine Gewerbebetriebe, Handwerker und Einzelhändler? Vielleich mit dem Projekt „Online City“. Die Plattform läuft in Wuppertal bereits erfolgreich. Foto: stock

Hückelhoven. Die Zahl der namhaften Neuansiedlungen in Hückelhoven kann sich sehen lassen: Lidl hat eine nagelneue Filiale aufgemacht, Aldi und Edeka haben vor nicht allzu langer Zeit eröffnet, Decathlon sorgt seit kurzem unter dem Förderturm für eine bisher nicht bekannte sportliche Note.

Schließlich hat der Online-Händler Jago im Industriepark Rurtal nicht weit von der ehemaligen Kohlewäsche Richtfest gefeiert. 800 Arbeitsplätze sollen dort entstehen. Große Namen, die ihre Produkte auch im Internet anbieten und bewerben. Alles in Butter also im neuen Mittelzentrum Hückelhoven?

Vielleicht doch nicht so ganz: „Es gilt, zunehmend das Augenmerk darauf zu richten, wie kleinere Unternehmen, Handwerker, Einzelhändler, kleinere Gewerbe im Stadtgebiet gehalten werden können“, sagte Brigitte Brenner für die Fraktion Die Grünen in ihrer Rede zum städtischen Haushalt 2016.

„Die Fragen beginnen bei der Akzeptanz der Standorte dieser Gewerbe, der Unterstützung, des Erhaltens und gehen weiter, wenn man sieht, wie der Online-Handel boomt und die Stadt immer noch keinen Weg gefunden hat, hier zusammen mit dem Gewerbe aktiv diese Art der Produkt- und Dienstleistungsbewerbung für sich zu nutzen.“ Sie empfahl den Verantwortlichen in Hückelhoven, sich das Online-Projekt in Wuppertal anzuschauen, durch das die Händler gestärkt werden sollen.

Dort hat die städtische Entwicklungsgesellschaft zusammen mit einem Innovationsberater den lokalen Onlinemarktplatz „Onlinecity Wuppertal“ als Pilotprojekt der Nationalen Stadtentwicklungspolitik des Bundes, das durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit mit 115.000 Euro gefördert wird, entwickelt. Händler in der Stadt, die im Gegensatz zu den großen Anbietern keine eigene Homepage haben, können dort ihre Produkte sowohl bewerben und verkaufen, als auch ihren Warenbestand mit „Onlinecity“ verknüpfen.

Ziel des Projektes ist es, den scheinbar unüberwindlichen Graben zwischen Online- und Offline-Handel zu schließen und besonders die Chancen des elektronischen Handels und der Online-Kommunikation für eine attraktive und lebendige Einkaufsstadt in den Vordergrund zu stellen.

Nach neun Monaten Startphase ziehen die Verantwortlichen in Wuppertal ein positives Fazit des Konzeptes der „Onlinecity“: Viele der teilnehmenden Händler verzeichnen einen deutlichen Umsatzanstieg. Und die Wuppertaler Initiative macht Schule: Bei einem Kongress informierten sich rund 150 Vertreter anderer Kommunen über „Onlinecity“.

Es wäre, glaubt jedenfalls Brigitte Brenner von den Grünen, auch ein sinnvolles Konzept für Hückelhoven: „Auch bei uns ist die Gefahr gegeben, dass die kleineren Gewerbetreibenden und Ausbildungsbetriebe ihrer Existenz beraubt werden, wenn sie keine geeigneten Strategien und Antworten auf die Konkurrenz des Online-Handels finden.“ Die Stadt, meint sie, sei mit kreativen Maßnahmen und Konzepten gefragt, „damit aus dem Online-Handel für Hückelhoven keine noch weitreichendere Bedrohung sondern eine Chance wird“.

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