Oktoberfest wird jedes Jahr etwas größer gefeiert

Von: Anna Petra Thomas
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Die „Blechblos´n steckten mit ihrer super guten Stimmung, die sie vom Münchener Oktoberfest und von den Stuttgarter Wasen mitgebracht hatten, auch ihr Publikum in Haaren direkt an. Foto: Anna Petra Thomas

Waldfeucht-Haaren. Wenn sich die bunte Lichterkette durchs Dorf zieht und von den Laternenmasten die blau-weißen Fähnchen wehen, dann ist Haaren wieder gerüstet zu seinem Oktoberfest. Und wer gedacht hatte, der Rekord vom 50-Jährigen im Vorjahr sei dieses Mal nicht mehr zu toppen, wurde schon zum Auftakt eines Besseren belehrt.

Erneut war das riesige Zelt vergrößert worden, ebenso wie der große Kirmesmarkt vor dem Zelt. Die gelungene Biergarten-Premiere vom Vorjahr zeigte in diesem Jahr ebenfalls mehr Potenzial, mehr noch hatte der Biergarten erstmals eine Bühne mit eigenem Programm, das Oktoberfest vor dem Fest im Zelt sozusagen. So „brummte“ es schon am ersten Abend ganz mächtig in Haaren, sowohl drinnen als auch draußen.

Für Stimmung von Anfang an sorgten auch in diesem Jahr wieder die „Blechblos‘n. Mehr als zwei Wochen lang hatten sie sich im Weinzelt des Münchener Oktoberfests warm gespielt. Nach einem kurzen Zwischenstopp im Fürstenbergzelt auf der Stuttgarter Wasen brachten sie das Zelt an der Haarener Windmühle zum Beben. Mit bayrischer Blasmusik zogen sie ins Festzelt ein, legten an der Theke „Pölert“ eine stimmungsvolle Trinkpause ein und mischten sich dann musizierend unters Publikum, bevor sie die Bühne für sich eroberten.

Moderator Roland Schleifer war da noch ganz in München, als er das Publikum gegen 21 Uhr zwecks „Stimmungsüberprüfung“ am „heutigen Nachmittag“ begrüßte. „Servus Männer! Servus Weiber!“, rief er durchs Zelt. „Wir haben grad‘ 16 Tage Wiesn hinter uns, und wir haben einen gewaltigen Durst.“ Er prostete aufs Volk und schob einen Spruch von Karl Valentin hinterher: „Saufts ned so vui, trinkts liaba a Bier!“ Erneut alle Rekorde brechen werde auch das 51. Haarener Oktoberfest, erklärte Festkomitee-Präsident Dr. Gotthard Kirchner zur offiziellen Eröffnung. Das gelte auch für den friedlichen Verlauf des Festes. „Auch daran wollen wir dieses Mal wieder anschließen“. Das klappte nicht so ganz, meldete die Polizei doch für die erste Oktoberfest-Nacht Streitigkeiten und Körperverletzungen. Dabei waren auch in diesem Jahr Sicherheitskräfte en masse im Einsatz, nicht nur auf dem Außengelände, sondern auch im großen Festzelt.

Für die Ankündigung, dass das Feuerwerk zum Abschluss des goldenen Oktoberfestes im vergangenen Jahr künftig zur Tradition werden solle, erntete Kirchner großen Beifall, ebenso für die Einladung der Nachbarschaft. Man wisse um die Unannehmlichkeiten, „wenn sich einige Vagabunden nach der Feier nicht bremsen können“.Kirchner begrüßte zahlreiche Ehrengäste des Abends, darunter Landrat Stephan Pusch, der zum Auftakt des Oktoberfestes seinen Geburtstag feierte.

Den Applaus des Abends schlechthin gedachte das Publikum aber wie immer Alt-Bürgermeister Hans Naber zu, der es sich auch mit seinen 96 Jahren nicht nehmen ließ, schon zum Auftakt dabei zu sein.

Vor dem Anzapfen des symbolischen Fässchens auf der Bühne, musikalisch begleitet auch von Trommler- und Pfeifercorps sowie vom Musikverein, überraschten August Kirchner und sein Sohn Gotthard das Wirtsehepaar Willi und Gerda Schellartz nicht nur mit Urkunde und Blumen, sondern auch mit der silbern glänzenden Brezel aus Weißgold, sorgen sie doch seit 25 Jahren auf dem Oktoberfest dafür, dass das Bier in Strömen in die Krüge fließt. Beide seien eine „gigantische Unterstützung“ für das Festkomitee, so Dr. Gotthard Kirchner. „Sie gehören zu den Pfeilern unseres Erfolges.“

Danach übernahmen die musikalischen Stimmungsmacher wieder das Programm. Sie begeisterten dabei nicht nur mit typisch bayrischer Blasmusik, sondern auch mit Rockklassikern und den aktuellen Hits der Charts. Mit viel Show brachten sie Stimmung und Bewegung ins Publikum, mit ihrer bekannten Bob-Nummer, aber auch verkleidet im Dirndl oder mit Schürze, Lockenwicklern und Staubwedel als Putzfrauen.

Draußen vor dem Zelt heizten derweil Ina Colada und Markus Becker die Stimmung an, sodass auch hier niemand frieren musste. Neben bayrischen Schmankerln blieb hier draußen ob der Vielfalt des Angebots kein Essenswunsch offen. Nervenkitzel-Liebhaber zog‘s auf die Riesenschaukel oder auf die Achterbahn.

Wer von einem Abend nicht genug hatte, konnte am zweiten Oktoberfest-Abend mit den „Blechblos‘n“ weiterfeiern. Auf der Außenbühne war Oliver Herren zu Gast. Der gestrige Sonntag war auch in diesem Jahr bei freiem Eintritt der Familientag des Oktoberfestes. Erstmals bot das Festkomitee auch für diesen Tag einen Shuttle-Service mit dem Bus an.

Den musikalischen Frühschoppen im Festzelt begleiteten wie in den Vorjahren die „Wülfershäuser“. Am Nachmittag griffen dann noch einmal die Blechblos‘n zu ihren Instrumenten. Sie bliesen zum Finale mit dem versprochenen großen Feuerwerk zum Abschluss.

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