Oberbruchs „Glanzstücke“ sollen nicht in Vergessenheit geraten

Von: Anna Petra Thomas
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Peter Maaßen (l.) und Silke Esser mit dem Entwurf für das Plakat des Projekts „Vergessen? Glanzstücke der Erinnerung!“, das sie in den Herbstferien umsetzen wollen. Foto: anna
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Eine Ansicht aus früheren Zeiten: die Glanzstoff-Fabriken in Oberbruch. Foto: BizzPark

Heinsberg-Oberbruch. Zuerst wurden aus der 1891 gegründeten Glühlampenfabrik die Glanzstoff-Fabriken. Über Enka-Glanzstoff entwickelte sich der Industriestandort Oberbruch weiter zu Enka, Akzo, Akzo Nobel und Acordis zum Industriepark Oberbruch und schließlich zum heutigen „BizzPark“ – eine lange Geschichte, nicht nur für die „Ureinwohner“ von Oberbruch und Umgebung.

Auch viele Menschen aus anderen europäischen Ländern sind im vergangenen Jahrhundert nach Oberbruch gekommen, um hier zu arbeiten und zu leben. Kinder und Jugendliche für diese Geschichte zu interessieren, haben sich Peter Maaßen, Mitarbeiter des Heinsberger Jugendamtes, die Oberbrucher Schulsozialarbeiterin Silke Esser und Angela Simon vom evangelischen Jugendheim „Oase“ in Oberbruch vorgenommen.

„Vergessen? Glanzstücke der Erinnerung!“, heißt das Projekt, das sie in den Herbstferien umsetzen wollen und bei dem sie finanziell vom „Kulturrucksack NRW“ unterstützt werden. Dessen Ziel sind spannende, altersgemäße und zugleich bezahlbare kulturelle Angebote für Kinder und Jugendliche.

„Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 14 Jahren sollen in diesem Projekt kreativ die Bedeutung des Industriestandorts Oberbruch recherchieren, analysieren und schließlich auch dokumentieren“, sagt Maaßen. Wichtige Themenschwerpunkte sollen die Arbeits- und Lebenswelt der Menschen, die Migration und die Stadtentwicklung sein.

Praktische Arbeit

Einstieg in die Arbeit wird ein Besuch des „BizzParks“ und der Wohnquartiere in Oberbruch gemeinsam mit Gästeführerin Therese Wasch sein, die allen Teilnehmern einen ersten Einblick in die Historie gibt. Danach soll die praktische Arbeit in unterschiedlichen Workshops weitergehen. Dabei stehen auch der Umgang mit Diktafon, Foto- und Videokamera auf dem Programm, ebenso eine Einführung in Interviewtechnik, Text- und Fotoarbeiten sowie die Möglichkeiten der Darstellung aller gesammelten Informationen bis hin zur Schaffung einer kleinen Wanderausstellung.

In der Vorbereitung des Projekts sehr eng kooperiert haben Peter Maaßen, Silke Esser und Angela Simon mit dem ehemaligen Alliander-Vorstand Jakob Wöllenweber, der sich persönlich im Förderverein „Industriepark Oberbruch“ engagiert. Dieser hat den Aufbau eines Dokumentationszentrums zum Ziel. „Davon könnte die Arbeit der Kinder und Jugendlichen in den kommenden Herbstferien ein Baustein werden“, sagt Maaßen.

Spiel und Spaß inklusive

Unterstützt wird das Team zudem daher auch von den Beratern Dr. Marc Engels und Alexander Faridi aus Köln, die sich auf die Historie von Technik spezialisiert haben.

Neben dieser Arbeit mit der Geschichte des Industriestandorts sollen natürlich während der beiden Ferienwochen auch Spiel und Spaß nicht zu kurz kommen. „Fühlen, schmecken, erleben“, nennt das Silke Esser. So sind im Themenbereich Migration etwa auch gemeinsame Kocherlebnisse geplant. Portugiesische oder griechische Spezialitäten sollen gemeinsam zubereitet und auch zusammen aufgegessen werden. Überhaupt ist für die Verpflegung der Teilnehmer während der Teilnahme am Projekt natürlich gesorgt.

Für alles dies sucht das Projektteam noch Unterstützung, vor allem Zeitzeugen, die lange Zeit im „BizzPark“ gearbeitet haben und sich noch weit zurück erinnern können. „Schön wäre natürlich auch, wenn Zeitzeugen noch Glanzstücke aus alten Zeiten hätten, etwa in Form von alten Fotos oder Dokumenten“, erklärt Maaßen. „Und vielleicht hat ja auch noch jemand den alten Koffer auf dem Dachboden, mit dem er einmal von weit her nach Oberbruch gekommen ist…“

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