Oberbruch: Freibadretter zuversichtlich, aber wortkarg

Von: Rainer Herwartz
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So sieht er aus, der Traum der Kirchhovener, die sich für den Erhalt ihres Freibades einsetzen: Strahlender Sonnenschein und ein riesiger Pool, der zum Schwimmen und Tollen einlädt.

Heinsberg-Kirchhoven. Bis Ende November, spätestens jedoch Anfang Dezember wolle die Oberbrucher Wurmbad-Initiative der Stadt Heinsberg ein tragbares Konzept für den Erhalt des Oberbrucher Freibades und den Betrieb als Bürgerbad vorlegen. Das bestätigte Freitag der erste Beigeordnete der Stadt, Jakob Gerards.

Josef Füßer, der diesen Vorsatz als Sprecher der Initiative schon Ende September gegenüber unserer Zeitung äußerte, habe ihm dies erst vor wenigen Tagen in einem Gespräch zugesagt. Noch sei das Konzept allerdings nicht vorgelegt worden.

Ob auch die Kirchhovener ein Konzept für den Erhalt ihres Freibades bis zum Jahresende unterbreiten können, steht derzeit noch nicht fest, wie Laury Hubert, ein Vertreter der dortigen Bürgerinitiative, auf Nachfrage erklärte. „Wenn dies nicht erfolgt, wird es sicherlich schwierig sein, die rechtzeitige Öffnung des Freibades sicherzustellen, weil die Ehrenamtler einer gewissen Einarbeitung bedürfen“, glaubt Gerards.

„Die Arbeit der IG Freibad Kirchhoven, die sich für den Erhalt des Freibades in Kirchhoven einsetzt, schreitet voran. Nach Wochen gespannten Wartens liegt nun das bei einem Diplom Ingenieur in Auftrag gegebene Gutachten zum Zustand des Freibades Kirchhoven vor. Die Ausführungen des auf Schwimmbadtechnik spezialisierten Diplom-Ingenieurs stellen den Freibadrettern aus Kirchhoven, Lieck, Karken, Kempen und Heinsberg eine reelle Chance in Aussicht, das Kirchhovener Freibad als Bürgerbad fortführen zu können.“

Das ließ die Kirchhovener Bürgerinitiative unlängst in einer Pressemitteilung verlauten. Konkret nachgehakt, erklärt Hubert: „Der Diplom-Ingenieur Fred Lenzen hat alle Bereiche der Anlage besichtigt. Herr Lenzen ist uns von mehreren Bürgerbädern, mit denen er bereits zusammengearbeitet hat, empfohlen worden und verfügt daher über entsprechende Erfahrung. Die bauliche Infrastruktur ist von einheitlichem Alter, ein grundlegender Sanierungsbedarf in der gesamten Anlage ist nicht festgestellt worden. Wie aus dem Strategiekonzept der Firma Altenburg ersichtlich ist, wurde der Sanitärbereich bei den kontinuierlichen Instandsetzungsmaßnahmen durch die Stadt nicht berücksichtigt, so dass hier ein höherer Kostenaufwand vorliegt. Das Bad wurde 2002 technisch saniert.“

Zur Erinnerung: Laut städtischem Bädergutachten liegt der Erhaltungsaufwand in Kirchhoven doppelt so hoch wie in Oberbruch. In einem Zehnjahreszeitraum seien hier laut Gutachten 2,041 Millionen Euro veranschlagt worden, wohingegen der Sanierungsbedarf in Oberbruch Kosten in Höhe von 1,238 Millionen Euro verursache.

Auf die Frage, ob sich durch das neuerliche Gutachten hier auch ein neues, verändertes Bild ergibt, bleibt Hubert die Antwort schuldig. Erst nach der Gründung eines Vereins zum Erhalt des Kirchhovener Freibades, die für den 28. November vorgesehen ist, werde sich der neue Vereinsvorstand dann dazu äußern.

Obwohl Hubert selbstbewusst davon ausgeht, dass er in der Vereinsführung eine tragende Rolle spielen werde, lässt er sich dennoch nichts entlocken. Nur so viel: „Die benötigten Geldmittel werden sich aus mehreren Töpfen zusammensetzen. Ein Großteil entstammt aus den Mitgliedsbeiträgen des Fördervereins. Selbstverständlich kommt das Bürgerbad aber nicht ohne Fremdmittel unterschiedlicher Herkunft aus. Entsprechende Fremdmittel müssen daher zur Verfügung gestellt werden. Dieser Aspekt wird über den zu gründenden Förderverein geregelt. Planungen und Gespräche in dieser Hinsicht sind im Gange und werden durch die IG konsequent verfolgt.“

Ob ein zeitlicher Aufwand für eventuell nötige Sanierungsarbeiten genannt worden sei? „Der zeitliche Rahmen für die nötigen Arbeiten ist nicht von erheblicher Relevanz. Sollte eine Zustimmung des Projekts durch den Stadtrat erfolgen, kann von einer Öffnung im Jahr 2016 ausgegangen werden“, erklärt Hubert.

Bisher sollen über 300 Bürger ihre Bereitschaft zu einer Fördervereinsmitgliedschaft oder zur Mitarbeit erklärt haben. Ob es schon ein Konzept über den Personaleinsatz gebe? „Ein Konzept über den Einsatz ehrenamtlicher Helfer wird derzeit ausgearbeitet. Wie jedes Bürgerbad wäre auch ein Bürgerbad in Kirchhoven auf die großzügige Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger angewiesen. Eine positive Entwicklung in diesem Aspekt hat sich deutlich abgezeichnet.“

Und wie sieht es mit eventuellen Maßnahmen zur einer Attraktivitätssteigerung des Freibades aus? Gibt es hier vielleicht schon Ideen? „Ja, mit der Aufbereitung der Ideen zur Attraktivitätssteigerung ist eine Arbeitsgruppe beschäftigt.“ Beispiele nennt Hubert jedoch nicht.

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