Oberbruch: Bei Abriss der Festhalle droht Aufruhr

Von: Rainer Herwartz
Letzte Aktualisierung:
7108526.jpg
Sollte dieses Bild Wirklichkeit werden und der Abrissbagger an der Festhalle in Oberbruch anrücken, dürfte sich in der Bevölkerung ein Proteststurm entfachen. Foto/Montage: Herwartz/Herfs

Heinsberg-Oberbruch. Die Volksseele brodelt in Oberbruch. Seitdem Ende Dezember letzten Jahres unsere Zeitung auf die prekäre Situation und unbestimmte Zukunft der Festhalle hingewiesen hatte, schießen die Gerüchte ins Kraut und das Vertrauen zur Verwaltung der Stadt wird auf eine harte Probe gestellt.

Für Ortsvorsteher und CDU-Mitglied Wilhelm Schmitz ist die Stimmungslage eindeutig: „Sie geht ohne Wenn und Aber in Richtung eines Erhalts der Festhalle. Ich bin fest davon überzeugt, wenn sich herausstellen sollte, dass die Festhalle weichen muss, kommt es in Oberbruch zu einem Aufruhr.“ Wenn er mit dem Fahrrad durch den Ort unterwegs sei und von den Bürgern angesprochen werde, sei die Festhalle stets das beherrschende Thema.

Auch Ratsherr Schmitz hegt so seine Zweifel im Hinblick auf gemachte Aussagen der Verwaltungsspitze.„Wir haben alle zum Bestand der Halle notwendigen Instandhaltungsmaßnahmen vorgenommen, das ist Fakt“, hatten Bürgermeister Wolfgang Dieder und sein Vize Jakob Gerards im Dezember verlauten lassen. Doch genau das stellen viele Oberbrucher in Frage.

Die entstandenen Sanierungskosten in Höhe von mindestens 1,8 Millionen Euro, die sich unter anderem durch Brandschutzmaßnahmen von circa 150.000 Euro, eine Dachabdichtung und Blitzschutzmaßnahmen für 250.000 Euro, die Erneuerung der Sanitäranlagen für 250.000 Euro, die Elektroanlagen für etwa 300.000 Euro und die Raumlufttechnik für 600.000 Euro ergeben, könnten nicht quasi über Nacht entstanden sein, bemängeln sie.

„Das sind Sünden der Vergangenheit“, sagt denn auch Wilhelm Schmitz. Seine „persönliche Meinung“ sei, dass all die Dinge, die angeblich erledigt worden seien, „in Wahrheit nicht gemacht wurden“. Und mit dieser Vermutung steht er offenbar nicht alleine da, wenn man die Gespräche auf den Straßen oder im Kiosk verfolgt.

„Durch das Dach der Festhalle hat es schon vor Jahren durchgeregnet. Ich weiß nicht, wie oft ich den Bürgermeister schon darauf angesprochen habe, aber es tut sich nichts“, so Schmitz. Das bestätigt übrigens auch sein Oberbrucher CDU-Ratskollege Helmut Frenken, der nach eigener Aussage ebenfalls „seit Jahren“ für die Dachsanierung kämpft.

Obwohl Schmitz sich gleich bemüht, darauf hinzuweisen, dass er eigentlich ein gutes Verhältnis zum Bürgermeister pflege, kann er nicht umhin, den Finger auch noch in einige andere Wunden zu legen. „Schauen Sie sich doch mal die Toiletten am Sportstadion an – katastrophal.“

Auch der Zustand der Boos-Fremery-Straße ist ihm ein Dorn im Auge. „Es gibt keine Hauptstraße im Stadtgebiet Heinsberg, die in einem so schlechten Zustand ist wie die Boos-Fremery-Straße. Die Straße zwischen Herb und Uetterath ist für etwa eine Million Euro restauriert worden, hat aber nicht einmal fünf Prozent des Verkehrsaufkommens der Boos-Fremery-Straße.“ Das Argument der Stadtoberen, die Oberbrucher Straße sei halt nicht im Landesförderprogramm enthalten, liegt ihm dabei schwer im Magen.

Mit Wehmut erinnert sich Schmitz da noch an die glorreichen Oberbrucher Tage vor der kommunalen Neugliederung. „Oberbruch war bis 1972 durch Akzo eine der reichsten Gemeinden im Regierungsbezirk Aachen.“ Sportplatz, Schwimmbad und eben die Festhalle seien damals entstanden. Vergangene Zeiten.

Dies weiß natürlich auch Helmut Frenken: „Dass die Kommune das heute alleine nicht stemmen kann, ist klar“, sagt er. „Ohne Investoren geht es nicht.“ Doch in diesem Punkt habe sich noch nichts konkretisiert, erklärte Jakob Gerards am Mittwoch auf Nachfrage. Auch ein neuer Pächter der Festhalle sei derzeit nicht in Sicht. Zwar sei ein möglicher Investor dabei, ein paar Pläne zu entwickeln. Doch das Ergebnis sei völlig offen – vom Umbau bis zum Abbruch sei da alles denkbar.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert