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Nicht jeder Karnevalist sieht das Rauchverbot gelassen

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Brauchtum, Bier und Tabak: Das allgemeine Rauchverbot gilt seit Mai 2013 auch für Zelt- oder Saalveranstaltungen.

Erkelenz/Hückelhoven. Das Rauchverbot hat bei seiner Einführung für einige Diskussionen gesorgt. Von Kneipensterben und dem Aus für Festveranstaltungen war die Rede. Auch dem Saalkarneval wurde eine düstere Zukunft vorhergesagt, sobald nicht mehr mit Glimmstängel im Mundwinkel geschunkelt werden dürfte.

Ist das große abendliche Spaßsterben tatsächlich eingetreten? Hat es schon die ersten Galas vor leeren Sitzreihen gegeben? Werden sich die Vortragskünstler in Zukunft warm anziehen müssen, weil sie dem Publikum auf ein Zigarettchen vor die Tür folgen müssen? Ganz so dramatisch scheint es nicht zu sein, wenn man bei den Karnevalsgesellschaften nachfragt.

Bei der EKG in Erkelenz sieht man das Thema emotionsfrei. Schatzmeister Reiner Tetz sieht kein Problem im rauchfreien Saalkarneval, und er wäre ob seines Amtes sicher der Erste, der laut um Hilfe rufen würde, sobald die Kasse nicht stimmt. Der Vorverkauf für die EKG-Sitzungen laufe jedoch wie gewohnt und zeige durch das Rauchverbot keinerlei Beeinträchtigungen.

Auch der erste stellvertretende Vorsitzende und Literat der EKG, Helmut Jopen, sieht es eher gelassen. „Es wird zu einer gewissen Unruhe kommen“, vermutet er. „Es wird Wanderungen vor die Tür geben und einige Künstler werden, wenn sie Pech haben, vor einem halbleeren Saal auftreten.“ Doch davor sei man im Karneval mit oder ohne Rauchverbot nie gefeit. Selbst bei der Herrensitzung, einer „klassischen Rauchersitzung“ seien keine Besuchereinbrüche zu erwarten.

Ähnliches weiß auch Helmut Bergrath zu vermelden. Mit dem Besuch der Galasitzung im November zeigt sich der Vorsitzende der Ratheimer Karnevalsgesellschaft „All onger eene Hoot“ sehr zufrieden. „Die Leute waren diszipliniert und haben sich an das Rauchverbot gehalten“, erklärt er. Eine Störung der Sitzung durch „Völkerwanderungen“ zu den Rauchertreffpunkten habe er auch nicht beobachten können. Auch mit dem Vorverkauf für die beiden Damensitzungen am 1. und 2. Februar ist man in Ratheim zufrieden.

Kritisch sieht Heinz Dohmen das Rauchverbot. „Gerade bei den teuren Sitzungen rechne ich mit weniger Besuchern“, betont der Betreiber der Hilfarther Traditionsgaststätte. „Viele Leute feiern jetzt lieber zu Hause, weil sie da rauchen können.“ Schon bei der Silvesterveranstaltung zählte er rund zehn Prozent weniger Besucher als im Vorjahr. Eine gewisse Unruhe sei auch während der Vorträge zu erwarten, befürchtet der Gastronom.

Wer beim namhaften Bühnengast aus dem Kölner Karneval noch sitzen bleibt, geht dann spätestens, wenn die Tanzgarde aus dem eigenen Ort auftritt. Einer ziehe am Ende immer den Kürzeren. Allerdings müsse man abwarten, wie die erste Session ohne blauen Dunst verläuft. Denn das Rauchverbot gilt ja erst seit dem vergangenen Frühjahr. Und bislang war der Winter warm genug. Sollten sich die Temperaturen verschlechtern, bleibt abzuwarten, wie groß dann das Stehvermögen der Raucher ist...

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