Neujahrskonzert: Mit moderner Technik und großen Tönen

Von: Utz Schäzle
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Genuss für die Zuhörer: Der Instrumentalverein Karken bot ein stimmungsvolles musikalisches Erlebnis beim Neujahrskonzert. Foto: Utz Schäzle

Heinsberg-Oberbruch. Für ein immer größer werdendes musikbegeistertes Publikum von nah und fern zählt das Neujahrskonzert des Instrumentalvereins Karken und der Harmonie Concordia Melick zu einem liebgewonnenen kulturellen Pflichttermin. Im vertrauten Ambiente der Festhalle Oberbruch verstehen es beide Blasorchester jedes Jahr aufs Neue, ihr Publikum mit Werken aus Klassik, Romantik und Moderne zu überraschen, welche man im ersten Augenblick eher im Programm eines klassischen Symphonieorchesters als bei einem Blasmusikkonzert vermuten würde.

Festlich und kurzweilig

Anspruchsvoll, festlich und kurzweilig – mit diesen drei Worten lässt sich umschreiben, wie das musikalische Programm von den erfahrenen Dirigenten Mark Partouns und Theo Wolters zusammengestellt worden war. In abwechslungsreicher Folge erklangen vertraute Melodien, Klassisches und Virtuoses ebenso wie auch die leichte Muse – locker und informativ moderiert von Marion Frenken.

Mit „Pomp and Circumstance Nr. IV“ von Edward Elgar eröffnete der Instrumentalverein Karken unter der Leitung von Mark Partouns das Neujahrskonzert. Zu den wirkungsvollsten Operetten von Franz von Suppé zählt „Die schöne Galathee“. Sie hat von vielem etwas: den Schmelz der Wiener Melodik, die Keckheit Offenbachischen Spottes und die rhythmische Kraft italienischer Buffo-Opern.

Mit seinem großen Blasorchester gestaltete Mark Partouns die Ouvertüre mit den klangschönen Melodien so ausdrucksstark, leichtfüßig und dynamisch, dass das Publikum begeistert applaudierte. Die Kompositionen „Bonaparte“ von Otto M. Schwarz und „Roter Mohn“ von Reinhold Gliere stellten hohe Ansprüche an das Orchester sowie das Hörvermögen der Zuhörer. Nach so viel Heiterkeit und Entspannung in den vorausgegangenen Stücken war nun die Auseinandersetzung mit großer symphonischer Musik gefragt. Wilde Klangmischungen, ausgelassene Orchesterläufe, rhythmisches Trommeln und Pfeifen, dazwischen melodisch verträumte Melodien und wunderschöne Klänge die in rassigen Finales endeten, dies alles hatten die Paradestücke für symphonisches Blasorchester zu bieten.

Die Charakteristik des Paso doble „Puenteareas“ wird von melancholischen Melodielinien in den hohen und tiefen Registern betont, die in einem majestätischen Schluss münden. Zusammengefasst ergibt dies dann ein stimmungsvolles musikalisches Erlebnis. Der lang anhaltende Beifall für Mark Partouns und seinen Instrumentalverein Karken war mehr als nur berechtigt, setzte er doch einen tollen Schlusspunkt hinter eine hervorragende musikalische Leistung.

Die Harmonie Concordia Melick begann ihren Programmteil mit „Procession of the Sardar“, was übersetzt so viel heißt wie „Marsch des Militärkommandanten“. Der ruhigen äußeren Art und der musikalischen Begeisterung des Berufsdirigenten Theo Wolters ist es wohl zu verdanken, dass die Harmonie Melick zu einer Erfolgsgeschichte auch über die Grenzen der Niederlande hinaus geworden ist. Wolters taucht ein in die Welt der Klänge, und er versteht es, dies an das symphonische Blasorchester weiterzugeben, was dann wiederum dem Konzertabend eine besondere Note verleiht.

Auf dem Programm des Orchesters stand nun das „Concerto für vier Hörner“ von Carl Heinrich Hübler. Dieses außergewöhnliche Werk ist eher selten zu hören, verlangt es doch vier Waldhornsolisten, die bestens aufeinander abgestimmt sind. Yvonne Schreur Joep Schrader, Dave Claessen und Guido Rooyakkers begeisterten mit brillanter Technik und großem Ton. Virtuose, fanfarenartig schmetternde Signal-Klänge wechselten mit lyrischen Passagen ab und endeten in einem fulminanten Schluss. Dieses Hornquartett bot ein einmaliges Hörerlebnis. Auch für das Orchester war es eine Herausforderung, hatte es doch für eine präzise und teilweise emotionale Begleitung der Solisten zu sorgen.

Klanglich kultiviert

Auffälligstes Merkmal beim Paso doble „Maria Pilar“, der dem symphonischen Blasorchester wie auf den Leib geschrieben ist, blieb bei aller Dynamik immer die klangliche Kultiviertheit: Vom feinsten Pianissimo bis zum glanzvollen Final-Fortissimo blieb jeder Klang gepflegt. Da war das Zuhören einfach nur Genuss.

Bei der „Raymond Ouvertüre“ von Ambroise Thomas zeigte dann die Harmonie Concordia Melick noch einmal ihre enorme Leistungsfähigkeit.

Die Musikerinnen und Musiker bestachen durch viele mit Sicherheit vorgetragene solistische Einzelleistungen sowie durch einen in Dynamik und Artikulation farbigen und elastischen Klangkörper. Mit „Maestro Lino“, einer Rapsodia Espanola, und mit dem österreichischen „Erzherzog Albrecht Marsch“ als Zugabe beendete die Harmonie Concordia Melick das Konzert.

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