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Neujahrskonzert mit dem Orchester der Jungen Philharmonie Ungarn

Von: hl
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Hückelhoven. Ein ausverkauftes Haus, ein begeistertes Publikum und das hervorragende Orchester der Jungen Philharmonie Ungarn sorgten beim Neujahrskonzert der Stadt Hückelhoven und der Anton-Heinen-Volkshochschule des Kreises Heinsberg am Sonntag in der Aula des Gymnasiums für einen gelungenen Start ins Jahr 2014.

Zum zweiten Mal war die Junge Philharmonie in Hückelhoven zu Gast. Das Orchester wurde 2002 in der ehemaligen habsburgischen Kulturmetropole Lemberg (heute Lviv) gegründet und hat sich mit seinen Auftritten in aller Welt einen hervorragenden Ruf erworben. Das Durchschnittsalter der jungen Musikerinnen und Musiker liegt zwischen 18 und 25 Jahren – ein großer Unterschied zwischen dem des Publikums.

Auf dem Programm standen 16 Werke der klassischen Unterhaltungsmusik von Johann Strauß Vater und Sohn, Mozart, Tschaikowski, Verdi, Brahms und Dvoák, von der Oper über die Operette bis zu berühmten Walzern und Polkas. Für die meisten Zuhörer hatte das Gehörte einen hohen Wiedererkennungswert.

Sehr spielfreudig

Und zu Ehren des im vergangenen Jahr gefeierten 200. Geburtstages des großen Komponisten schmückte auch die italienische Flagge (neben der von Hückelhoven und Europa) die Bühne. Wegen einer leichten Grippe konnte Georg Mais nur das erste Stück dirigieren (die Ouvertüre aus der Fledermaus). Aber sein Vertreter Volodymir Sayvokhip, der Direktor der Philharmonie Lemberg, war alles andere als ein Ersatz: Unspektakulär, aber mit großer Intensität und straffer Führung seines Orchesters, ebenso brillant beim Pianissimo wie beim Fortissimo und bei einigen Stücken auch mit leichtem Witz und Humor, führte er die spielfreudigen Musikerinnen und Musiker durch die Werke. Die „Rosen aus dem Süden“ und die „Frühlingsstimmen“ taten ein Übriges, um diese vom Wetter her eher traurige Zeit aufzuhellen.

Eine ganz besondere Augen- und Ohrenweide war die Sopranistin Marianna Laban. Ihr ebenso strahlender wie kräftiger Sopran auch in den höchsten Höhen, ohne jede Schrillheit und gekünsteltes Star-Getue, verzauberte direkt das Publikum. Ihr glaubte man „die Macht des Schicksals“ und das graziöse-schelmische „Mein Herr Marquis“. Und ihre ohnehin schauspielerischen Fähigkeiten erreichten einen besonderen Höhepunkt in Staußens „Schwipslied“, in dem sie auf anmutige Weise eine angesäuselte Operndiva gab.

Blumen und Zugabe

Zum Neujahrskonzert gehört der Radetzky-Marsch (Johann Strauß Vater) wie der Christbaum zu Weihnachten. Es muss ein besonderes Geheimnis um den Erfolg dieses Werkes geben, bei dem sich das Mitklatschen des Publikums und die Standing Ovations zu mischen scheinen.

Seit über 150 Jahren starten die Orchester rund um den Globus mit diesen schmissigen Klängen ins neue Jahr, die seinerzeit zu Ehren eines Mannes komponiert wurden, der von den mehr als 90 Jahren seines Lebens die meiste Zeit mit Schlachten verbracht hatte.

Und der österreichische Schriftsteller Joseph Roth (1894-1939) meint in seinem gleichnamigen Roman sarkastisch): „Am besten starb man für ihn (den Kaiser) bei Militärmusik, am leichtesten beim Radetzkymarsch.“

Blumen gab es für die Solistin und den Dirigenten am Schluss und als Zugabe eine Arie aus der Czárdásfürstin von Emerich Kalman. Und der Termin für das Neujahrskonzert in 2015 wurde auch schon bekanntgegeben: Es ist der erste Sonntag im dann neuen Jahr.

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