Neujahrskonzert auf ganz hohem Niveau

Von: Utz Schäzle
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Hervorragend: Die Harmonie Concordia Melick unter der Leitung von Roger Niese begeisterte die Zuhörer auch mit meisterlich gespielter Musik der schwierigsten Kategorie. Foto: Utz Schäzle
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Großartig: Der Instrumentalverein Karken unter der Leitung von Mark Partouns beim 21. Neujahrskonzert in der Festhalle Oberbruch. Foto: Utz Schäzle

Heinsberg-Oberbruch. Das Neujahrskonzert des Instrumentalvereins Karken beziehungsweise das Nieuwjaarsconcert der Harmonie Concordia Melick in der Festhalle Oberbruch ist ein überregionales Gemeinschaftskonzert und deshalb auch einfach etwas ganz Besonderes.

Besonders deshalb, weil diese Art der länderübergreifenden musikalischen Orchesterfreundschaft höchste Anerkennung erfährt, und weil es zu Beginn jeden Jahres für die Liebhaber niveauvoll präsentierter Blasmusik einen ersten herausragenden Konzertabend zum Genießen gibt.

Dabei wechselten sich feinste, einfühlsam gespielte Sequenzen mit gewaltigen, mitreißenden Passagen ab, bei denen die ganze Klangvielfalt der beiden jeweils für sich musizierenden Blasorchester zum Ausdruck kam. Philipp Kamps übernahm kurzfristig für die erkrankte Moderatorin Marion Frenken den Part der Ansage, und er machte seine Sache wirklich gut. Mit Spaß, Begeisterung und Humor führte er informativ durch das Programm.

Unter der bewährten und sehr sicheren Leitung des Dirigenten Mark Partouns eröffnete der Instrumentalverein Karken seinen Konzertteil mit dem „Chimo-Marcha Arabe“. Anspruchsvolle Tonfolgen zu Beginn des Stückes leiteten über in einen ausgeglichenen Klangteppich im etwas ruhigeren Mittelteil, um dann in einem eindrücklichen und vielschichtigen Schlussteil zu enden. Das ganze Orchester war in diesem Stück gefordert, wusste aber mit dieser Herausforderung hervorragend umzugehen.

Bei der Ouvertüre „Leichte Kavallerie“ von Franz von Suppé zogen die Musikerinnen und Musiker sprichwörtlich alle Register. Mit Klangfülle, technischem Können, Dynamik und Rhythmik wurden alle Schwierigkeiten des Werkes meisterhaft bewältigt. „This Majestic Land“ sorgte mit ausgeprägten gefühlvollen Melodiebögen für Gänsehautfeeling pur – es war schön, sich zurückzulehnen und einfach nur zuzuhören.

Als Solistin am E-Piano präsentierte sich in der „Fantasie Española“ Jolanta Wolters, beim „Danzas Cubanas“ war Frederic Kamps als Posaunen-Solist erfolgreich, wobei die Perkussion die tragende Rolle hatte und auch authentisch die Stimmung einer kubanischen Tanzshow wiedergab. Zu spüren war: das macht Spaß! Den Musikerinnen und Musikern, dem Dirigenten und dem Publikum. Mit dem Mussinan-Marsch und mit der Zugabe „Dem Land Tirol die Treue“ beendete musikalisch temperamentvoll der Instrumentalverein Karken seinen Programmteil.

Im zweiten Teil des Neujahrkonzertes präsentierte sich die „Harmonie Concordia Melick“ unter der Leitung ihres Dirigenten Roger Niese mit dem „Mercury-Contest Marsch“ von Jan Van der Roost, sehr modern ausgerichtet. Schon dieser erste Titel des sinfonischen Blasorchesters verlangte den 90 Musikerinnen und Musikern aus den Niederlanden einiges ab, zeigte aber auch, dass in diesem Orchester großes Potenzial an Musikalität und Energie steckt.

In der „New York Overture“ von Kees Vlak kennzeichnete der trommelnde, sich ständig verändernde Rhythmus nicht nur im Schlagzeug sondern in allen Registern dieses Werk als ein Höchststufenstück der schwierigen Kategorie. Aber auch die melodiösen Seiten des Arrangements waren höchst anspruchsvoll und fesselnd.

Dass die Harmonie Concordia Melick auch Spitzen-Solisten in ihren Reihen hat, zeigte sie beeindruckend beim „Concertino for Tuba and Symphonic Band“ von Charlos Marques. Die virtuos geblasene Tuba-Kadenz von Solist Benjamin Sars war ein Gedicht. Das Erlebnis, eine Tuba so gekonnt gespielt zu hören, hinterließ einen nachhaltigen Eindruck beim begeisterten Publikum.

Imposante Präsentation

Nicht fehlen bei einer Auswahl aus Amerikas Filmproduktionen durfte zweifellos eine der bekanntesten Filmmusiken: „Star Wars“, der Kampf der Giganten, des Guten gegen das Böse. Für die Melicker Harmonie in sinfonischer Besetzung erwies sich die Musik von John Williams als überaus geeignet und beeindruckend durch imposante Präsentation.

Nach einem einleitenden Signal beim „Jungle Book“ bestimmten melancholische Klänge besinnlich zunächst die Szenerie, danach steigerten sich dann Pauken und Schlagzeug, hohes und tiefes Blech übernahmen abwechselnd die dominante Rolle in diesem musikalisch spannenden Tiererlebnis mit Melodien aus dem Walt-Disney-Film „Das Dschungelbuch“. Mit dem Paso Doble „El Arquitecto“ und als Zugabe mit dem Marsch „Abschied der Gladiatoren“ verabschiedete sich die Harmonie Concordia Melick von einem restlos begeisterten Publikum.

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