Neujahrsempfang: Von Erfolgen und Warten auf Antworten

Von: Helmut Wichlatz
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Viele Gäste konnte Bürgermeister Peter Jansen beim Neujahrsempfang der Stadt Erkelenz in der Gerderhahner Mehrzweckhalle begrüßen. Foto: Koenigs

Erkelenz-Gerderhahn. „Ein neues Jahr ist wie ein neues Buch“, erklärte Bürgermeister Peter Jansen in Anlehnung an den Dichter Theodor Fontane beim Neujahrsempfang in der Gerderhahner Mehrzweckhalle. Dabei müsse das Jahrbuch einer Stadt so vielseitig sein wie die Geschichten der Menschen in dieser Stadt. Einige der Geschichten ließ er in seiner Ansprache deshalb noch einmal Revue passieren.

Die Erfolgsstorys reichten vom Alten Rathaus über den modernisierten Bahnhof bis zum bevorstehenden Neubau des Amtsgerichts am Konrad-Adenauer-Platz. Für den Erhalt des Gerichtsstandortes habe man lange und letztendlich erfolgreich gerungen. Doch der Fokus dürfe nicht nur auf der Innenstadt liegen, betonte Jansen.

Denn mehr als die Hälfte der rund 43.000 Einwohner lebt in den vielen Außenortschaften, die zusammen erst die Stadt Erkelenz ausmachten. In Gerderath entstehen gerade in der Ortsmitte auf dem Gelände der ehemaligen Arnold von Harff-Schule ein Vollsortimenter und eine Reihe barrierefreier Wohnungen, die ein selbstständiges Leben auch im Alter ermöglichen sollen. Auch am Karolingerring in Erkelenz wird gebaut und die Nahversorgung durch einen neuen Lebensmittelmarkt erweitert.

Ein weiteres Kapitel im Erkelenzer Erfolgsbuch sei auch die Infrastruktur für den Schul- und Vereinssport, die im Vergleich mit anderen Kommunen ihresgleichen suche. Damit meinte er nicht nur das Erkabad, das als Erfolgsgeschichte betrachtet werden kann. Auch die rund 2,8 Millionen Euro, die in die Sanierung und Erweiterung der Erkahalle investiert wurden, seien gut angelegt. Besonders hob Jansen auch die Steigerungen bei den Steuereinnahmen und den steuerpflichtigen Arbeitsplätzen hervor.

Erkelenz sei auch weiterhin als Zuzugsstadt für junge Familien und Unternehmen gleichermaßen attraktiv. Die Belegung der Neubaugebiete und die Zahl der Firmenansiedlungen belegten dies eindeutig.

Jansen sparte aber auch nicht an kritischen Worten. Zum Beispiel in Richtung von Land und Bund. „Man kann keine teuren Standards schaffen und andere dafür zahlen lassen“, erklärte er. Die Aufgaben und Leistungen, die die Kommunen von Land und Bund aufgehalst bekäme, wüchsen und verschlängen mehr und mehr Geld. Gleichzeitig werde aber bei den Zuweisungen an die Kommunen gespart. So zum Beispiel bei den Schulen. Erkelenz als Schulstadt bekomme weniger Zuweisungen, halte sein umfassendes Angebot aber weiterhin aufrecht. „Pragmatische Ansätze, das können wir“, erklärte Jansen und versicherte, dass dies auch in Zukunft so sein werde.

Ein weiteres Thema, das die Gemüter beschäftige, sei die Umsiedlung. Auch hier fand Jansen kritische Worte, sowohl für das Energieunternehmen als auch für die Landesregierung. Der Tagebau greife „massiv in die Geschichte und die Strukturen der Stadt“ ein. Dies habe historische Bedeutung und „viele Schicksale sind damit verbunden“. Doch auch als Stadt habe man mehr Nachteile als Vorteile. Die positiven Effekte durch neue Arbeitsplätze, höhere Steuereinnahmen und Aufträge für Unternehmen aus der Region fielen in Erkelenz weg, denn Garzweiler II sei das „Restloch“, nach dem es nicht mehr weitergehe.

Für die betroffenen erwarte man klare Aussagen und Planungssicherheit. Daher habe die Stadt das direkte Gespräch auch mit der Landesregierung gesucht – doch bislang noch nicht bekommen. Man warte „gespannt auf verlässliche Aussagen“ zum Thema Tagebau und Umsiedlung. Ministerpräsidentin Kraft sei „herzlich eingeladen, den Menschen hier vor Ort klare Aussagen zu geben“.

Auf Antworten warte man auch noch zu Fragen über die Tagebaufolgelandschaft und die Ortschaften am Tagebaurand. Ein entsprechendes Modellvorhaben „Smart Village“ bedarf seit rund einem Jahr der Freigabe durch das Umweltministerium. So biete die Zukunft noch genügend Stoff für weitere Bücher zur Stadtentwicklung.

„Die Zukunft hängt davon ab, was wir heute tun.“ Mit diesem Zitat des indischen Politikers Gandhi beendete Jansen seine Ansprache.

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