Neues Unterrichtsfach: Reanimieren gehört nun wie das Multiplizieren dazu

Von: hewi
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NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) hofft, dass Reanimation im Lehrplan weiter Schule macht. Foto: Wichlatz

Erkelenz. Die neue NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) besuchte die Europaschule, um den Start einer neuen Unterrichtseinheit mitzuerleben. Denn seit diesem Schuljahr ist die „Laienreanimation“ in Kooperation mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) fester Bestandteil des schulischen Unterrichtsprogramms.

Auch Bürgermeister Peter Jansen und Landrat Stephan Pusch waren zu früher Stunde in die Schule gekommen, um die Besucherin gebührend zu empfangen. Bevor der Unterricht losging, trug sich die Ministerin in das goldene Buch der Stadt ein und besichtigte die Mediathek der Schule.

Für die Schule sei der Besuch der Ministerin zum Start des Projektes ein besonderer Tag und eine „Bestätigung unserer Arbeit“, betonte Schulleiter Willi Schmitz. An die Schule würden Anforderungen wie Erwartungen gleichermaßen gestellt. Der Ausgleich von Erziehungsdefiziten gehöre ebenso dazu wie die Weichenstellung für den sozialen Aufstieg. Seitens der Wirtschaft würde Nachschub an gut vorbereiteten Arbeitnehmern erwartet. Die Lerninhalte der Schulen würden hinterfragt und müssten erklärt werden. Umso klarer sei das Signal, das von der Entscheidung ausgehe, die Reanimation bei plötzlichem Herztod zum verbindlichen Lerninhalt für die Schüler ab der siebten Klasse zu machen.

Die Herzmassage könne von jedem angewendet werden und Leben retten. Denn sie verhindere eine Unterversorgung des Gehirns nach dem plötzlichen Herztod. In Deutschland sei das Wissen um die Massage weniger weit verbreitet als in Skandinavien und den Niederlanden, erläuterte Hans-Jürgen Peisen. Der Sportlehrer, der mit seiner Idee bei Schmitz und Peiffer offene Türen einlief, eröffnete mit einem kernigen „Ran an die Puppen“ die erste Unterrichtseinheit im Beisein der Ministerin und anderer Gäste. Die benötigten Puppen wurden in ausreichender Stückzahl vom Förderverein der Europaschule finanziert.

Den beiden Siebtklässlern Maxi und Laura, denen die Ministerin bei der Übung über die Schultern schaute, fiel der Massagerhythmus nicht schwer. Denn den kann man sich ganz leicht mit Helene Fischers Hit „Atemlos durch die Nacht“ oder für ältere Semester mit „Stayin‘ alive“ von den Bee Gees merken.

Auf dem Schulhof wartete ein Rettungswagen des DRK mit einer weiteren Unterrichtseinheit. Denn auch die stabile Seitenlage und der Transport eines Menschen müssen gelernt werden, um im Ernstfall richtig handeln zu können.

Im Anschluss erläuterte die stellvertretende Schulleiterin Bettina Peiffer das Konzept „Gute gesunde Schule“, das die Europaschule seit 2009 verfolgt. Teil des Prozesses war unter anderem die Einführung des gebundenen Ganztages und der 60-minütigen Unterrichtsstunden sowie eine interne und externe Vernetzung der Schule mit Helfern und Unterstützern. Transparenz und Teilhabe der Schüler an Entscheidungen seien weitere wichtige Bausteine des Konzeptes. Dieses, so betonte Peiffer, sei auf die Europaschule zugeschnitten und erhebe keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit.

Gebauer zeigte sich sichtlich beeindruckt vom Eifer der Schüler. Sie gab ihrer Hoffnung Ausdruck, dass auch andere Schulen dem Vorbild der Europaschule folgen und die Reanimation in ihren Lehrplan aufnehmen. „Hier ist man auf dem richtigen Weg“, erklärte die Ministerin abschließend.

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