Neues Kreuz ist auch ein schönes Zeichen der Ökumene

Von: Anna Petra Thomas
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David Lennard Lange, Hannah Weiss und Jonas Wübbe (von rechts) enthüllten das von ihnen entworfene Kreuz im Beisein der Pfarrer Martin Jordan und Sebastian Walde (von links). Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg. Nach ihrer Sanierung sollte die Heinsberger Christuskirche ein neues Kreuz erhalten. So hatte es sich die Gemeinde gewünscht. Ein entsprechender Wettbewerb der Fachhochschule Aachen machte es der Jury dann jedoch schwer, sich zu entscheiden. So gibt es nun gleich zwei neue Kreuze.

Eines steht seit Oktober 2016 im Außenbereich der Kirche. Ein zweites wurde am Wochenende im Rahmen einer ökumenischen Passionsandacht in der Kirche enthüllt. „Kreuz, auf das ich schaue“ sind die ökumenischen Passionsandachten in Heinsberg in diesem Jahr dazu ganz passend überschrieben.

Preisgekröntes Modell

Entworfen haben das neue Kreuz eine Studentin und zwei Studenten gemeinsam: Hannah Weiss, David Lennard Lange und Jonas Wübbe. Sie enthüllten das neue Kreuz selbst im Beisein der Pfarrer Martin Jordan und Sebastian Walde. Zudem stellten sie es der Gemeinde vor. Gefertigt hat es nach den Entwürfen und dem preisgekrönten Modell der Studenten der Dremmener Messebauer Marcel Schuckel, der auch schon den Ausbau der mobilen Christuskirche auf einem Anhänger übernommen hatte.

Die klare Struktur von Design und Materialität sei ihnen bei ihrem ersten Besuch in der Kirche aufgefallen, erklärte Weiss. „Dabei wurde sofort der Kontrast zwischen schwer und leicht wirkenden Materialien, zwischen Beton und Glas, deutlich“, sagte sie. Die Proportionen des rund zwei Meter hohen Kreuzes seien in Quadraten gedacht und einer biblischen Zahlensymbolik gewidmet, die sich an der Größe des in der Kirche bereits vorhandenen Holzkreuzes orientiert hätten, betonte Lange. Die untere Flanke des Kreuzes sei vier Teile lang, die übrigen drei Teile lang. In der Höhe würden sich diese Zahlen zu sieben addieren und so die Himmelfahrt Christi symbolisieren.

Obwohl das vorhandene Holzkreuz zunächst habe ersetzt werden sollen, sei das neue Kreuz jetzt ein Kontrast zu diesem Kreuz mit seiner Bedeutung des „Memento Mori“, was heißt: „Bedenke, dass du sterblich bist“. Zur Gegenüberstellung hätten sie für das neue Kreuz den Gedanken von „Carpe Diem“ genutzt, was so viel heiße wie den Tag zu nutzen oder zu genießen, so Lange weiter.

Spannend wurde es dann bei der Herstellung des Kreuzes, da es unmöglich geworden wäre, Betonteile quasi schwebend an der Glaskonstruktion zu befestigen. Die Lösung dieses Problems war wiederum Holz, auf das eine rund zwei Millimeter starke Betonschicht aufgetragen wurde. „Es war eine wundervolle Erfahrung, im Studium ein solches Projekt realisieren zu können“, freute sich Jonas Wübbe für das Studenten-Trio.

Als er das Kreuz zum ersten Mal in der Produktionshalle von Schuckel gesehen habe, „da hat es so ausgesehen, als würde es schweben“, erzählte Walde in seiner Predigt. „Das liegt an der besonderen Gestaltung dieses Kreuzes“, betonte er. Das Glas trage die schwere Betonkonstruktion, „quasi die Härte unseres Lebens. Es trägt das Leichte das Schwere“, so Walde. Oder anders gesagt: „Das Schwere leicht gemacht.“ So lautete der Leitgedanke der Andacht.

Musikalisch begleitet

Mit diesem Kreuz sei auch für die Ökumene ein wunderbares Zeichen geschaffen worden, erklärte Pfarrvikar René Mertens, der sich an der Gestaltung der Andacht beteiligte. Deren musikalische Begleitung übernahmen Uta Deilmann (Harfe) und Willi Kann (Orgel).

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