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Neues Konzept soll Probleme im Straßenkarneval verhindern

Von: Helmut Wichlatz
Letzte Aktualisierung:
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Ausgelassenes Treiben im Schatten des Lambertiturmes: Der Erkelenzer Rosenmontagszug – hier 2013 auf der Brückstraße – ist einer der größten in der Region. Die Organisatoren wollen Zwischenfälle und Konflikte mittels neuer Maßnahmen unterbinden. Foto: Lenz/Stock

Erkelenz. Der Rosenmontagszug in Erkelenz gehört zu den Schwergewichten des regionalen Straßenkarnevals. Das gilt auch in diesem Jahr. Rund 1900 aktive Teilnehmer werden sich auf jeweils 43 Wagen und Fußgruppen sowie neun Musikkapellen verteilen, wenn am 3. März der Startschuss fällt und sich der närrische Lindwurm ab 14.11 Uhr auf den Weg durch die Stadt macht.

Klare Regeln aufgestellt

Angesichts solcher Menschenmassen ist eine genaue Planung das A und O, weiß Helmut Jopen, stellvertretender Vorsitzender und Literat der Erkelenzer Karnevalsgesellschaft (EKG). Deshalb setzt die EKG auf eine enge Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt, der Polizei und dem Technischen Hilfswerk (THW). Die Gesellschaft schickt rund 50 eigene Sicherheitsleute ins Rennen, die den Zugweg sichern. „Um Auswüchse und Unfälle zu vermeiden, setzen wir auf Disziplin“, betont Jopen. Alle Zugteilnehmer wurden deshalb schon im November bei einer großen Besprechung auf die klaren Regeln hingewiesen. Wer dagegen verstößt, wird vom Zug ausgeschlossen.

Eingreifen der Ordnungskräfte

Ganz vorne auf der Dringlichkeitsliste steht natürlich die TÜV-Bescheinigung für das närrische Gefährt, die die Gruppen vorlegen müssen. Diszipliniert soll es schon bei der Aufstellung auf der Roermonder Straße und der Nordpromenade zugehen. In diesem Jahr soll dort eine ausgiebige Beschallung von den Wagen aus unterbleiben. Dafür habe man während des Zuges noch genügend Gelegenheit, so Jopen. Ein einziger Wagen wurde auserkoren, um die Teilnehmer während der Aufstellung musikalisch zu unterhalten.

Wenn sich der Zug in Bewegung gesetzt hat, wird der Burgparkplatz gesperrt, damit die Teilnehmer nach dem Zug keine Möglichkeit haben, dort zu parken und noch einmal richtig aufzudrehen. Im vorigen Jahr hatte es auf dem Burgparkplatz eine spontane Party gegeben, die von den Ordnungskräften aufgelöst werden musste. In diesem Jahr sollen, wenn alles nach Plan läuft, die Zugteilnehmer die Stadt über die Nordpromenade wieder verlassen. Auch ein Ausweichen in den Gipco, wo gerne nach dem Rosenmontagszug private Umzüge abgehalten wurden, wird durch den Einsatz von Sperren verhindert. „Wir wollen Probleme und Konflikte, die sich ergeben könnten, aus der Stadt heraushalten“, erläuterte Jopen die Ziele der Maßnahmen.

Laut und langsam

Die Zugstrecke steht noch nicht wirklich fest und hängt letztlich von dem Fortschritt diverser Baumaßnahmen in der Erkelenzer Innenstadt ab. Nach der Aufstellung geht es ab 14.11 Uhr von der Nordpromenade aus auf die Brückstraße und weiter zur Anton-Heinen-Straße, Anton-Raky-Allee und – wenn fertig – die Kölner Straße. „Die Baustelle der Sparkasse stellt dabei kein Problem dar“, verdeutlicht Jopen. Trotzdem habe man zwei „Planspiele“: einmal die „große Kurve“ oder die „kleine Lösung“ über die Tenholter Straße.

Auch für die musikalischen Probleme der Vorjahre haben die Organisatoren eine Lösung gefunden: Die neun Musikkapellen marschieren in zwei Blöcken mit der EKG und der Kückhovener Karnevalsgesellschaft und kommen sich somit nicht mit den lautstarken Musikeinlagen der Mottowagen ins Gehege. „Die Partymusik gehört heute zum Karneval“, sagt Jopen. Mit dieser Lösung sei sicherlich beiden Seiten genüge getan.

Da es hier und da immer wieder mal zu Verzögerungen kommen kann, wird der erste Wagen schon den Markt passieren, wenn der Prinz in seinem Wagen an der Nordpromenade gerade abfährt. Der Erkelenzer Zug ist traditionell der Höhepunkt des Straßenkarnevals im Erkelenzer Land, zu dem die Gruppen aus allen umliegenden Ortschaften mit ihren Wagen in die Stadt einfallen. Deshalb gilt auch: Wer am Rosenmontag auf seinen fahrbaren Untersatz verzichten kann, sollte dies angesichts des zu erwartenden Verkehrsaufkommens an langsamen und lauten Traktorgespannen in und um Erkelenz auch tun.

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