Heinsberg - Neues Buch rückt 40 Schicksale aus der Region ins Licht

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Neues Buch rückt 40 Schicksale aus der Region ins Licht

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Um das Thema „Flucht – früher und heute“ ging es in einer Gesprächsrunde mit Hermann Groß, geflohen aus Ostpreußen 1944, Moderatorin Anna Petra Thomas, Sami Khedr, geflohen aus Syrien 2015, und Buchautor Karl Beumers (von links).

Heinsberg. Mit einem kurzweiligen und informativen Programm hat Karl Beumers im Heinsberger Rondell sein inzwischen sechstes Buch vorgestellt. Mehr als 40 Menschen in der Region hat der in Kirchhoven lebende Autor dafür wieder besucht und ihre Geschichten aufgeschrieben, vor allem die von Zeitzeugen der Geschehnisse des Zweiten Weltkrieges.

„Menschen und Menschliches“ lautet der Titel des 220 Seiten starken Werks im A4-Format. „Wer seine Vergangenheit nicht kennt, ist dazu verurteilt, die Fehler der Vorfahren zu wiederholen“, erklärte Beumers in seiner Ansprache. Daher gelte es auch heute weiterhin, viel Aufklärungsarbeit zu leisten, um rechtsradikale Tendenzen im Keim zu ersticken.

„Eine Lebensaufgabe“

Er selbst hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Erzählungen von Menschen aus dem ganzen Kreis Heinsberg aus der Zeit vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg aufzuschreiben, um sie der Nachwelt zu überliefern. „Es ist für mich eine große Lebensaufgabe geworden, diese Bücher zu schreiben“, erklärte er.

Da freute es ihn sehr, selbst erzählen zu dürfen, dass sein Buch über Christian Schreinemachers, einer der ersten Widerstandskämpfer im Kreis Heinsberg, inzwischen als Vorlage für den Geschichtsunterricht des Bischöflichen Gymnasiums St. Ursula in Geilenkirchen diene und der Liedersänger Christoph Esser in seinen Liedern Bezüge zu diesem Buch herstelle.

Seine Frau Maria präsentierte anschließend die Inhalte der jeweiligen Kapitel des neuen Buches. Von vielen einzelnen menschlichen Schicksalen erfuhren ihre Zuhörer. Wer das Buch liest, wird aber auch mehr erfahren über die Geschichte der Hünshovener Mühle, über das sogenannte Braune Haus in Heinsberg oder auch davon, was Josef Bohnen aus Laffeld damit zu tun hat, dass das Heinsberger Torbogenhaus im Zweiten Weltkrieg von der Zerstörung verschont blieb.

Das letzte Kapitel im Buch hat Beumers dieses Mal einem ganz jungen Schicksal gewidmet, dem der Familie des 2015 aus Syrien geflüchteten Sami Khedr, der in Dremmen lebt. Mit Sami Khedr und dem 1944 aus Ostpreußen geflohenen Hermann Groß aus Geilenkirchen-Beeck beleuchtete die Journalistin Anna Petra Thomas in einer Gesprächsrunde das Thema Flucht, früher und heute.

„Es ist wirklich wertvoll, was Du leistest“, bescheinigte Bürgermeister Wolfgang Dieder dem Autor in seinem Grußwort. Wenn die Geschichte die man lese, mit Personen verbunden sei, die man kenne oder deren Familien man kenne, werde die Tragik der Ereignisse viel deutlicher. „Das kommt viel plastischer rüber.“

Deutliche Worte

Auch Heinsbergs Integrationsbeauftragter Wolfgang Paulus, der Beumers den Kontakt zu Sami Khedr vermittelt hatte, fand deutliche Worte: „Was er so lebensnah beschreibt, wirkt in die Seele“, erklärte er. Zugleich fand er viel Lob für die Humanität, die von der hiesigen Bevölkerung im Zusammenhang mit der Aufnahme von Flüchtlingen gezeigt worden sei. Die Menschen, die hier Zuflucht gefunden hätten, würden als Dank dafür eine hohe Integrationsbereitschaft zeigen.

Begleitet wurde die Buchvorstellung von einem umfassenden musikalischen Programm, an dem Familie Beumers selbst beteiligt war: Sohn Thomas mit dem Horn, Schwiegertochter Svenja mit der Oboe und zum Schluss auch Karl Beumers selbst mit seiner Tuba. Nicht zuletzt beeindruckte Jugendmusikschulleiter Theo Krings am Flügel mit Stücken, die zum Thema sehr passend ausgewählt worden waren.

Das neue Buch von Karl Beumers ist erhältlich in den Buchhandlungen Gollenstede in Heinsberg, Lyne von de Berg in Geilenkirchen, Fürkötter in Geilenkirchen und Übach-Palenberg sowie Wild in Erkelenz und Hückelhoven.

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