Selfkant-Tüddern/Havert - Neues Bauland in Tüddern und Havert

Neues Bauland in Tüddern und Havert

Von: Daniel Gerhards
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Drei neue Baugebiete könnten im Selfkant entstehen: Eines in Tüddern auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei, eines in Tüddern in unmittelbarer Nähe zu Rathaus und Fachmarktzentrum und eines in Havert am Ortsausgang in Richtung Stein. Foto: Daniel Gerhards
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Drei neue Baugebiete könnten im Selfkant entstehen: Eines in Tüddern auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei, eines in Tüddern in unmittelbarer Nähe zu Rathaus und Fachmarktzentrum und eines in Havert am Ortsausgang in Richtung Stein. Foto: Daniel Gerhards
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Drei neue Baugebiete könnten im Selfkant entstehen: Eines in Tüddern auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei, eines in Tüddern in unmittelbarer Nähe zu Rathaus und Fachmarktzentrum und eines in Havert am Ortsausgang in Richtung Stein. Foto: Daniel Gerhards

Selfkant-Tüddern/Havert. Neubaugebiete bleiben in der Gemeinde Selfkant ein Zankapfel. Während die CDU grundsätzlich weiterhin neue Baugebiete ausweisen möchte, sperrt sich die Opposition gegen solche Vorhaben. Nun geht es erneut um drei Neubaugebiete, zwei in Tüddern und eins in Havert.

Besonders spannend dürfte die Frage sein, ob auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei in Tüddern in Zukunft schmucke Wohnhäuser stehen. Dort möchte ein Investor, die Beckers Immobilien GmbH, freistehende Einfamilienhäuser und barrierefreie Wohnungen bauen. Etwa 19 Grundstücke könnten entlang einer Anliegerstraße angeordnet werden.

Was dieses Vorhaben für die Gemeinde so attraktiv macht: Beckers Immobilien GmbH verspricht in einem Schreiben an die Stadt, „alle bisherigen Aufbauten zu entfernen“ und die Flächen außerhalb der geplanten Bebauung zu entsiegeln. Auf dem zur Zwangsversteigerung stehenden Gelände am Ortsrand von Tüddern – in unmittelbarer Nähe zur niederländischen Grenze – stehen derzeit alte, heruntergekommene Gewächshäuser.

Die Entwicklungsgesellschaft der Gemeinde (EGS) will das Gelände nicht vermarkten, und wenn man es einfach liegen lässt, dann kommen vielleicht irgendwann einmal hohe Kosten auf die Gemeinde zu. Bürgermeister Herbert Corsten, CDU, verweist deshalb auf die Vorteile einer Entwicklung durch den privaten Investor: „Entweder wir lassen die Finger davon und der ganze Schrott bleibt liegen. Oder wir stimmen dem Vorhaben zu.“ Allerdings habe er bei der Entwicklung des Gebietes „Bauchschmerzen“, denn eigentlich sei das Neubaugebiet an dieser Stelle nicht unbedingt notwendig. Auf der anderen Seite würde dadurch aus dem städtebaulichen Schandfleck ein attraktives Wohngebiet.

Deshalb stehen auch die Fraktionen hinter dem Vorhaben: „Die Fläche muss gereinigt werden“, sagt Heinz Stassen, CDU. Und da kommt ein Investor, der diese Aufgabe übernehmen will, gerade recht. In diesem Punkt hat die CDU auch die Unterstützung der Opposition: „Wir können das nicht dauerhaft so liegen lassen. Wenn es jetzt einen Investor gibt, der die Entsorgung übernimmt, dann sollten wir dem zustimmen“, sagt Christian Tellers, Grüne.

Ebenfalls in Tüddern möchte die Entwicklungsgesellschaft der Gemeinde ein Neubaugebiet „In der Kammer“ realisieren. Das 2,05 Hektar große Areal, das dafür vorgesehen ist, liegt an der Straße Am Rathaus, direkt gegenüber der Verwaltung und des Fachmarktzentrums In der Fummer.

Die SPD erneuert in diesem Zusammenhang ihre Forderung nach einem qualifizierten Gutachten, das aufzeigt, wie viele Neubaugebiete im Selfkant überhaupt noch notwendig sind. Außerdem will Willi Peters, SPD, geklärt wissen, ob man im Selfkant nicht eher bezahlbare Wohnungen anstatt neue Einfamilienhäuser bauen sollte. Zudem seien in Tüddern zuletzt „mehr als genug“ Neubaugebiete ausgewiesen worden. Das sieht auch Karl Busch, FDP, so: „Ich sehe keinen Bedarf. Wann reicht es denn eigentlich mal in Tüddern? Wo wollen wir in Sachen Baugebiete eigentlich noch hin?“, fragt Busch.

Da die CDU dieses Neubaugebiet befürwortet, ist davon auszugehen, dass es dennoch kommen wird. Mit der Stimme von Bürgermeister Corsten verfügt die CDU über eine Mehrheit in der Gemeindevertretung. Wegen der Nähe zum Fachmarktzentrum sei dieser Standort ideal für ältere Menschen, sagt Stassen. Er könnte sich vorstellen, dass dort Mietshäuser mit Wohnungen für Ältere oder Alleinstehende gebaut werden.

Auch in Havert befürwortet die Union ein Neubaugebiet. Das etwa ein Hektar große Areal „Auf die Höff“ liegt am Ortsausgang in Richtung Stein hinter der bestehenden Bebauung an der Hauptstraße. „Das ist die vorerst letzte Chance, in den Orten Havert, Stein und Millien-Bruch ein Neubaugebiet auszuweisen“, sagt Heinz-Josef Dahlmanns, CDU. Hintergrund ist, dass der Regionalplan dahingehend geändert werden soll, dass in Ortschaften mit weniger als 2000 Einwohnern keine Neubaugebiete mehr ausgewiesen werden dürfen. Das bis dato letzte Baugebiet war in Havert im Jahr 1998 entwickelt worden.

Dahlmanns spricht davon, dass es viele junge Leute im Ort gebe, die bauen wollten. Ihnen fehle schlicht das Bauland. „Das Baugebiet gibt uns die Möglichkeit, die jungen Leute im Ort zu halten“, sagt er. Ohne Neubaugebiet wanderten die jungen Leute in Richtung Gangelt ab, wo viele Bauplätze vorhanden seien. „Wir müssen die jungen Leute im Ort halten, auch damit das Dorfleben intakt bleibt“, sagt Dahlmanns. Sein Schluss: Ohne Bauland gehen die Vereine vor die Hunde, weil ihnen der Nachwuchs fehlt.

Aktuell sieht es so aus, als würden alle genannten Baugebiete die Zustimmung aus dem politischen Raum erhalten. Alleine schon, weil die CDU und Bürgermeister Corsten sich dafür aussprechen. Der grundsätzliche Streit zwischen CDU und Opposition ist aber noch nicht vom Tisch.

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