Neuer Parkplatz: Anwohner entsetzt

Von: Rainer Herwartz
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Junge und Alte sind gekommen, um ihrem Unmut über die Entscheidung zur neuen Park- and Rideanlage Ausdruck zu verleihen. Foto: Herwartz Foto: Herwartz

Heinsberg-Oberbruch. Zwischen „zumutbar“ und „Zumutung“ verläuft bekanntlich nur ein schmaler Grat. Für die meisten Anwohner von Urbanstraße, Jordanstraße und der Straße In der Gansweid in Oberbruch stellt die geplante Park- and Rideanlage vor ihrer Haustür eindeutig Letzteres dar.

Vor knapp drei Wochen erst hatte die CDU im Planungs- und Verkehrsausschuss der Stadt Heinsberg gegen die Stimmen von SPD und Grünen die 450.000 Euro teure Anlage beschlossen. Im Zuge der Reaktivierung der Bahnstrecke Heinsberg – Lindern sollen 54 Parkplätze entstehen (wie berichtet). Dass man sich dadurch den Unmut der Bürger zuziehen könnte, die an den idyllisch gelegenen, schmalen Sträßchen leben, hatte wohl niemand so recht bedacht. Jetzt jedenfalls steigen diese auf die Barrikaden.

Sie seien über den Bau nicht nur erstaunt, sondern geradezu entsetzt, lassen viele bei einem Ortstermin mit unserer Zeitung ihrer Verärgerung freien Lauf. Von der Familie mit kleinen Kindern bis hin zur auf den Rollstuhl angewiesenen Seniorin sind alle gekommen, um zu retten was vielleicht schon gar nicht mehr zu retten ist. Viel zu spät seien sie über den geplanten Bau der Park- and Rideanlage informiert worden, bemängeln sie.

Offiziell eigentlich gar nicht. Im Nachhinein hätten sie von einem Besichtigungstermin der CDU-Fraktion erfahren. „Es wäre schön gewesen, wenn auch wir als Anwohner von diesem Termin informiert worden wären. Dann hätten wir schon dort die Gelegenheit gehabt, unsere Bedenken zum Ausdruck zu bringen. Leider wurden wir als Anwohner nicht informiert“, beklagt Sonja Hülhoven.

Die Mutter zweier Kinder lebt erst seit einem Jahr in der beschaulichen Siedlung aus den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts. In einem Schreiben an die Stadt Heinsberg äußerte sie bereits ihre Befürchtungen. „Die Straßen in diesem Wohngebiet sind sehr schmal. Trotzdem gilt hier unverständlicherweise eine Fahrgeschwindigkeit von maximal 50 Stundenkilometern.

Die nunmehr geplante Park- and Rideanlage mit der Ein- und Ausfahrtregelung würde bedeuten, dass die Fahrer, die die Anlage in Richtung Heinsberg verlassen wollen oder von Oberbruch -Ortskern kommend in diese einbiegen möchten, automatisch die Zufahrt über die Urbanstraße, die Jordanstraße oder über die Straße In der Gansweid suchen werden“, vermutet Hülhoven. Schon jetzt sei immer wieder festzustellen, dass diejenigen, die versuchten, die Ampelanlage am Sternhaus zu umfahren, „rücksichtslos durch die Straßen unseres Wohngebietes rasen“.

Durch die geplante Verkehrsführung würden die Parkplatzbenutzer jetzt sogar regelrecht gezwungen, den schnelleren Weg durch das Wohngebiet zu suchen, da sie weder von der Park- and Rideanlage in Richtung Heinsberg abbiegen, noch von Oberbruch-Ortskern kommend in die Anlage einbiegen dürften. Nur der kleinste Teil werde somit die neue Zufahrt nutzen, glauben die aufgebrachten Anwohner. Besonders die Kinder und älteren Menschen seien dadurch gefährdet.

Dass durch die Stadt bereits in Aussicht gestellt wurde, nach Beendigung der Baumaßnahmen für das Wohngebiet Urbanstraße/Jordanstraße/In der Gansweid geschwindigkeitsregulierende Maßnahmen zu treffen, beruhigt die Gemüter nicht, weil die meisten nicht glauben, dass ein paar aufgestellte Schilder hier wirklich Abhilfe schaffen können.

In einem weiteren Schreiben an die Stadt beruft sich Sonja Hülhoven, die ein wenig in die Rolle der Gruppensprecherin der Anwohner geschlüpft ist, gar auf die Bauordnung NRW. Danach „müssen Stellplätze so eingerichtet werden, dass ihre Benutzung die Gesundheit nicht schädigt und Lärm oder Gerüche das Arbeiten und Wohnen, die Ruhe und die Erholung in der Umgebung nicht über das zumutbare Maß hinaus stören“.

Tja, und da wäre er dann schon wieder, der schmale Grat zwischen zumutbar und Zumutung. Eventuell soll zur Klärung sogar ein Rechtsbeistand eingeschaltet werden.

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