Neuer Hilfsverein will Flüchtlinge unterstützen

Von: hewi
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Der WiE-Vorstand: (v.l.) Marwin Altmann, Kassenwart Klemens Lowis, Schriftführer Herbert Exner, Geschäftsführer Wilfried Mercks, Vorsitzender Franz J. Thiel, Kurt Lehmkuhl, Jürgen Vieten, 2. Kassenwart Manni Nause (sitzend), 2. Vorsitzender Rolf Schulte-Nover. Es fehlt Fred Feiter. Foto: hewi

Erkelenz. Eine Lobby für Flüchtlinge, das will der neue Verein „Willkommen in Erkelenz“ (WiE) sein, der vor wenigen Tagen von 24 Erkelenzern gegründet und inzwischen bereits vom Finanzamt als gemeinnützig anerkannt wurde.

Der Vorsitzende Franz Thiel sagt zur Gründung des Vereins: „Der Verein setzt sich dafür ein, dass durch bürgerschaftliches Engagement eine Willkommenskultur durch die betroffenen Menschen vor Ort erlebbar wird.“ Zweck des Hilfsvereins ist die Förderung der Hilfe für politisch, rassisch oder religiös Verfolgte, für Flüchtlinge und Vertriebene. Diesen aus ihrer Heimat geflohenen Menschen will der Verein Hilfsangebote auch zur Integration in die Stadtgesellschaft anbieten. In einem weiteren Schritt soll mit Öffentlichkeitsarbeit Verständnis in der Bevölkerung für die Belange von Flüchtlingen gefördert werden.

Ausgehend von drei Fragen hat sich der Verein Willkommen in Erkelenz ein Ziel gesetzt: Woran erkennen die in Erkelenz untergebrachten Flüchtlinge, dass sie hier „willkommen“ sind? Welche Unterstützung erfahren sie außer einem Dach über dem Kopf, Versorgung mit Lebensmitteln und Kleidung? Welche kleinen und großen Gesten bis hin zu fundamentalen Verbesserungen wie etwa der Umzug in eine andere Wohnung oder die Vermittlung in eine Beschäftigung gibt es?

„Das Ziel von WiE ist es, einen ausreichend großen Helferkreis aufzubauen, der sich schwerpunktmäßig mit den aus den Fragen ersichtlichen Problemen beschäftigt“, erläutert Thiel. So geht es um die Bildung der Flüchtlinge von der frühesten Kindheit bis zur Ausbildung, was primär das Erlernen der deutschen Sprache bedeutet. Außerdem soll es Vermittlung und Hilfe bei der Wohnungsbeschaffung geben und auch ein „Beschwerdemanagement“, das Missverständnisse zwischen Flüchtlingen und Behörden oder Flüchtlingen und Mitbürgern aus dem Weg räumen könnte.

Mitgliedschaft oder Spende

„Der Verein WiE steht im Hintergrund, die aktiven Helferinnen und Helfer sind wichtiger. Der Verein füllt die Lücken, die einzelne Helfer nicht füllen können, beispielsweise mit einer Gruppenhaftpflichtversicherung.“ Der Verein sieht sich nicht als Konkurrent der bestehenden Organisationen wie etwa Diakonie oder Caritas oder den Flüchtlingspaten.

Er springt ein, wenn Hilfe dringend geboten ist oder unbürokratisch geholfen werden muss. „Wo die Hilfe der Stadt aufhört, da fangen wir an“, sagt Rolf Schulte-Nova. Auch bei Angeboten, die die bestehenden Einrichtungen nicht so schnell bewerkstelligen könnten, wie etwa ein spontaner Besuch mit Flüchtlingskindern in einer mobilen Hüpfburg oder der Transsport von Flüchtlingen zu einem Deutschkursus oder sogar die Bildung eines eigenen Deutschkurses.

Das Credo lautet: „Wie kann durch wen geholfen werden?“ Wenn etwa ein Dolmetscher schnell gefunden werden muss, kann WiE aus einem Pool Ehrenamtlicher diejenigen Helfer benennen, die die Sprache des Flüchtlings sprechen, so ist es die Absicht. „Und wenn ich nicht selbst helfen kann, kenne ich vielleicht Menschen, die es könnten und die ich deswegen ansprechen kann.“ So könnte ein Netzwerk entstehen, das die bestehenden Einrichtungen unterstützt.

„Wir sind dabei, den Helferkreis aufzubauen. Und jeder, der nicht aktiv helfen kann, ist eingeladen, durch eine Mitgliedschaft bei WiE oder durch eine Spende diese Lobby für Flüchtlinge zu unterstützen“, sagt der Vereinsvorsitzende und fügt hinzu: „Kein Flüchtling hat etwas davon, wenn namhafte Politiker immer wieder von der ‚Willkommenskultur‘ reden!“

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