Neuer Friedhof: Ort des Übergangs soll ein „Prototyp“ sein

Von: Helmut Wichlatz
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Aussegnungshalle eingesegnet: Das Bauwerk in Immerath (neu) soll als „Prototyp“ für weitere Umsiedlungsorte herhalten. Foto: Wichlatz

Erkelenz-Immerath. Auf dem neuen Immerather Friedhof wurde nun die Aussegnungshalle eingesegnet. Das Gebäude ist ein nach drei Seiten offenes Betonbauwerk mit einem Glaskreuz.

„Muss eine Halle geschlossen sein und vier Wände haben?“, fragte Pastor Werner Rombach bei der offiziellen Übergabe der Aussegnungshalle auf dem neuen Immerather Friedhof. Die Frage hatte bei der Planung der Halle alle beteiligten beschäftigt.

Der Entwurf des Technischen Beigeordneten der Stadt Erkelenz, Ansgar Lurweg, sieht nämlich eine nach drei Seiten offene Lösung vor, bei der einzig das in die Betonwand eingefasste Glaskreuz auf den ersten Blick ein sakrales Element darstellt.

„Ich will die zugige Halle nicht schönreden“, erklärte Rombach. Sie sei „kein Ort, um zu bleiben“. Und doch sei sie „vollkommen“, da sie den Übergang symbolisiere.

Ursprünglich sollte der neue Immerather Friedhof keine Aussegnungshalle bekommen. Ein kleiner Holzschuppen, wie man ihn auch in vielen Gärten sieht, war als Lagerraum für Werkzeug das einzige Bauwerk auf dem Friedhof.

Das war den Umsiedlern aber nicht genug, und so wurden vermehrt Stimmen laut, die eine Aussegnungshalle am Umsiedlungsstandort forderten. Vor drei Jahren begannen die ersten Gespräche darüber, wie man nachträglich noch eine Halle errichten könnte, die mit dem knappen zur Verfügung stehenden Budget umgesetzt werden könnte.

Die jetzige Halle ist nicht unumstritten bei den Immerathern, betonte Rombach. Verbesserungsvorschläge lägen ebenfalls schon vor. Nach internen Diskussionen innerhalb des Ortes stimmte der Bauausschuss dem Bauvorhaben zu und gab grünes Licht für eine auf den ersten Blick ungewöhnliche Lösung.

Die Andacht bei der Einsegnung hielt Rombach gemeinsam mit Gisela Berger vom Bürgerbeirat und Theo Küppers.

Bei acht bis neun Beerdigungen pro Jahr sei die Frage legitim, ob man dafür eine Halle bauen müsse, die die meiste Zeit nicht genutzt werde, betonte Lurweg am Rande der Andacht. Schon heute werden die Aufbahrungshallen in anderen Ortsteilen um die Funktion des Kolumbariums erweitert, um sie einer sinnvollen Nutzung zuzuführen.

Im Juni war der Bau nach nur dreimonatiger Bauzeit fertiggestellt. Mit 100.000 Euro war das Budget knapp bemessen. Das Geld reichte nicht nur für die Betonkonstruktion mit dem Kreuz und den seitlich gelegenen gemauerten Abstellraum.

Auch die Pflasterung des Bodens und die Bepflanzung des direkten Umfelds wurden von der Summe bewerkstelligt. Der aus Wassenberg stammende Künstler Marcus Steffen hat das Kreuz am Kopfende der offenen Halle gestaltet.

Im Rahmen der Umsiedlung wird der „Prototyp“ noch einmal zum Einsatz kommen, betonte Rombach. Er selbst sei zufrieden mit der Halle. Sie werde nun „durch Nachbesserungen zur Vollendung geführt“.

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