Erkelenz - Neue Suche nach Umsiedlungsstandort?

Neue Suche nach Umsiedlungsstandort?

Von: Helmut Wichlatz
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Quo vadis, Keyenberg? Der Bereich Kückhoven als neue Heimat für die fünf künftigen Umsiedlungsorte hat nach der Tagebau-Entscheidung an Attraktivität gewonnen. Foto: S. Klassen

Erkelenz. Mit der Entscheidung der Landesregierung, den Tagebau Garzweiler II zu verkleinern und bereits 2030 enden zu lassen, kommt ein Thema wieder auf die Tagesordnung, das an sich bereits in trockenen Tüchern war: der Umsiedlungsstandort für Keyenberg, Kuckum, Berverath sowie Unter- und Oberwestrich.

Die fünf Orte hatten sich in einem Planverfahren für einen neuen Standort neben Borschemich (neu) an der B 57 in Richtung Rath-Anhoven entschieden. Von den sieben zuerst genannten Standortalternativen blieben am Ende nur zwei übrig: die Suchräume Kückhoven und Borschemich (neu). Gegen Kückhoven sprach damals in den Augen vieler Umsiedler die direkte Nähe zum Tagebaurand. Nun werden die Stimmen lauter, das Auswahlverfahren für nichtig zu erklären und neu abstimmen zu lassen. Denn da der Tagebau nun schon vor Holzweiler endet, gewinnt der Standort Kückhoven an Attraktivität, die er zum Zeitpunkt der Wahl noch nicht hatte. Dass Borschemich (neu) nicht die allererste Wahl war, sah man auch an den Wahlergebnissen.

Gabi Clever aus Kuckum etwa, Sachkundige Bürgerin im Braunkohlenausschuss, ist der Meinung, dass die Standortfrage erneut aufgerollt werden sollte. „Damals war bei der Entscheidung gegen den Standort Kückhoven vor allem die befürchtete Nähe zum Tagebaurand ausschlaggebend“, betont sie. Von der damals noch angenommenen Distanz zum riesigen Loch abgesehen, sei der Standort „mehr als passabel“, lautet ihr Urteil. Allerdings müsse man auch hinterfragen, ob die zukünftigen Umsiedler erneut in die Diskussion gehen wollen.

Die Bürgerpartei hat mittlerweile einen Antrag gestellt, in dem sie fordert, dass der Rat in einer Sondersitzung über die Aussetzung des alten Standortverfahrens und eine Neuabstimmung in derselben Frage entscheiden soll. Denn „die Voraussetzungen für die Planung der Umsiedlungsstandorte haben sich geändert“. Der Umsiedlungsstandort Kückhoven sei vor dem Hintergrund der damaligen Planungen für Garzweiler II verworfen worden.

Kückhoven hat nach Ansicht der Bürgerpartei viele Vorteile, zum Beispiel eine intakte Infrastruktur. Darüber hinaus sei der Charakter des Ortes ähnlich ländlich wie derjenige der umzusiedelnden Ortschaften. Da nur wenige Umsiedler aus Keyenberg, Kuckum, Unter– und Oberwestrich sowie Berverath für das Andocken an Neu Borschemich votierten, sei Kückhoven nach den neuen Kriterien „letztendlich der bessere Umsiedlungsstandort“, heißt es in dem Antrag weiter. Daher müssten die Umsiedler die Möglichkeit erhalten, unter den neuen Gegebenheiten auch neu zu entscheiden.

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