Neue Konzentrationsflächen für Windkraftanlagen beschlossen

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Heinsberg. 169 Unterschriften konnte Josef Keimes gegen die 34. Änderung des Flächennutzungsplanes für den Bereich Waldenrath-Straeten sammeln. Doch nützen wird ihm und den übrigen Anwohnern dies wohl nicht.

Denn die Mitglieder des Heinsberger Planungs- und Verkehrsausschusses haben mit nur einer Gegenstimme die neuen Konzentrationszonen für Windenergieanlagen beschlossen. Lediglich Walter Leo Schreinemacher von den Freien Wählern stimmte nicht zu.

Gerade eine kleine Fläche südlich von Waldenrath-Straeten liegt Keimes am Herzen. „Die besondere Bedeutung vom Landschaftsbild und die angrenzenden Lanschaftsschutzgebiete widersprechen der Errichtung von Windkraftanlagen an dieser Stelle“, sagte er gegenüber unserer Zeitung. „Gerade diese Fläche, das angrenzende Biotop und der Wald dienen den Bewohnern von Hatterath, Tripsrath, Birgden, Waldenrath und Straeten zur Tages- und Wochenenderholung. Durch die Errichtung von Windkraftanlagen in diesem noch unberührten Landschaftsstreifen wird den Bewohnern die Erholungs- und Lebensqualität genommen.“

Allein 890 Seiten der 1791, die der Sitzungsvorlage anhingen, befassten sich ausschließlich mit den Konzentrationsflächen für Windkraftanlagen, konstatierte Schreinemacher. Dabei ging es neben dem Bereich Waldenrath-Straeten auch um das Gebiet Laffeld/Pütt und eine Fläche zwischen Uetterath und Randerath. „Wenn wir die Unterlagen nur sieben Tage vor der Sitzung erhalten, ist es nicht möglich, sie durchzuarbeiten“, beklagte Schreinemacher. Deshalb beantragte er die Absetzung von gleich drei Tagesordnungspunkten. Allerdings vergeblich. Denn Michael Dörstelmann von der CDU sprach offenbar das aus, was die übrigen Ausschussvertreter dachten: über die sieben Tage hinaus habe es „genügend Zeit und Möglichkeiten gegeben, sich zu informieren“.

Das wollten auch die Zuschauer im großen Sitzungssaal, der zum Bersten gefüllt war. „Wenn man Nutzer von Energie ist, muss man sich fragen, wo soll das denn alles herkommen“, warb Dörstelmann bei Mandatsträgern und Zuhörern gleichermaßen um Verständnis. Die von der Landesregierung vorgegebenen Regeln zur Ausweisung der Windkraftanlagen seien alle befolgt, ja sogar noch verschärft worden.

Unterstützung erfuhr Dörstelmann von SPD-Mann Jochen Lintzen. „Die Konzentrationsflächen sind über alle Fraktionen hinweg beschlossen worden. Man kann nicht auf der einen Seite den Atomausstieg fordern und sich gleichzeitig gegen die Windkraftanlagen sträuben.“ Auch Grünensprecherin Birgit Ummelmann reihte sich in einem seltenen Schulterschluss ein. Die Flächen seien schon reduziert worden, erklärte sie. Lange sei dabei über die Abstände zur Wohnbebauung diskutiert worden, „damit die Flächen passen“.

Und das tun sie ihrer Ansicht nach, was Walter Leo Schreinemacher allerdings zu einem imaginären Kopfschütteln veranlasste. Schließlich sollte nicht vergessen werden, dass sich ja zwischen Straeten und Tripsrath bereits eine Konzentrationsfläche befinde, meinte er, „so dass Straeten bald von Windkraftanlagen eingekesselt ist“. Als der FW-Chef sich durch Hans-Walter Schönleber, den leitenden Rechtsdirektor der Stadt, belehren lassen musste, dass es nicht möglich sei, den Bereich Straeten zunächst aus der Beschlussfassung auszuklammern ohne das komplette Verfahren zu beenden, verlangte er eben das – ohne Erfolg.

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