Neue Donatus-Glocke: Erst schwebt sie, dann rollt sie

Von: Anna Petra Thomas
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Pfarrer Thomas Wieners spricht nach der Installation der Glocke im Kirchenschiff ein Segensgebet. Foto: Anna Petra Thomas
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Vorher hat er genau dokumentiert, wie die Glocke in die Kirche gebracht wird. Foto: Anna Petra Thomas

Wassenberg-Myhl. Karl-Leo Gerighausen ist ganz vorsichtig, Zentimeter für Zentimeter schiebt der Landwirt den langen Arm seines Teleskopladers vorwärts unter die Palette in dem Hänger vor dem Kirchenportal, auf dem sie steht: die neue Donatus-Glocke für die Kirche St. Johannes der Täufer in Myhl.

Ralf Janke von der Philipp Hörz GmbH aus Biberach, auch in Myhl zuständig für die Glockentechnik, hatte sie in der Gießerei in Maria Laach abgeholt und nach Myhl gebracht.

In der Gießerei war sie zuvor durch Norbert Jachtmann, Glockensachverständiger des Bistums Aachen, überprüft worden. Der geforderte Schlagton sei mit „fis“ gut getroffen, befand er. „Ihr Singtemperament und ihr Klangcharakter sind sehr gut ausgeprägt“. Auch die Inschriften seien auftragsgemäß ausgeführt. „Der Guss der Glocke kann als wohl gelungen bezeichnet werden.“

Langsam schwebt die neue, noch golden glänzende Glocke aus Bronze am Teleskoplader hängend weiter dem Portal der Kirche entgegen, gleich dahinter setzt Gerighausen sie ab. Hier übernimmt wieder Janke mit einem Hubwagen und rollt die neue Glocke ein Stück weiter ins Kirchenschiff. Dort findet sie zunächst mal einen Platz, natürlich schon hängend, in einem eigens gefertigten Holzgestell.

Großer Auftritt

Nach einem Segensgebet durch Pfarrer Thomas Wieners, der die ganze Szenerie nicht nur mit seiner Handy-Kamera dokumentiert, sondern auch kräftig mit angepackt hat, wartet die Glocke nun auf ihren großen Auftritt am morgigen Sonntag, 30. August.

„Eine Glocke für den Frieden“ ist die Weihe der neuen Donatusglocke durch Joachim Kardinal Meisner überschrieben. Das Pontifikalamt beginnt um 10.15. Uhr. Ein Gemeindefest im und rund um das Myhler Pfarrheim mit vielen kulinarischen Köstlichkeiten und Spielangeboten schließt sich an. Zum Programm gehören Kirchenführungen, stündlich ab 12 Uhr, sowie Beiträge des Trommler- und Pfeifercorps, der Kindergärten und der Grundschule, der Mandolinenspielschar, eines Zauberers und des Musikvereins.

Der Erlös des Gemeindefestes kommt den Flüchtlingen in Wassenberg zugute, darüber hinaus der Missionsarbeit und der Realisierung eines Pilgerwegs in der Pfarrei St. Marien.

In der zweiten Septemberhälfte soll die neue Glocke dann im Glockenturm ihren endgültigen Platz finden.

Die Glocke, die dort bisher seit nunmehr 62 Jahren brav ihren Dienst versah, wird ausgebaut und zurückgegeben an das kleine Dorf Schildau in Schlesien, dem heutigen Wojanow in Polen. Über den sogenannten Glockenfriedhof in Hamburg hatte die Glocke aus Schildau als sogenannte Leihglocke nach dem Krieg den Weg nach Myhl gefunden. Und sie wäre sicher auch dort geblieben, hätten sich die Schildauer anlässlich der Vorbereitungen zum 700-jährigen Bestehen der Kirchengemeinde ihrer nicht erinnert.

Die alte Glocke aus Schildau soll nach ihrem Ausbau auch für einige Zeit in dem Holzgestell im hinteren Teil des Kirchenschiffs aufgehängt werden, damit alle Myhler sie noch einmal von nahem betrachten können, ehe sie in ihre Heimat zurückkehrt.

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