Neue Dokumentation: Judenbruch als eine Quelle

Von: Johannes Bindels
Letzte Aktualisierung:
12088997.jpg
Neues Rechercheprojekt: Walter Bienen mit Lageplan des ehemaligen Marienhaus der Vinzentinerinnen. Er möchte die Geschichte des ehemaligen Klosters in sein neues Buch aufnehmen. Foto: Johannes Bindels

Wassenberg. Der Heimatverein Wassenberg ist in seiner gesellschaftlichen Bedeutung für die Stadt und das kulturelle Leben in Wassenberg seit fast 120 Jahren nicht mehr wegzudenken. Immer wieder gelingen Projekte, die die Erinnerung an Personen und Ereignisse aufrechterhalten und durch Dokumentationen unterstützen. Archiviertes Leben einer Stadt, auch in Form von Stadtführungen, in das Angebot für Touristen und Bürgerschaft einbringen, ist eine weitere Leistung des Vereins.

Der stellvertretende Vorsitzende des Heimatverein Wassenberg e.V., Walter Bienen, stellte im Gespräch neue Angebote und Dokumentationen in der Entstehung vor.

„Das Judenbruch ist eine Quelle für interessante Geschichten über Personen und Ereignissen zu Wassenberg. Dies in einer neuen Dokumentation, ergänzt um die Geschichte des Marienhaus der Vinzentinerinnen, aufzubereiten, daran arbeite ich zurzeit mit dem Ziel, die Buchpräsentation Anfang 2017 mit einer gleichzeitigen Ausstellung zu verbinden“, ließ Walter Bienen Einblicke in ein neues Projekt zu. Seine Recherchen hätten ihn zum Provinzialat der Vinzentinerinnen nach Köln, in das Landesarchiv, Abteilung Rheinland, in Duisburg und ins Kreisarchiv Heinsberg geführt.

Neben der Person Oskar von Forckenbeck, dem Gründer des Aachener Zeitungsmuseum, der auf der Burg Wassenberg lebte, den Park im Judenbruch anlegte und von seinen Reisen die Samen vieler verschiedener Baumarten mitbrachte, sei auch seine Frau Maria von Forckenbeck Gegenstand seiner Recherchen. Sie habe vertraglich durch Schenkung ein Gelände dem Orden der Vinzentinerinnen 1917 überlassenen, auf dem das früher am Rande des Judenbruch gelegene Marienhaus als Kloster errichtet wurde. Anfänglich sei das Gebäude als Sanatorium und Trinkerheilanstalt für katholische Frauen genutzt worden. Später sei auch ein Pflegeheim im Anbau betrieben worden.

Aufgrund von Bergschäden wurden alle Gebäudeteile 1977 abgerissen. Dass dabei gegen die mit Maria von Forckenbeck vereinbarten Vertragsinhalte wohl verstoßen worden sei, deutete Bienen an. Im Vertrag sei der Erhalt der Kapelle, die 1850 vom Vater der Maria von Forckenbeck, Alexander Parckenius, erbaut worden sei, zur Bedingung gemacht worden. Als einheimischer Stadtgästeführer des Heimatvereins – demnächst in Zusammenarbeit mit dem Naturpark Maas-Schwalm-Nette – biete er in Kürze eine neue Führung zum Judenbruch an. Die erfolge aus den Rechercheerkenntnissen und trage den Titel „Von der Sumpflandschaft zum Kunst-Kulturpark“. Erstmalig werde diese neue Führung am 5. Juni jeweils um 10.30 Uhr und 14.30 Uhr zum Kunst- und Kulturtag angeboten.

Die Termine der Judenbruch-Führungen erfolgen zusätzlich am 4. September und am 22. Oktober jeweils um 14 Uhr. Zusätzliche Angebote zu den kulturhistorischen Spaziergängen, die er zur Entlastung von Sepp Becker anbiete, beständen in einer Radwanderung per E-Bike unter dem Motto „Von Motte zu Motte entlang der Grenze“ am 25. September 2016, jeweils vom Pontorsonplatz aus startend.

Über Hinweise von Bürgern zur Historie des Marienhaus freut sich Bienen unter Telefon 02432/5349 oder unter walter.bienen@gmail.com.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert