Erkelenz-Immerath (neu) - Neubürgertag: Alte Strukturen in neuer Heimat erhalten

Neubürgertag: Alte Strukturen in neuer Heimat erhalten

Von: Helmut Wichlatz
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Bei der Karnevalsgesellschaft Immerather Seckschürjer informierte die Erste Vorsitzenden Heike Heyll (re), die die Besucher ausführlich mit Informationen über das Vereinsleben der Immerather Karnevalisten. Foto: Günter Passage

Erkelenz-Immerath (neu). Wenn man an „Heimat“ denkt, ist neben dem eigentlichen Zuhause eine Menge mehr gemeint. Da sind Traditionen und Bräuche, Vereine und gewachsene nachbarschaftliche Strukturen. So etwas entwickelt sich über lange Zeit – wie in Immerath.

Als die Menschen umsiedeln mussten, siedelten auch ihre Tradition und ihre Lebensgewohnheiten mit um. Diese wollten sie nun ihren neuen Mitbürgern näherbringen. Zum Schnuppernachmittag hatten die Immerather Vereine in den Kaisersaal eingeladen.

Die Besucher erwarteten Informationen über Immerath und die Vereine. Klar ist: Neben den Umsiedlern wird Immerath (neu) auch für Neubürger interessant. Da der Ort aufgrund der Umsiedlungszusagen von fast 70 Prozent der Immerather vor 13 Jahren geplant wurde, ist bei einer tatsächlichen Umsiedlungsquote von 55 Prozent noch reichlich Platz vorhanden.

Den zu füllen sollte Anliegen der Immerather sein, meint Gisela Berger, die die Umsiedlung für die Immerather maßgeblich durch ihre Arbeit im Bürgerbeirat mitgestaltet hatte. Nun gelte es, die neuen Mitbürger in die Dorfgemeinschaft einzuführen und sie mit den Vorteilen vertraut zu machen.

Zwei der Neubürger, die der Einladung gefolgt waren, sind Kathrin und Christoph Daniels. Sie sind mit ihren beiden Kindern nach Immerath gezogen, weil es günstig und praktisch für sie ist. Beide stammen aus Mönchengladbach, wo Christoph auch heute noch arbeitet, während es seine Gattin beruflich nach Heinsberg verschlug. Also lag Erkelenz genau in der Mitte, betonten sie. Nach fünf Jahren zur Miete in Lövenich meldeten sie sich dann für ein Baugrundstück in Immerath.

„Es ging erstaunlich schnell“, erklärte Christoph Daniels rückblickend. Rund anderthalb Jahre nach der ersten Kontaktaufnahme liegt ihr Bau in den letzten Zügen und kann voraussichtlich im Juli bezogen werden. An Immerath reize sie besonders, dass der moderne Ort gut zu erreichen sei und über eine gewachsene Gemeinschaft sowie eine gute Infrastruktur verfüge, erklärten sie. Ihre neuen Nachbarn haben sie schon kennengelernt, sie stammen aus dem Siegerland.

Im Gespräch mit Bernd Voß erfuhr Familie Daniels viel Wissenswertes über den Ort und seine Geschichte. Die Schützenbruderschaft St. Sebastianus, deren amtierender Schützenkönig er ist, stammt aus dem Jahr 1555 und hat die Umsiedlung ebenso unbeschadet überlebt wie die Karnevalsgesellschaft und der SV.

Beide sind mit ihren Nachbarn Kooperationen eingegangen, die Karnevalisten mit Kückhoven und die Fußballer mit Bellinghoven. Nun sei den Immerathern daran gelegen, die Baulücken schnell zu schließen und aus dem Provisorium einen „echten“ Ort zu machen. „Es wird Zeit, dass wir ordentliche Straßen anstelle der derzeitigen Provisorien bekommen“, erklärte Gisela Berger.

Nachdem die Grundstücke während der ersten Bauphase ausschließlich den Umsiedlern vorbehalten waren, sind sie nun in der so genannten offenen Verkartung. Rund 50 Grundstücke sind in Immerath (neu) nach Bergers Schätzung noch zu haben. Ein Grund mehr für die engagierten Immerather, für ihren Heimatort zu werben. „Wir sehen uns auch durchaus im Wettbewerb mit anderen Baugebieten“, betonte Berger.

„Dabei ist die gewachsene Struktur, die wir bei der Umsiedlung mitgenommen und weiter gepflegt haben, ein großer Vorteil.“ Während man in anderen Baugebieten erst jahrelang warten müsse, bis sich ein Miteinander entwickelt, sei dies in Immerath bereits vorhanden.

38 neue Haushalte waren angeschrieben und eingeladen worden. Somit war kein Gedränge im Kaisersaal zu erwarten und man hatte Zeit für ausführliche Gespräche. Auf Stellwänden informierten die Gastgeber über den alten und den neuen Ort sowie deren Besonderheiten.

So konnten zum Beispiel die Fußfälle aus dem alten Ort an neuer Stelle installiert werden. Die kleinen Bildstöcke am Wegesrand spielen als Stationen bei den Fronleichnamsprozessionen eine bedeutende Rolle. Wer das weiß, sieht sie gleich mit ganz anderen Augen.

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