Erkelenz - Neubauprojekt: Ein Stück Raky-„Kasino“ bleibt der Nachwelt erhalten

Neubauprojekt: Ein Stück Raky-„Kasino“ bleibt der Nachwelt erhalten

Von: hewi
Letzte Aktualisierung:
11318279.jpg
An der Ecke Glück-Auf-Straße/Anton-Heinen-Straße klafft derzeit eine riesige Baulücke. Diese wird zügig geschlossen, weshalb Architekt Josef Viethen beim symbolischen Spatenstich (kleines Bild) mit Vertretern des Heimatvereins, Investoren und den ersten Eigentümern kräftig anpackten. Fotos (2): hewi Foto: hewi
11318844.jpg
An der Ecke Glück-Auf-Straße/Anton-Heinen-Straße klafft derzeit eine riesige Baulücke. Diese wird zügig geschlossen, weshalb Architekt Josef Viethen beim symbolischen Spatenstich (kleines Bild) mit Vertretern des Heimatvereins, Investoren und den ersten Eigentümern kräftig anpackten. Fotos (2): hewi Foto: hewi

Erkelenz. „Der Abriss tat uns in der Seele weh“, sagte der Architekt Josef Viethen beim Spatenstich. Denn das Gebäude hatte eine so interessante wie wechselhafte Geschichte. Wo einst das Kasino die Szene beherrschte, klafft eine Baulücke an der Ecke Glück-Auf- und Anton-Heinen-Straße.

Dort sollen drei Wohnhäuser mit Eigentumswohnungen, Tiefgarage und begrüntem Innenhof entstehen. Vom 1907 errichteten Bau, den Anton Raky als letzte Baumaßnahme als Einkaufszentrum in seinem „Kairo“-Viertel in Auftrag gegeben hatte, bleibt nur ein Relief. Das wurde bei den Abrissarbeiten entfernt und wird den Neubau nach der Fertigstellung an der Südwest-Fassade wieder zieren.

Hubert Rütten vom Heimatverein erinnerte an die wechselhafte Geschichte des Gebäudes. Zu seiner geplanten Funktion als „Konsumanstalt für die Arbeiterschaft“ kam es nicht mehr, denn nach Rakys Ausscheiden aus der Bohrgesellschaft wurde das Haus verkauft. Geplant waren auch eine Kegelbahn und eine Gaststätte, wo die Arbeiter ihre Freizeit verbringen konnten.

Das „Kasino“ stellte den Höhepunkt der Bautätigkeit in Rakys Wohnviertel an der Bahn dar. Später wurde es Post- und Finanzamt, beherbergte auch ein Bildhaueratelier und einen „Konsum“. Von seiner ursprünglichen Jugendstil-Form war nach Beschädigungen im Krieg und einigen Umbauarbeiten nicht mehr viel übrig geblieben.

Das große Putzrelief, das beim Abriss abgenommen wurde, stellt zwei Arbeiter mit Schmiedehämmern und einen Bohrturm dar. Bei der Abnahme zerbrach das vier mal einen Meter große Relief. „Das kann aber beim Wiedereinsetzen behoben und repariert werden“, betonte Viethen.

Die Wohnanlage wird 25 Wohnungen zwischen knapp 50 und 140 Quadratmetern bieten. Dabei werde darauf geachtet, dass die Wohnungen barrierefrei und für Pflegesituationen mit einem Notrufsystem nachgerüstet werden können.

Die Erinnerung an Raky soll aber auch in dem neuen Wohnkomplex erhalten bleiben. Im Treppenhaus sollen Tafeln auf sein Wirken in Erkelenz und das alte „Kasino“ hinweisen. Zum Richtfest sollen die nachkommen Rakys eingeladen werden, erklärte Viethen. Schließlich habe Rakys Zeit für Erkelenz wie ein „wirtschaftlicher Quantensprung“ gewirkt. Die aus der Bohr hervorgegangene Nachfolgerfirma MHWirth gehört immer noch zu den größten Arbeitgebern in der Stadt.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert