Neubau: Debatte über Wehr-Struktur

Von: dawin
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Neuer Standort (großes Bild) und altes Gerätehaus: Auf dem gemeindeeigenen Grundstück an der Ecke Haarener Straße/Hirtenweg soll ein neuer Feuerwehrstützpunkt gebaut werden. Fotos (2): Daniel Gerhards Foto: Daniel Gerhards
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Neuer Standort (großes Bild) und altes Gerätehaus: Auf dem gemeindeeigenen Grundstück an der Ecke Haarener Straße/Hirtenweg soll ein neuer Feuerwehrstützpunkt gebaut werden. Fotos (2): Daniel Gerhards Foto: Daniel Gerhards

Waldfeucht. Das alte Feuerwehrgerätehaus in Haaren entspricht längst nicht mehr zeitgemäßen Anforderungen, insbesondere den Unfallverhütungsvorschriften für Feuerwehren. Bereits im gültigen Brandschutzbedarfsplan wurde eine „bauliche Lösung“ festgeschrieben. Da eine Erweiterung räumlich nicht möglich ist, bleibt nur ein Neubau an anderer Stelle.

Zwei mögliche Standorte schlug die Verwaltung dem Haupt- und Finanzausschuss zur Entscheidung vor. Die einhellige Zustimmung fand schließlich das gemeindeeigene Grundstück an der Ecke Haarener Straße/Hirtenweg, direkt gegenüber dem Schulzentrum. Damit ist die andere Option vom Tisch: nämlich das nicht im Gemeindeeigentum befindliche Areal hinter dem neuen Edeka-Markt an der K 5.

Letztendlich waren es die Kosten, die ausschlaggebend für die Standort-Wahl waren: Denn allein die Erschließung eines Standortes am Edeka würde Mehrkosten in Höhe von 178.500 Euro bedeuten, die Kosten für den Erwerb nicht mal mitgerechnet. Bei einem Feuerwehrgerätehaus gegenüber der Schule hingegen, also innerörtlich, ist die Erschließung bereits gesichert. In 2017 soll das moderne Gerätehaus nach Worten von Bürgermeister Heinz-Josef Schrammen „realisiert“ sein. Rund 500.000 Euro wird der Bau verschlingen.

Der noch zu beschließende Bebauungsplan für das Areal gegenüber dem Schulzentrum soll nicht nur die Grundlage für das künftige Feuerwehrgelände bilden, sondern auch für vier Einfamilienhäuser, die auf den verbleibenden Grundstücken am Hirtenweg (die die Gemeinde verkauft) entstehen sollen.

Mit der Standort-Bestimmung, die unstrittig war, entspann sich im Haupt- und Finanzausschuss eine Debatte darüber, wie viele Löscheinheiten die Gemeinde überhaupt benötigt. Mit Blick auf Nachbarkommunen konnte sich die Opposition im Rat eine Konzentration von bisher fünf Löscheinheiten (Haaren, Braunsrath, Brüggelchen, Bocket und Obspringen) auf nur noch zwei Einheiten vorstellen.

Schrammen gab zu bedenken, dass bei einer derartigen Straffung eine Erreichbarkeit des jeweiligen Einsatzortes in den gesetzlich vorgeschriebenen acht Minuten nicht durchweg garantiert sei. Wenn man die Feuerwehrstruktur in der Gemeinde Waldfeucht optimieren wolle, dann müsse man auf jeden Fall drei Standorte bereithalten. An Haaren sei gar nicht zu rütteln, da der Ortsteil mit 3.800 Einwohnern, sprich mit einem satten Drittel der Waldfeuchter Bürgerschaft, den kommunalen Siedlungsschwerpunkt stellt. Geografisch gesehen, kämen als weitere Schwerpunkte die Bereiche Braunsrath/Obspringen sowie Bocket/Brüggelchen in Betracht, um die erforderlichen Ausrück- und Anfahrzeiten einzuhalten.

Bürgermeister Schrammen warnte allerdings davor, nur den wirtschaftlichen Vorteil im Auge zu haben, den eine Optimierung der Gemeindefeuerwehr zweifelsohne mit sich bringe. Denn: Wenn die Löscheinheiten vor Ort verschwänden, würde auch das Engagement der Bürger, sich bei der schnellen Truppe einzubringen, schwinden. Die Nähe und die Identifizierung mit dem Ort sei für die Einwohner ein wesentliches Kriterium. Gerade in Zeiten, wo sich die Wehren überall um den Nachwuchs sorgen, dürfe man diesen Aspekt nicht außer Acht lassen.

Die Frage, wie viele Standorte die Gemeinde braucht, stand jedoch aktuell nicht im Haupt- und Finanzausschuss zur Entscheidung an. Spätestens 2019 wird das Thema aber entscheidungsrelevant sein: Dann werden sich die Ratsgremien mit der erneuten Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplanes befassen.

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