Neubau an der Rur: Riesenkran lässt Brücke fliegen

Von: Anna Petra Thomas
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Aus der Vogelperspektive lässt sich die Szenerie besonders gut erfassen. Die Kräne positionieren die tonnenschweren Brückenteile. Foto: CUH
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Vom 44-fach bereiften Tieflader... Foto: Anna Petra Thomas
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...geht‘s auf die Brückenfundamente. Foto: Anna Petra Thomas

Wassenberg/Heinsberg. Langsam, ganz langsam, Zentimeter für Zentimeter schwebt das 29 Meter lange und 80 Tonnen schwere Betonteil über der Rur an seinen Platz zwischen den beiden massiven, ebenfalls aus Beton gegossenen Widerlagern diesseits und jenseits des Flusses. Gehalten wird es vom Arm eines gewaltigen Krans, der selbst 500 Tonnen wiegt und für den an der Baustelle auf Wassenberger Seite zunächst eine Plattform aus rund 900 Kubikmetern Kiessand gebaut werden musste.

Fünf dieser Betonteile bilden den Unterbau für die neue Brücke zwischen dem Heinsberger Stadtteil Kempen und dem Wassenberger Stadtteil Ophoven. Gefertigt wurden sie in Fulda und dann mit langen, 44-fach bereiften Lkw über Nacht an die Baustelle gebracht.

„Diese Aufteilung in fünf Einzelstücke ist notwendig gewesen, weil man die Teile sonst nicht mehr über die Straße an die Baustelle hätte bringen können“, erklärt Johannes Weuthen aus dem Amt für Umwelt und Verkehrsplanung, der für den Kreis Heinsberg zusammen mit seinem Kollegen Thomas Grohs der Leiter der Bauarbeiten an der Brücke ist.

Alle fünf, jeweils rund 45.000 Euro teuren Teile sind schon mit einer Stahlarmierung ausgerüstet, die Außenteile sogar schon mit den Rohren für die Entwässerung der Brücke. Wenn alle Teile verlegt sind, werden sie zunächst mit Platten verbunden. Von außen ist auf den T-förmigen Teilen die Verschalung sichtbar, auf der Oberseite wurde die Oberfläche bewusst ganz rau gelassen, damit sich die Betonteile gut mit der Betondecke verbinden, die anschließend auf die Brücke aufgebracht wird. „Davor kommen aber noch 17 Tonnen Stahl obendrauf“, erklärt einer der Experten, der das technische Schauspiel auf der Rur beobachtet. Bevor dann die Asphaltschicht aufgebracht wird, muss die Betondecke auch noch isoliert werden.

Früher drei Rundbögen

Wer sich noch an die alte Brücke aus den 1950er Jahren mit ihren drei Rundbögen erinnert, sieht schnell, dass die neue Brücke viel flacher verlaufen wird. Das hat Vorteile für die sogenannten Flutüberbauten auf beiden Seiten der Brücke. Durch den Überbau auf Wassenberger Seite führt der Fahrradweg entlang der Rur. Er wird den Radwanderern künftig 20 Zentimeter mehr Kopffreiheit bieten. Und schließlich fällt nicht nur die bisher vorhandene Kuppe der Brücke weg, sondern dank eines veränderten Straßenverlaufs auch die scharfe Kurve vor der Brücke auf Wassenberger Seite.

Noch eine gute Nachricht für die Radfahrer: Die Brücke selbst wird nicht nur direkt an den von Ophoven kommenden Radweg anschließen und einen knapp drei Meter breiten Streifen haben, der für Radfahrer und Fußgänger reserviert ist. Nach Abschluss der Brückenbau-Arbeiten wird dieser Radweg jetzt auch weitergeführt bis nach Kempen hinein, hinter der vorhandenen Querung entlang der zwei Sportplätze auf beiden Seiten.

Auf Wassenberger Seite wird im Rahmen der aktuellen Bauarbeiten schon die gesamte Fahrbahndecke bis zum Ortseingang von Ophoven erneuert. Insgesamt investiert der Kreis rund 1,7 Millionen Euro in dieses Projekt, das vom Land zu 65 Prozent bezuschusst wird.

Bis das erste Auto wieder über die Brücke rollen kann, wird es allerdings noch einige Monate dauern. Genauer festlegen wollten sich die Bauexperten am Dienstag noch nicht.

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