Erkelenz - „Naturkunde im Klosterpark“: Eine blumige Wiese für Mensch und Tier

„Naturkunde im Klosterpark“: Eine blumige Wiese für Mensch und Tier

Von: Anke Capellmann
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Frank Körfer, Vorsitzender des Fördervereins Hohenbusch, freute sich über die vielen Hände, die das Naturkundeprojekt unterstützen: Kurt Nigl vom Grünflächenamt der Stadt Erkelenz, Sigrid Görtz von der VHS Heinsberg, Dr. Hans Heiner Gotzen, Erster Beigeordneter der Stadt Erkelenz, Biologin Dr. Christiane Leonards-Schippers und Georg Dulies, Schatzmeister beim Förderverein Hohenbusch (v.l.n.r.). Foto: Anke Capellmann
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In dieser Mauernische soll demnächst das 1,40 mal 1,50 Meter große Insektenhotel für tierische Bewohner eröffnet werden. Foto: Anke Capellmann

Erkelenz. Noch summt und brummt es nicht, aber die ersten Vorbereitungen wurden im Park hinter dem Herrenhaus auf Haus Hohenbusch schon getroffen. Eine Sommerblumenwiese soll hier bald sprießen und blühen und dann allerlei Insekten und Vögel anlocken. Die Verantwortlichen trafen sich jetzt, um die ersten Samen zu säen.

Das Projekt heißt „Naturkunde im Klosterpark“ und wurde durch den Förderverein Hohenbusch und die Stadt Erkelenz ins Leben gerufen. Dabei soll nicht nur der Außenbereich des ehemaligen Kreuzherrenklosters attraktiver gestaltet sondern auch die Natur mehr in den Fokus gerückt werden. Die Sommerblumenwiese soll künftig nicht nur Bienen und Co. anlocken, sondern auch das Ziel von Schulklassen, Kindergärten und anderen Interessierten werden. Ein zugehöriges Insektenhotel ist geplant und befindet sich in der Vorbereitung.

22 unterschiedliche Obstbäume

Neben dem bereits bestehenden Kräutergarten und der Streuobstwiese, auf der sich 22 unterschiedliche Obstbäume befinden, soll das blumige Areal auf Haus Hohenbusch entstehen. Die Vorbereitungen für das Einsäen hatte der städtische Bauhof übernommen. Insgesamt wurde auf einer Fläche von etwa 900 Quadratmetern regionales Saatgut mit ausgewählten Gräsern und Blütenpflanzenarten heimischer Herkunft gesät.

„Es sollte Pflicht sein, heimische Wildpflanzen zu säen und kein gebietsfremdes Saatgut zu nutzen. Dadurch profitieren auch die heimischen Insekten und Vögel“, erklärt Diplom-Biologin Dr. Christiane Leonards-Schippers, die dem Förderverein das Regiosaatgut, das aus der Biologischen Station Bonn/Rhein Erft Kreis stammt, zur Verfügung gestellt hat und auch selbst Mitglied des Fördervereins ist. Sie sehe dem Projekt auf Haus Hohenbusch mit Spannung und freudiger Erwartung entgegen.

Auch Frank Körfer, Vorsitzender des Fördervereins, freut sich auf die kommende Entwicklung im Park: „Wir werden hier zusätzlich ein Insektenhotel errichten. Insgesamt werden dazu in einer vorhandenen Mauernische neun Holzkästen befestigt, die wir dann mit unterschiedlichen Materialien wie beispielsweise Schilf, Bambus, Holzscheiben und Holzwolle befüllen.“ Dadurch werde das Außengelände für die Besucher interessanter und auch der Landschaftsschutz werde gefördert. Das Bauvorhaben wird dabei von vielen ehrenamtlich helfenden Händen des Fördervereins unterstützt und umgesetzt.

Neben der Dauerausstellung „Lebensraum Hohenbusch“, bei der die Besucher einen Einblick in die Geschichte des ehemaligen Klosters gewinnen können, stelle das Naturkundeprojekt ein nachhaltig angelegtes Thema dar. Die Betreuung und Pflege der Sommerblumenwiese und des Insektenhotels übernimmt dabei der Förderverein. In Zusammenarbeit mit dem Förderverein Hohenbusch und der Volkshochschule (VHS) des Kreises Heinsberg wird es auch zahlreiche Angebote für Groß und Klein geben.

Dazu zählen die Kräuterkunde im Heilkräutergarten mit anschließender Zubereitung von Kräuterlimonade und -quark und weitere Vorträge zur Ansiedlung von Wildbienen. „Vier Termine stehen bereits fest. Unter dem Motto ‚Oma, dein Fingerhut sieht aber anders aus‘ sind Kinder und ihre Großeltern, die Freude an der Natur und dem Garten haben, herzlich eingeladen“, sagt Sigrid Görtz, Fachbereichsleiterin bei der VHS.

Das braucht Zeit

Wer aber jetzt glaubt, innerhalb der nächsten drei Wochen ein riesiges Biotop von Wildblumen auf der frisch ausgesäten Wiese zu finden, der irrt sich leider. „So etwas braucht immer Zeit. Die ersten Pflanzen werden dann im Herbst blühen. So ein richtig schönes Biotop muss sich erst mal entwickeln“, sagt Leonards-Schippers. Aber mit etwas Geduld entwickele sich eine breite Erlebnispalette für Jung und Alt.

 

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