Nah am Erfolg und der WM: Hans-Dieter Hermann in Erkelenz

Von: Helmut Wichlatz
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Starken Vortrag präsentiert: Volksbank-Aufsichtsratschef Dr. Veit Luxem (l.) und Prof. Dr. Hans-Dieter Hermann. Foto: Helmut Wichlatz

Erkelenz. „Erfolg beginnt im Kopf“. Das sagt zumindest der Sportpsychologe Prof. Dr. Hans-Dieter Hermann. Und der muss es wissen, denn als „Kopf-Coach“ ist er einer der Väter des Erfolgs der deutschen Fußballnationalmannschaft und des vierten Sterns auf dem Trikot.

Auf Einladung der Volksbank war er nach Erkelenz in die Stadthalle gekommen, um den Zuhörern etwas über Erfolg zu erzählen.

„Billigen amerikanischen Erfolgsseminaren“

Dabei räumte er gleich zu Beginn seines abwechslungsreichen Vortrags ein, dass der Titel der Veranstaltung ein wenig nach „billigen amerikanischen Erfolgsseminaren“ klinge und er selbst sicher nicht zu der Veranstaltung gekommen wäre. Dabei sei die Aussage an sich nicht falsch, denn tatsächlich beginne Erfolg im Kopf. Durch Planung und die richtige Einstellung zu sich selbst und seinen Zielen könne man die Weichen stellen für den gewünschten Erfolg. „Doch Erfolg ist flüchtig“, erklärte er. Da Erfolg immer eine vorherige erfolgreiche Leistung übertrumpfen müsse, um ein Erfolg zu sein, befinde man sich als erfolgsorientierter Mensch in einer stetigen Aufwärtsspirale.

Hier hatte er auch gleich ein Beispiel aus dem Fußball parat: Joachim Löw erklärte nach dem Sommermärchen von 2006, dass Deutschland fußballerisch keine große Rolle spielen werde, wenn es an seinem damaligen Spielsystem festhalte. Denn tatsächlich habe sich der Fußball seit 2006 sehr verändert. Um zwei Drittel kürzere Ballkontakte, schnelleres Abspiel und eine um 30 Prozent gestiegene Laufstrecke pro Spieler und Spiel seien Belege dafür, dass Löw damals Recht hatte.

Beispiele aus dem Sport

Ein weiterer Baustein des deutschen Weltmeistertitels sei Teamgeist. Die Spieler hätten sich der Idee und der Mannschaft bedingungslos untergeordnet und ihre Rolle im Ganzen eingenommen, „auch wenn sie wie bei Podolski nur aus 20 Minuten Spielzeit bei der WM bestand“.

Wichtig sei auch, dass man das Erreichen des positiven Ziels im Auge habe und nicht mögliche negative Folgen. „Konzentrieren Sie sich darauf, was Sie tun müssen, um Ihr Ziel zu erreichen“, betonte er. „Und fragen Sie sich, ob es noch Ihr Weg ist.“ Denn nur so könne man aus ganzem Herzen sein Ziel verfolgen und es auch erreichen.

Durch die immer wieder eingeflochtenen Beispiele aus dem Sport und dem alltäglichen Leben veranschaulichte Hermann seine Thesen und machte sie für das Publikum nachvollziehbar.

Auf die derzeitige Krise des DFB angesprochen, betonte der Sportpsychologe und Coach, dass die Affäre um die angeblich gekaufte Weltmeisterschaft von 2006 dem Ansehen des Fußballs in Deutschland schade. Nun gelte es, den entstandenen Imageschaden abzuwenden und sich auch geistig auf die vor uns liegende Europameisterschaft im kommenden Jahr vorzubereiten.

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