Heinsberg-Kirchhoven - Nächstes Buch-Projekt von Autor Karl Beumers ist schon in Arbeit

Nächstes Buch-Projekt von Autor Karl Beumers ist schon in Arbeit

Von: Anna Petra Thomas
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Karl Beumers freute sich über viele Besucher bei der Präsentation seines neuen Buches im Kirchhovener Pfarrheim.

Heinsberg-Kirchhoven. Über ein mit rund 120 Besuchern voll besetztes Pfarrheim freute sich Karl Beumers bei der offiziellen Präsentation seines mittlerweile dritten Buches über regionale Geschichte. Nach dem ersten Buch „Kirchhoven im Dritten Reich“ und dem zweiten Werk mit dem Titel „Warum?“, das die Kriegsereignisse in seinem Heimatort Birgden beleuchtet, stellte er sein drittes Buch unter dem Titel „Geschichten von gestern und vorgestern“ vor.

Neben Bürgermeister Wolfgang Dieder, dem Ehrenbürgermeister der Gemeinde Gangelt, Heinrich Aretz, sowie den beiden Pfarrern Arnold Houf und Theo Floracks begrüßte Beumers auch alle übrigen Gäste von Herzen, nicht nur fürs Zuhören. Ohne so viel Zuspruch „von euch Erzählern in diesem Buch“ habe er dieses Projekt gar nicht verwirklichen können, betonte er. Ein ganz besonderes Anliegen war ihm zudem, den ältesten Gast der Lesung willkommen zu heißen: Der Kirchhovener Peter Meyers, Jahrgang 1920, der jetzt in Karken lebe, habe ihm eindrucksvoll von seiner Zeit als Soldat, aber auch von der als Deserteur erzählt, so Beumers.

„Fast jeden Morgen beginne ich den neuen Tag mit einem halbstündigen Spaziergang“, berichtete er dann von seiner Arbeit in Sachen Regionalgeschichte. „Ich kann mich während dieser Zeit sammeln, nachdenken und meinen Tag vorbereiten. So mache ich mir sehr viele Gedanken über den Sinn unseres kurzen Lebens, über unsere Vergangenheit und Zukunft, über Krieg und Frieden.“ So sei sein erstes Buch über Kirchhoven entstanden, und aufgrund der guten Resonanz habe er sich entschlossen, ein zweites Buch zu schreiben. Insgesamt 47 Bürger aus Kirchhoven, Lieck und Vinn habe er gefragt, und sie hätten ihm ihre Geschichten erzählt, so der Autor. „Bei diesen Befragungen ist mir aufgefallen, dass die Menschen den Krieg und die Evakuierung tief in ihrem Gedächtnis behalten haben, im Gegensatz zu ganz normalen Abläufen in ihrem Leben.“

Wechsel der Bilder

Diese Erzähler ließ er dann auch gleich vor Ort zu Wort kommen. So hatte zum Beispiel der Arzt Hermann Josef Gehrmann den Gästen Geschichten und Anekdoten aus dem Leben seines verstorbenen Vaters Hans mitgebracht. Pfarrer Floracks berichtete von seinen Jahren als Messdiener und von anderen Menschen aus früheren Zeiten, Pfarrer Houf von seinen Vorfahren während der Kriege.

Begleitet von einer Fotoschau auf der Leinwand, erinnerte Beumers selbst an den Polizeiwachtmeister Tillmann Jütten, der Anfang des 20. Jahrhunderts die Trockenlegung des Kirchhover Bruchs leitete, an den Bau des Schwimmbads ab 1936, an die Korbmacher und an die Paramentenvereine, in denen sich Frauen mit Handarbeiten zum Beispiel um Altartücher und Messgewänder kümmerten. Die Zuhörer erfuhren von der Privatkapelle Edelweiß, aus der 1929 der Instrumentalverein hervorging, oder vom Mandolinenclub, der in Kirchhoven vor dem Zweiten Weltkrieg existierte.

Nach dem letzten großen Fest vor Hitlers Machtergreifung, dem Schützenfest in Lieck im Jahre 1928, wechselten die Bilder. Beumers zeigte Motive von einem Erntedank-Umzug und von der Schule in Kirchhoven, alle mit Hakenkreuz-Fahnen. Besonders still war es im Saal, als Beumers vom Einmarsch in die Niederlande im Jahre 1940 berichtete und dazu sogar ein Foto zeigen konnte, das die langen Kolonnen auf dem Weg Richtung Grenze zeigte.

Stellvertretend für alle Menschen im Krieg erzählte er die Geschichte des Müllers Gerhard Krings aus Lümbach. Da seine Mühle immer von deutscher Artillerie in Beschuss genommen wurde, wenn er sie in Betrieb nahm, bat er den amerikanischen Captain Richard Hardison um Hilfe. Hardison riet ihm, die Mühle nur nachts in Betrieb zu nehmen. „Das ganze Getreide, das vorher im Herbst von Familie Krings aufgekauft worden war, wurde gemahlen und von den Amerikanern an die Bevölkerung verteilt“, so Beumers. „Entschädigt wurde die Familie Krings bis heute dafür nicht.“

Bevor Beumers verriet, dass er bereits an einem weiteren Buch arbeitet über einen der ersten Widerstandskämpfer, der aus Vinn stammt, zog er ein Fazit seiner Arbeit: „In der heutigen Zeit ist es für Jung und Alt sehr wichtig, dass über diese schlimme Zeit wieder mehr geredet wird“, sagte er. „So etwas darf sich nicht wiederholen!“ Das neue Buch von Karl Beumers ist in der Buchhandlung Gollenstede in Heinsberg erhältlich.

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