Erkelenz-Borschemich - Nächste Kirche macht den Baggern Platz

Nächste Kirche macht den Baggern Platz

Von: gp
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Aus und vorbei: Das Allerheiligste und liturgische Gefäße wurden nach dem Schlussgebet von Pfarrer Werner Rombach und Diakon Kurt Esser aus der Borschemicher Pfarrkirche getragen. Foto: Passage, Klassen (2)
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Unterdessen sind die Arbeiten an der Kapelle in Borschemich (neu) schon vorangeschritten. Foto: Passage, Klassen (2)
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Die Pfarrkirche St. Martinus in Borschemich. Foto: Passage, Klassen (2)

Erkelenz-Borschemich. Hell und klar erklangen die Glocken der Pfarrkirche St. Martinus in Borschemich. Allerdings war es ein trauriges Lied, das die Glocken weit ins Land trugen. Hunderte Menschen hatten den Weg nach Borschemich angetreten, um ein letztes Mal gemeinsam mit dem Erkelenzer Pastoralteam und Vertretern der Evangelischen Kirche in der Pfarrkirche die Eucharistie zu feiern.

„Seit der Einweihung am 27. Oktober 1907 hat sich die Gemeinde hier zum Gottesdienst versammelt. Nun müssen wir die Kirche nach 107 Jahren schließen, weil in unserem Land das Allgemeinwohl Vorrang hat.“ Daher müsse auch die Kirchengemeinde dem Tagebau weichen, sagte Pfarrer Werner Rombach zu Beginn der letzten Eucharistiefeier in der Borschemicher Pfarrkirche St. Martinus. „Was zum Wohl vieler entschieden wurde, führt zu unserem Unwohlsein. Wir empfinden Trauer und Wehmut, manche auch Enttäuschung und Bitterkeit“, fügte Rombach hinzu.

In Grußworten hießen Gertrude Hurtz und Hans Jürgen Goebels die zahlreich erschienenen Gäste, insbesondere Pfarrer Rolf-Peter Cremer in Vertretung von Bischof Heinrich Mussinghoff, willkommen. Mit in die Grußworte einbezogen wurde der Erkelenzer Bürgermeister Peter Jansen, der nun bereits zum zweiten Mal innerhalb rund eines Jahres die Entwidmung eines Gotteshauses im Stadtgebiet miterleben musste. 2013 war die Kirche in Immerath, das ebenfalls dem Braunkohletagebau weichen muss, entweiht worden. „Und es werden aller Voraussicht nach noch weitere folgen“, sagte Ortsvorsteher Hans Jürgen Goebels.

Ergreifend waren auch die Worte verschiedener Gemeindemitglieder, die ihre ganz persönlichen Erinnerungen an die Pfarrkirche St. Martinus, wo Kinder getauft wurden, Mädchen und Jungen die erste heilige Kommunion feierten, Trauungen stattfanden und auch Trauerfeiern, erzählten. Bevor mit dem Löschen des Ewigen Lichtes und dem Verlesen des Profanierungs-Dekrets durch Pfarrer Rolf Peter Cremer der letzte Akt vollzogen wurde, richtete Pfarrer Werner Rombach in seinem Schlussgebet noch einmal die Worte an die Gläubigen „Herr unser Gott, zum letzten Mal haben wir hier in St. Martinus dein Wort gehört und die Gegenwart deines Sohnes im Sakrament der Eucharistie gefeiert. Lass das gute Werk, das vor elf Monaten mit dem ersten Spatenstich und der Grundsteinlegung vor fünf Monaten in Borschemich (neu) begonnen wurde, gelingen und mit deinem Segen auch vollendet werden. Lass uns alle am neuen Ort deine Gemeinde bleiben“, bat Werner Rombach um den göttlichen Segen.

Dann wurden neben dem Allerheiligsten, getragen von Pfarrer Werner Rombach, die liturgischen Gefäße in einer feierlichen Prozession von Borschemich in die Pfarrkirche Heilig Kreuz nach Keyenberg überführt.

Dort werden diese Gefäße bis zur Weiterverwendung in der Kapelle am Standort Borschemich (neu) zwischengelagert.

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