Nächste Etappe der Sanierung: Der Umbau des Bergfrieds

Von: Verena Müller
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So soll das Innenleben des Wassenberger Bergfrieds im kommenden Jahr aussehen: Drei Ebenen werden eingezogen. Die Nutzung ist noch offen. Veranstaltungsräume könnten es werden. Foto: V. Müller

Wassenberg. Ein Ort für Ausstellungen, Feiern, vielleicht auch offizielle Empfänge. Das soll der Bergfried in Wassenberg werden. Nach den Sommerferien, so kalkuliert zumindest Dipl.-Ing. Reiner Wirtz von Rongen Architekten, könnten die Arbeiten beginnen. Wenn alles gut läuft und es keine Überraschungen gibt – was bei dem alten Gemäuer nicht auszuschließen ist – könnten diese schon im Frühjahr 2014 abgeschlossen sein.

Der Bergfried gehört zum dritten Abschnitt des städtebaulichen Gesamtkonzepts in Wassenberg. Ursprünglich waren rund 1,3 Millionen Euro für die Umgestaltung des Bergfrieds veranschlagt, jetzt sind es noch knapp die Hälfte. Rund 620.000 Euro. Deshalb müssen ein paar Abstriche gemacht werden.

Wie Bürgermeister Manfred Winkens erläuterte, waren für die Stadtkernsanierung ursprünglich mit neun Millionen Euro kalkuliert worden, letztlich seien aber nur 3,2 Millionen Euro vom Land bewilligt worden. „Mehr Geld war nicht zu bekommen, also mussten wir abspecken“, so Winkens. Zwei Drittel sind Fördermittel, ein Drittel muss die Stadt selbst aufbringen.

Bis dato ist der Bergfried nur ein Hohlkörper mit einer Treppe, die auf die Aussichtsplattform führt. Die Fernsicht oben ist toll, deshalb wollte Wirtz ursprünglich einen Glasaufsatz auf das Dach bauen, der beispielsweise als Teil eines Cafés oder Restaurants im Stock darunter hätte genutzt werden können. Dass die aktuellen Planungen Gastronomie im historischen Gemäuer ausschließen, ist laut Wirtz aber nicht dramatisch. Ein späterer Aufsatz und ein Innenausbau seien möglich.

Nur ein Miniglasdach, direkt über dem Treppenaufgang, ist geplant, um den Übergang von der Treppe auf die Plattform zu verbessern und vor der Witterung zu schützen.

Auch ein Durchgang zum Hotel und der behindertengerechte Fahrstuhl sind gestrichen. „Wir lassen aber den Hohlraum an der dafür vorgesehenen Stelle, so dass der Aufzug auch noch zu einem späteren Zeitpunkt eingebaut werden kann, wenn Geld da ist“, erläutert der Architekt. Nicht gebaut werden außerdem die kleine Küche und Sanitärräume, die zum Gastronomiebereich gehört hätten.

Stattdessen wird es im Keller sanitäre Anlagen und Abstellräume geben, darüber wird eine Stahlbetondecke eingezogen. In den zwei Ebenen darüber werden Holzbodendecken eingezogen, „entsprechend historischer Befunde“, sagt Wirtz. Allerdings werde man keine alte Eiche aus China importieren, sondern modernes Brettschichtholz.

Die Deckenhöhe der drei Säle wird sich auf jeweils rund 4,40 Meter belaufen. „Das ist schon imposant“, meint Wirtz. Dabei handele es sich um die historisch korrekte Höhe, die der Denkmalschutz ermittelt habe. Mit ihm steht das Wassenberger Architekturbüro in enger Abstimmung. Beeindruckend muss früher auch der Kamin im Erdgeschoss gewesen sein, dessen Umrisse man noch erkennen kann.

Dass es sich um ein altes Gemäuer handele, das zudem mehrmals mit unterschiedlichen Materialien baulich verändert wurde, sei zwar aus Architektensicht eine Herausforderung, „aber auch ein Thema, das uns liegt“, sagt Wirtz. „Schließlich sitzen wir mit unserem Büro selbst in einem Denkmalambiente.“ Früher gehörten die Büroräume an der Propsteigasse vermutlich zu einem kleinen Kloster.

Ob der Bergfried Überraschungen bereithalte, werde man sehen, wenn man das Gerüst eingezogen hat, erklärt der Architekt. „Dann wird sich sicherlich die Frage stellen: Lässt man eine Stelle so, um Geschichte ablesbar zu machen? Oder war der alte Eingriff so unsensibel, dass man ihn besser entfernt?“

Ende des Jahres war der Bauantrag für die Umgestaltung gestellt worden. Damit wird der Bergfried die erste Etappe des dritten Bauabschnitts der Stadtkernsanierung sein, die umgesetzt wird.

„Eigentlich hätten wir gerne mit der Graf-Gerhard-Straße begonnen, aber solange die noch den Status einer Bundesstraße hat und nicht umgewidmet ist, können wir nichts machen“, sagt Manfred Winkens.

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