Nachfrage wächst: Tageseltern gesucht

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In München suchen Eltern mit Papierzetteln nach einer liebevollen Betreuung für den Nachwuchs, in Hückelhoven sucht die Stadt Menschen, die Tageseltern werden möchten. Foto: Imago Stock&People

Hückelhoven. Seit Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr haben, wächst die Nachfrage nach einem geeigneten Betreuungsplatz. Eine gute Alternative ist für viele Eltern eine Tagesmutter oder ein Tagesvater.

Darüber hinaus werden, bedingt durch Wechselarbeitsschichten der Eltern, auch immer mehr Betreuungsmöglichkeiten in sogenannten Randzeiten, das heißt vor oder nach Kindergarten und Schule oder am Wochenende gesucht. Die Stadt Hückelhoven ist als familienfreundliche Stadt daran interessiert, ihr Angebot an Betreuungsplätzen in Kindertagespflege zu erweitern und sucht geeignete Männer und Frauen für diese sinnvolle und anspruchsvolle Tätigkeit.

Die Kindertagespflege ist eine familienähnliche Betreuungsform in kleinen Gruppen von bis zu 5 Kindern. Für die Kinder bedeutet dies ein behutsames Erweitern des familiären Umfeldes und erste Kontakte zu Gleichaltrigen. Die Tagesmutter oder der Tagesvater ist eine verlässliche Bezugsperson, die „ihre“ Kinder kennt, mit ihnen spielt und lacht und sie individuell fördert.

Birgit H. arbeitet seit fünf Jahren als Tagesmutter. Sie liebt besonders das tägliche Leben, Spielen und Lachen mit den Kindern und „dass ich jeden Tag neue Fortschritte entdecken kann“.

Die Qualifizierung zur Tagespflegeperson im Umfang von 160 Unterrichtsstunden unterstützt das Jugendamt durch die hälftige Erstattung der Kosten. Während der Kurse lernen die Tageseltern unter anderem was Bindung und Bildung in der Erziehung bedeutet, wie die Zusammenarbeit mit den Eltern gelingt und welche Aufgaben, Rechte und Pflichten sich für Tageseltern ergeben.

Bei einer Ausbildung in einem sozialpädagogischen Beruf verkürzt sich die Qualifizierung. Tageseltern sind Bezugspersonen, die sensibel auf die Bedürfnisse der Tageskinder eingehen und ihnen Anregung und Orientierung geben sollen.

Britta K., seit fast sechs Jahren als Tagesmutter tätig: „Ich liebe es, die Kinder in ihrer Entwicklung begleiten zu können. Es gibt nichts Schöneres, als von den Eltern zu hören, dass ein Kind zu Hause erzählt, es warte darauf wieder zu mir kommen zu können.“

Zurzeit werden in Hückelhoven 72 Kinder, davon 62 Kinder unter drei Jahren, von 26 Tageseltern betreut. Obwohl die Betreuung in der Regel bei den Tageseltern zu Hause stattfindet, gibt es hier auch drei Großtagespflegestellen in angemieteten Räumen. Dort werden bis zu neun Kinder von zwei bis drei Tageseltern betreut. Die Kindertagespflege ist dem Kindergarten gleichgestellt.

Bis zur Vollendung des 3. Lebensjahres können Eltern zwischen den beiden Betreuungsmöglichkeiten wählen, soweit Plätze vorhanden sind. Die Höhe des Elternbeitrages richtet sich, wie im Kindergarten, nach Buchungszeit, Einkommen der Eltern und Alter des Kindes.

Tagespflegepersonen sind selbstständig tätig und haben deshalb die Möglichkeit, ihren Betreuungsrahmen sowohl bezüglich der Zahl der betreuten Kinder, als auch im Hinblick auf die Betreuungszeiten nach ihren Vorstellungen und Möglichkeiten zu gestalten.

Randzeiten gefragt

Michaela K., seit zwei Monaten als Tagesmutter tätig: „Als Tagesmutter kann ich dazuverdienen und Familie und Beruf unter einen Hut bringen. Ich kann alles selbst organisieren und selber die Zeiten bestimmen. Außerdem kann ich auf diese Weise andere Familien und vor allem Mütter unterstützen, in ihre Berufe zurückzukehren.“

Neben den „klassischen“ Betreuungszeiten zwischen 8 und 16 Uhr gibt es aber auch Nachfragen von Eltern nach Betreuung ihrer Kinder in Randzeiten, das heißt nach 16 Uhr oder an den Wochenenden. Vielleicht sind es aber genau diese Randzeiten, die sich potenzielle Tageseltern als Betreuungszeit vorstellen können.

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