Nachbarn organisieren Hilfsaktion für Thanh Truc

Von: Daniel Gerhards
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Liegt nach einem Asthmaanfall im Wachkoma: die elfjährige Thanh Truc. Foto: Beate Königs
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Sie wollen der Familie von Thanh Truc nach dem Asthmaanfall des Mädchens helfen: Gülten Karadar, Beate Königs und Doris Müller. Foto: ger

Heinsberg. Am 2. September hat sich das Leben der Familie Nguyen grundlegend geändert. Die elfjährige Tochter Thanh Truc hatte an diesem Tag einen starken Asthmaanfall erlitten. Ihre Eltern waren bei ihr, aber das Asthmaspray half nicht. Thanh Truc wurde ohnmächtig. Ihr Vater begann sofort mit der Mund-zu-Mund-Beatmung.

Wenig später war der Rettungswagen da, die Sanitäter mussten sie wiederbeleben. Ein viel zu realer Alptraum. Im Krankenhaus angekommen wurde das Mädchen auf der Intensivstation künstlich beatmet und weitere lebenserhaltende Maßnahmen wurden eingeleitet. Seither sind Thanh Trucs Eltern immer an ihrer Seite. Das Mädchen befindet sich momentan in einer Rehaklinik in Hattingen.

Was geschehen war, wussten zunächst auch Beate Königs, Gülten Karadar und Doris Müller nicht. Die drei Frauen kennen die Familie gut, sie sind Nachbarinnen des Restaurants Hoa Mai an der Hochstraße, das von den Nguyens betrieben wird. Erst nachdem das Restaurant einige Zeit geschlossen war, hing irgendwann ein Zettel an der Tür, auf dem die Familie erklärte, was geschehen war.

Für Königs, Karadar und Müller war klar, dass sie helfen wollen. „Wir wollen, dass Thanh Truc die bestmögliche Therapie bekommt. Die geht weit über das hinaus, was die Krankenkasse bezahlt“, sagt Beate Königs, die die ganze Familie als sehr offen, freundlich und lebhaft kennengelernt habe. Zum Stadtfest an diesem Wochenende wollen die Nachbarn nun eine Benefiz-Aktion veranstalten. Sie soll vor dem Restaurant in der Oberstadt stattfinden. Zunächst wollten die Nachbarn am Sonntag, 1. Oktober, „nur“ Cocktails gegen eine Spende mixen. Aber dann wurde die Unterstützung immer größer. „Das ist als würde man mit einem Körbchen in der Hand über die Straße gehen. Und das Körbchen füllt sich immer weiter“, sagt Gülten Karadar.

Nun gibt es zusätzlich Live-Musik, Handwerksaktionen, Dekoration kann gekauft werden und eine Friseurin bietet ihre Dienste an. Alles zugunsten der Familie Nguyen. Denn die Therapie für Thanh Truc, die noch drei Geschwister hat, ist nicht nur teuer. Der Familie sind auch noch alle Einnahmen weggebrochen, weil ihr Restaurant nun schon seit Wochen geschlossen ist.

Die Situation muss für die Familie extrem hart sein: „Die Ärzte haben bestätigt, dass sie einen Gehirnschaden erlitten hat, und sie können uns nicht sagen wann, wie oder ob sie erwachen wird“, schreibt eine Angehörige der Familie, die in den USA lebt, sich aktuell aber in Heinsberg aufhält. „Thanh Truc wird stimuliert, sie zeigt Reaktionen. Aber niemand weiß, wie sich das weiter entwickelt. Das geht in ganz kleinen Schritten weiter“, sagt Beate Königs, die im Kontakt zur Familie steht.

Ein weiterer Grund für die Aktion war für Königs, Karadar und Müller, ein Zeichen zu setzen: Sobald die Familie wieder da ist, gehe es im Restaurant weiter.

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