Nachbarkommunen kritisieren die Windradpläne

Von: Daniel Gerhards
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Hoffnung für Gegner der Windräder im Birgelener Wald: CDU und FDP wollen größeren Abstand zu Siedlungen. Foto: Gerhards

Wassenberg. Aus Wassenbergs Nachbarorten kommt Kritik an den geplanten Windenergieanlagen im Birgelener Wald. Hintergrund der Kritik sind Befürchtungen, dass sich die vier bereits von einem Investor beantragten Windräder negativ auf die Natur und die Naherholung auswirken.

In den vergangenen Monaten hatte es auch in Wassenberg immer wieder Kritik an der Konzentrationszone für die Windenergie im Birgelener Wald gegeben. Es formierte sich zum Beispiel eine Bürgerinitiative, die im vergangenen Jahr vor dem Rathaus demonstrierte.

Die Stadt Wegberg hat nun als Nachbarkommune kritisch zur geplanten Konzentrationszone Stellung genommen. Technischer Beigeordneter Rudolf Fabry sagte, dass Wegberg sich ähnlich wie Wassenberg auf Tourismus und Naherholung ausrichte. Dabei setze man auf den Naturpark Schwalm-Nette und das Meinweg-Gebiet in den nahen Niederlanden. Im Wegberger Rathaus befürchte man, dass die Erholungsqualität durch die Windräder erheblich gemindert werde, sagte Fabry. Stehen die Wassenberger Windradpläne dem Ziel, den Tourismus zu fördern, entgegen? In Wegberg bekommt man auf die Frage eine klare Antwort: Ja.

„Ich persönlich finde es nicht attraktiv, dass sich die Windräder über einem drehen, wenn man im Wald spazieren geht“, sagte Fabry. Man sehe die Windräder und den Schattenwurf und nehme die Geräusche der Anlagen war. Und das könnte Touristen abschrecken. „Gebiete, in denen sich Naherholungssuchende aufhalten, sind kein optimaler Standort für Windenergieanlagen“, sagte Fabry.

„Gegen europäischen Gedanken“

Ähnlich sehen das die Verantwortlichen der Gemeinde Roerdalen in den Niederlanden. „Der Birgelener Wald ist nicht der richtige Platz für Windräder“, sagte Wethouder Chrit Wolfhagen. Gleich hinter der Grenze beginne nämlich der niederländische Nationalpark De Meinweg. Und die vier geplanten, 200 Meter hohen Windräder seien schlecht für Tourismus, Flora und Fauna, sagte Wolfhagen. Das Vorhaben in Wassenberg und die windkraftfreundliche Gesetzgebung in Nordrhein-Westfalen stünden dem europäischen Gedanken entgegen, sagte er.

Seine Bedenken habe Wolfhagen dem Wassenberger Bürgermeister Manfred Winkens (CDU) bereits mitgeteilt. In der Wassenberger Politik gibt es aber nach wie vor eine große Mehrheit für die Konzentrationszone im Birgelener Wald. Ende des vergangenen Jahres hatte Marcel Maurer (CDU) es in einer Rede im Wassenberger Rat so ausgedrückt: „Aus unserer Sicht gibt es bei der Ausweisung einer solchen Konzentrationsfläche keine Alternative zum Birgelener Wald.“

Der Hintergrund: Nur diese Fläche sei groß genug, um zu verhindern, dass an vielen Stellen in Wassenberg Windräder gebaut werden dürfen. Ohne diese Zone könnten Investoren bis zu 17 Windräder im Stadtgebiet bauen, sagte er. Eine Studie, die die Stadt Wassenberg in Auftrag gegeben hatte, war zuvor zu dem Ergebnis gekommen, dass die Windkraftzone im Birgelener Wald groß genug sei, um Windräder im restlichen Stadtgebiet auszuschließen. Ergebnis war aber auch, dass alle anderen infrage kommenden Flächen dafür zu klein wären.

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