Nach Insolvenz: Arbeitsplätze bei Speuser auf der Kippe

Von: Rainer Herwartz
Letzte Aktualisierung:
Speuser KG
Das Heinsberger Traditionsunternehmen Speuser ist in Schieflage geraten und musste Insolvenzantrag stellen. Bis Ende August sind die Gehälter der elf Mitarbeiter noch gesichert. Foto: defi

Heinsberg. Für die elf Mitarbeiter des Heinsberger Traditionsunternehmens Speuser KG werden sich die dunklen Wolken des Sommers trotz des Sonnenscheins am Dienstag so schnell wohl nicht verziehen. Denn das auf den Groß- und Einzelhandel für die Gastronomiebranche spezialisierte Unternehmen hatte bereits am 6. Juni beim Amtsgericht Aachen einen Insolvenzantrag wegen Zahlungsunfähigkeit gestellt.

Im Rahmen der vorläufigen Insolvenz werde das Unternehmen fortgeführt. Der Geschäftsbetrieb der Speuser KG, die einen Groß- und Einzelhandel mit Lebensmitteln, Non Food- und Saisonartikeln für die Gastronomiebranche betreibt, laufe uneingeschränkt weiter, erklärte Schmitz. Die Löhne und Gehälter seien bis Ende August durch die Insolvenzgeldvorfinanzierung gesichert. Ein entsprechender Antrag sei bei der Agentur für Arbeit umgehend gestellt worden.

Schmitz, der zur Kanzlei Müller/ Müller gehört, ist zuversichtlich, dass das Traditionsunternehmen durch einen neuen Investor die Möglichkeit für einen Neubeginn hat. „Ich sehe durchaus Chancen für eine Sanierung, denn die Speuser KG verfügt neben hoch motivierten Mitarbeitern über ein ausgezeichnetes Produktportfolio, hervorragende Serviceleistungen und gute sowie tragfähige Kundenbeziehungen.“ Das zeige sich darin, dass viele Kunden und Lieferanten nach der Stellung des Insolvenzantrags zugesagt hätten, die Speuser KG weiter zu unterstützen.

Ziel sei nun der Verkauf des Unternehmens an einen neuen Investor im Rahmen einer übertragenden Sanierung und der Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze. Über die Gründe, die zur Schieflage des Unternehmens geführt haben, schweigt sich der Insolvenzverwalter aus. Das werde er lediglich gegenüber potenziellen Übernahme-Interessenten darlegen. Derzeit führe er bereits erste Gespräche mit möglichen Investoren. Ob dazu auch einer der beiden Mitbewerber aus der Region gehört, wollte Schmitz ebenfalls nicht sagen. „Es gibt schon Anfragen, deshalb bin ich zuversichtlich. Es gibt ja auch Verfahren, da haben sie keine“, meinte Schmitz.

Anton Speuser hatte 1958 die Firma M. Speuser mit Sitz in Geilenkirchen-Süggerath gegründet. Damals bestand das Aufgabengebiet in der Belieferung der ansässigen Gaststätten mit Weinen, Spirituosen und Säften. Nur die Kellerräume der Wohnung wurden seinerzeit als Lager- und Verkaufsräume genutzt. Hier wurde auf engstem Raum alles für die Gastronomie gelagert. 1978 kaufte Anton Speuser dann das heutige Domizil, eine ehemalige Reithalle. Er baute diese in einen modernen Großhandel für Imbiss- und Gaststättenbedarf um.

Das Unternehmen bietet derzeit auf einer Fläche von rund 4000 Quadratmetern etwa 12.000 Artikel für den Imbiss und Gaststättenbedarf an. Das Kerngeschäft ist der Handel mit Frischeprodukten. Zuletzt wurde das Unternehmen laut Schmitz von zwei geschäftsführenden Gesellschaftern geleitet.

Bei aller Zuversicht räumte der Insolvenzverwalter jedoch ein: „Was nach dem 1. September sein wird, kann ich noch nicht sagen.“ Die Mitarbeiter dürften die Entwicklung mit Spannung verfolgen.

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